Versöhnlich in die Winterpause

Am dritten Advent geht es um drei Punkte: Zlatko Junuzovic (M.) empfängt mit Werder den 1.FCN.
Bundesliga
Donnerstag, 01.01.1970 / 01:00 Uhr

Wenn Werder Bremen zum Abschluss der Hinrunde am Sonntag, den 16.12.2012 um 17:30 Uhr den 1. FC Nürnberg empfängt, kommt es nicht nur zum Duell zwischen dem Tabellenzwölften und dem Tabellendreizehnten.

Wenn Werder Bremen zum Abschluss der Hinrunde am Sonntag, den 16.12.2012 um 17:30 Uhr den 1. FC Nürnberg empfängt, kommt es nicht nur zum Duell zwischen dem Tabellenzwölften und dem Tabellendreizehnten. Vielmehr ist es das Duell zweier Vereine, die zuletzt durchaus als Wundertüten der Liga bezeichnet werden durften. Beide Clubs haben eine durchwachsene Hinrunde absolviert und waren weit entfernt von konstanten Leistungen.

Während sich bei Werder Siege, Unentschieden und Niederlagen fast regelmäßig abwechselten, hatten die Franken zwischen dem 4. und dem 14. Spieltag eine lange Durststrecke zu überstehen. Nur einen Sieg konnte die Elf von Trainer Dieter Hecking in dieser Zeit einfahren. Nach der bitteren 0:1-Pleite auf Schalke am 9. Spieltag fanden sich rund 100 Club-Fans am Mannschaftsbus zusammen und forderten lautstark den Rauswurf des Trainers. Hecking blieb im Amt und nun, zur eisigen Jahreszeit, ist die Mannschaft enger zusammen gerückt und hat die Formkrise scheinbar hinter sich gelassen.

Sieben-Punkte-Polster zu Weihnachten

Club-Trainer mit Herz und Seele: Dieter Hecking

„Vielleicht", so Hecking, „braucht die Mannschaft solche kritischen Situationen." Wenn der Club-Coach von „kritischen Situationen" spricht, meint er jene Phase der Saison, in der seine Mannschaft auf dem 15. Tabellenplatz verweilte und der Relegation näher war als dem gesicherten Mittelfeld. Doch mit Siegen gegen Wolfsburg (1:0), Hoffenheim (4:2) und Düsseldorf (2:0), aber auch dem mehr als respektablen Unentschieden gegen Bayern München (1:1) haben sich die Franken zurückgekämpft und ein komfortables Punktepolster vor der Winterpause aufgebaut.

Sieben Zähler, „das ist schon eine Menge Vorsprung", strahlt ein sichtlich zufriedener Hecking. Der Trainer weiß um die Leistungssteigerung seines Teams und ist auch deshalb zuversichtlich, in Bremen Punkte zu entführen. An der Weser hat sein Team zuletzt zweimal in Folge gewonnen (1:0 im Februar 2012, 3:2 im Oktober 2010). Doch trotz dieser jüngsten Erfolgsbilanz gegen die Grün-Weißen spricht die Statistik gegen die „Clubberer".

Nürnberg in Bremen gern gesehener Gast

Alexandar Ignjovski (l.) weiß, dass spannende Spiele garantiert sind, wenn Nürnberg zu Gast ist.

Insgesamt spielte Nürnberg 29 Mal in Bremen, wovon Werder 19 Duelle für sich entscheiden konnte. Dabei zeigten sich die Franken trotz ihrer vielen Niederlagen treffsicher: gegen keinen anderen Bundesligisten traf Nürnberg sowohl daheim als auch auswärts öfter als gegen Bremen. Werder-Trainer Thomas Schaaf kennt die Stärken des kommenden Gegners nur zu gut: „Ich erwarte eine engagierte Nürnberger Mannschaft, die kompakt steht, Einsatz und Spielfreude aufzeigt. Sie können schnell umschalten und über Konter kommen, da müssen wir aufpassen."

Werder selbst hat eine Hinrunde mit vielen Höhen und Tiefen hinter sich. Die letzten drei Spiele (1:4 gegen Leverkusen, 4:1 in Hoffenheim, 1:4 in Frankfurt) stehen exemplarisch für eine turbulente Spielzeit. Ob die Regelmäßigkeit gegen Nürnberg mit einem 4:1-Erfolg fortgesetzt werden kann, weiß Schaaf nicht. Dafür kann er mit großer Sicherheit sagen: „Es wird sicher wieder spannend werden."

