Mutig ins Saisonfinale

Vorbericht zum Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund

Für Max Kruse und Co. steht am Wochenende das Saisonfinale in Dortmund an (Foto: nordphoto).
Vorbericht
Donnerstag, 18.05.2017 // 15:40 Uhr

Mit voller Vorfreude und hoch motiviert reist der SV Werder zum Saisonfinale in den Signal Iduna Park. Am kommenden Samstag, um 15.30 Uhr (ab 15.15 im Live-Ticker auf WERDER.DE), tritt das Team von Cheftrainer Alexander Nouri beim aktuellen Tabellendritten Borussia Dortmund an. Für beide Mannschaften zählt am 34. Spieltag nur eins: der Sieg! Während der SV Werder bei einem Erfolg noch auf Punktverluste der Konkurrenz hoffen muss, um in die Europa-League einzuziehen, kann sich der BVB aus eigener Kraft mit einem dreifachen Punktgewinn für die Champions League qualifizieren. Trotz der Chance auf Europa steht das Erreichen des internationale Geschäfts nicht über allem. „Natürlich werden wir am Samstag alles in die Waagschale werfen, um zu gewinnen. Wenn es am Ende nicht reicht, wissen wir trotzdem, dass wir eine hervorragende Rückrunde gespielt haben“, sagte Max Kruse auf der Pressekonferenz am Donnerstag. Dass die bevorstehende Aufgabe alles andere als leicht wird, weiß auch Alexander Nouri: „Dortmund hat alle Attribute, die eine Spitzenmannschaft ausmacht. Wir müssen eine Topleistung abliefern, um dort zu bestehen und mutig auftreten.“ 

Wen der SV Werder versuchen sollte bei Flanken in Szene zu setzen, welches Jubiläum die Werderaner feiern könnten und wieso die Saison der Grün-Weißen jetzt schon ein Erfolg ist, lesen Sie im Folgenden.

Wussten Sie schon, dass...

… der SV Werder bald einen neuen Tore-Rekord aufstellen kann? In nur zwei von 33 Spielen trafen die Grün-Weißen nicht. Das ist gemeinsam mit der TSG 1899 Hoffenheim Liga-Bestwert. Zudem hat der SV Werder in der Rückrunde bislang 37-Mal ins gegnerische Tor getroffen. Nur der FC Bayern toppt diesen Wert (45 Treffer). In Dortmund hat der SVW außerdem noch die Möglichkeit seinen 1.200 Auswärtstreffer zu erzielen. Gegen dieses Jubiläum hätte wohl kein Werder-Fan etwas einzuwenden …

Kehrt nach seiner Gelbsperre wieder zurück: Niklas Moisander (Foto: nordphoto).

… die Historie ein spannendes Spiel voraussagt? Nur gegen den FC Bayern München verloren die Borussen häufiger als gegen die Grün-Weißen. Von 97 Partien gewannen die Werderaner 40 Begegnungen. Hinzu kommt, dass der SV Werder dem BVB die erste Bundesliganiederlage überhaupt zufügte. Am 1. Spieltag der Saison 1963/1964 gewann der SV Werder mit 3:2. Spannung verspricht die Partie dennoch, denn Borussia Dortmund gewann nur gegen Eintracht Frankfurt häufiger (41mal) als gegen das Team von der Weser (40mal).

…die Grün-Weißen am kommenden Wochenende eine Negativserie beenden können? Von den elf vergangenen Partien gegen den BVB, gewannen die Schwarz-Gelben am Ende zehn Mal. Der letzte Sieg des SV Werder datiert vom 17. Spieltag der Saison 2014/2015. Damals gewannen die Werderaner mit 2:1.

… Gebre Selassie immer mehr zum Kopfballungeheuer mutiert? In der laufenden Saison erzielte der tschechische Nationalspieler vier seiner fünf Saisontore mit dem Kopf. Von seinen zwölf Bundesligatreffern netzte Gebre Selassie siebenmal mit dem Kopf ein. Nur Mario Gomez und Pierre-Emerick Aubameyang trafen häufiger mit dem Kopf (je sechsmal).

Beim SV Werder gibt es in dieser Spielzeit bereits 18 verschiedene Torschützen (Foto: nordphoto).

…beim SV Werder so ziemlich jeder Akteur einen Torriecher entwickelt hat? Insgesamt haben beim SVW 18 unterschiedliche Profis getroffen. Damit jagen die Grün-Weißen ihren eigenen Rekord. In der Saison 2007/2008 trafen 20 verschiedene Werderaner in einer Saison.

… die Werderaner eine solide Saison gespielt haben? Unter Cheftrainer Alexander Nouri holten Kruse, Junuzovic und Co. mehr Punkte als in den sechs Spielzeiten zuvor. Die Folge war die frühzeitige Sicherung des Klassenerhalts. Zudem ist Nouris Bilanz als Trainer der Grün-Weißen positiv. Bislang stehen 13 Siege, sechs Remis und elf Niederlagen zu Buche.

… das Spiel im Signal Iduna Park von allen, die nicht vor Ort sein werden, ab 15.15 Uhr im Live-Ticker auf WERDER.DE und auf dem Smartphone verfolgt werden kann? Ab 15.15 Uhr berichtet das Medien-Team der Grün-Weißen live aus dem Signal Iduna Park und versorgt die Werder-Fans mit allen wichtigen Infos.

Zusammengestellt von OPTA und WERDER.DE

 
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38

Roman

Bürki

29

Marcel

Schmelzer

28

Matthias

Ginter

25

Sokratis

Papastathopoulos

13

Raphael Adelino

Jose Guerreiro

37

Erik

Durm

8

Nuri

Sahin

23

Shinji

Kagawa

7

Ousmane

Dembélé

11

Marco

Reus

17

Pierre-Emerick

Aubameyang

42

Felix

Wiedwald

18

Niklas

Moisander

26

Lamine

Sané

13

Milos

Veljkovic

20

Ulisses

García

27

Florian

Grillitsch

16

Zlatko

Junuzovic

6

Thomas

Delaney

23

Theodor

Gebre Selassie

10

Max

Kruse

22

Fin

Bartels

Kader

1 Weidenfeller
5 Bartra
6 Bender
9 Mor
18 Rode
22 Pulisic
27 Castro

Kader

33 Drobny
7 Kainz
14 Pizarro
29 Gnabry
35 Eggestein
44 Bargfrede
#

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Pressekonferenz nach Dortmund

Werder schnuppert am ganz großen Coup

Dramatische 3:4-Niederlage kurz vor Schluss beim BVB

Am laufenden Band gab es mitreißende Duelle wie hier zwischen Theodor Gebre Selassie und Shinji Kagawa (Foto: Nordphoto).
Profis
Samstag, 20.05.2017 // 17:29 Uhr

von Maximilian Hendel

Auch wenn es am Ende nicht ganz dazu reichen sollte, die eigenen Europapokalträume am Leben zu halten, mit einem atemberaubenden Fußballfest am 34. Spieltag verabschiedete sich Werder