Von Cord Sauer

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Saison 2012/2013 16.12.2012

SV Werder Bremen - 1. FC Nürnberg (Highlights)

Petersen rettet Werder einen Punkt

Nach einem umkämpften Spiel mussten sich Theodor Gebre Selassie (l.) und Markus Feulner (r.) die Punkte teilen.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 / 01:00 Uhr

Auch im letzten Bundesligaspiel des Jahres 2012 ging es hoch her im Bremer Weser-Stadion. Gegen den 1. FC Nürnberg war Werder lange Zeit das überlegenere Team und hatte zahlreiche gute Chancen zu verzeichnen. Allein der Treffer, der Zählbares versprechen sollte, blieb aus.

Auch im letzten Bundesligaspiel des Jahres 2012 ging es hoch her im Bremer Weser-Stadion. Gegen den 1. FC Nürnberg war Werder lange Zeit das überlegenere Team und hatte zahlreiche gute Chancen zu verzeichnen. Allein der Treffer, der Zählbares versprechen sollte, blieb aus. Alles deutete auf ein torloses Remis zum Abschluss der Hinrunde hin, doch dann schockten die Gäste aus dem Frankenland die Hausherren: Timo Gebhart erzielte in der 82. Minute ein Tor aus dem Nichts. Werder schien geschlagen. Zwei Minuten vor dem offiziellen Spielende jedoch kamen die Grün-Weißen eindrucksvoll zurück. Einen Distanzschuss von Kevin De Bruyne fälschte Nils Petersen zum 1:1-Ausgleich ab und sorgte zumindest für eine Punkteteilung.

Das letzte Heimspiel im Jahr 2012 sollte zugleich auch der letzte Pflichtspielauftritt von Werder Bremen im aktuellen Kalenderjahr sein. Dementsprechend liefen die Grün-Weißen mit der traditionellen Tannenbaum-Raute auf der Brust auf. Trainer Thomas Schaaf nahm einen personellen Wechsel in der Startelf vor: für Clemens Fritz begann der wiedergenesene Aaron Hunt. Ebenfalls eine Änderung gab es auf Seiten der Nürnberger: für Frantz bekam Kiyotake seine Chance. Sowohl für die Franken als auch für Werder galt die Prämisse: den Abstand nach unten vergrößern und den Abstand nach oben verringern.

Schon in den ersten Minuten zeigten die Hausherren, dass sie gewollt waren, dieser Zielsetzung nachzukommen. Mit viel Druck und schnellem Offensivspiel zwangen sie den Nürnbergern ihr Spiel auf und kamen zu einer ersten Halb-Chance durch Elia (6.). Nur wenige Augenblicke später hatte Kevin De Bruyne eine ganz dicke Möglichkeit: nachdem sich der Belgier im Mittelfeld durchgesetzt und den Ball über 25 Meter in die Offensive gebracht hatte, schloss er in Bedrängnis aus linker Position ab. Sein Versuch wurde brandgefährlich, doch FCN-Keeper Raphael Schäfer entschärfte die Situation und klärte zur Ecke (8.).

Bremen am Dauer-Drücker, Schäfer hält alles

Zum Verzweifeln: Eljero Elia konnte nicht fassen, wie viele Chancen Werder ungenutzt ließ

Die Elf von Club-Coach Dieter Hecking kam kaum ins Spiel. Wieder zeigte sich Werder präsent und kam über eine tolle Hunt-Elia-Petersen-Kombination zum ersten Torerfolg. Ein Tor, das allerdings korrekterweise aberkannt wurde - beim Zuspiel von Elia auf Petersen stand Werders Stürmer im Abseits (13.). Das große Chancenaufkommen in schöner Regelmäßigkeit ebbte nicht ab, nach 16 Minuten war es der Nürnberger Timm Klose, der seinen eigenen Torhüter nach einem De Bruyne-Freistoß unfreiwillig prüfte. Schäfer parierte glänzend doch die Grün-Weißen ließen sich dadurch keineswegs entmutigen.

Nach einer guten halben Stunde spiegelte eine Statistik den bisherigen Spielverlauf perfekt wieder: Club-Torwart Schäfer hatte nicht nur die meisten Ballkontakte seiner Mannschaft, sondern war auch bester Mann seiner Elf. Ein Zeugnis der Bremer Offensivbemühungen, die zu diesem Zeitpunkt lediglich etwas Zählbares vermissen ließen. In der 33. Minute gab es die nächste Riesenchance für Werder: nach guter Vorarbeit von Aaron Hunt zog De Bruyne aus Kurzdistanz ab, traf jedoch nur den goldrichtig stehenden Schäfer. Auch Marko Arnautovic verpasste zwei Minuten später die Führung, als er nach einer De Bruyne-Hereingabe frei vor Schäfer stand (36.). Kurz vor dem Ende des ersten Durchganges hatte dann auch der Club seine ersten zwei Chancen: erst scheiterten Pinola (37.), dann Feulner aus der Distanz (39.).

Feurige Schlussphase: erst Gebhart, dann Petersen

Großer Kampf, großer Schlussakt: erst traf Gebhart in der 82. Minute, dann legte Petersen in der 88. Minute nach

Nach dem Seitenwechsel wurde aus dem Bremer Einbahnstraßen-Fußball ein munteres Hin-und Her, denn nun trauten sich auch die Nürnberger deutlich mehr zu: nach einer Flanke von Pinola kam Markus Feulner zum guten Kopfball aus spitzem Winkel, Werders Rückhalt Sebastian Mielitz blieb jedoch cool und sicherte den Ball (53.). Nach einer weiteren Club-Chance durch Robert Mak (58.) riss die Schaaf-Elf das Spiel wieder an sich und wäre durch Petersen (60.) und De Bruyne (61., Pfostenschuss) fast zum verdienten 1:0 gekommen - aber eben nur fast. Es war bezeichnend für das Spiel, dass die Bremer zu viele gute Möglichkeiten nicht nutzen konnten.

Und es kam noch schlimmer für Schaaf und sein Team: Nach einem Ballverlust von De Bruyne im Mittelfeld ging es schnell über Mak und Pinola, der das Auge für den mittig freistehenden Timo Gebhart hatte. Gebhart bewies ein feines Füßchen und schlenzte den Ball ins rechte Eck. Mielitz ohne Chance, 1:0 Nürnberg (82.). All die Torchancen, all die Spielanteile, die Werder zuvor hatte - alles für die sprichwörtliche Katz. Doch mit diesem Spielstand wollten sich die Bremer nicht zufrieden geben und so bäumte sich die Schaaf-Elf ein letztes Mal auf. Nach einem Klärungsversuch des FCN fiel der Ball vor die Füße von De Bruyne, der schnell abzog. Nils Petersen, hauchdünn im Abseits, veränderte die Flugrichtung der Kugel, die letztendlich in den Maschen landete und zum 1:1 führte. Ein irreguläres Tor, das dennoch vom Schiedsrichtergespann gegeben wurde.

Ein versöhnlicher Hinrundenabschluss sieht anders aus - und dennoch können sich die Bremer über die Punkteteilung letztendlich nicht beschweren. Mit vier Punkten Abstand zu den europäischen Starterplätzen überwintert Werder nun, ehe die Grün-Weißen am 19.01.2013 um 18:30 Uhr Borussia Dortmund zum Rückrundenauftakt empfangen.

Von Cord Sauer

Stimmen zum Spiel folgen im Laufe des Abends auf WERDER.DE

Saisonvergleich 2012/13

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Tabelle / 17. Spieltag

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Begegnungen 17. Spieltag

FCB FC Bayern München - BMG Borussia Mönchengladbach 1:1 (0 : 1)
M05 1. FSV Mainz 05 - VFB VfB Stuttgart 3:1 (0 : 0)
B04 Bayer 04 Leverkusen - HSV Hamburger SV 3:0 (2 : 0)
F95 Fortuna Düsseldorf - H96 Hannover 96 2:1 (1 : 0)
SGF SpVgg Greuther Fürth - FCA FC Augsburg 1:1 (0 : 1)
WOB VfL Wolfsburg - SGE Eintracht Frankfurt 0:2 (0 : 2)
S04 FC Schalke 04 - SCF Sport-Club Freiburg 1:3 (1 : 2)
TSG TSG 1899 Hoffenheim - BVB Borussia Dortmund 1:3 (1 : 1)
SVW SV Werder Bremen - FCN 1. FC Nürnberg 1:1 (0 : 0)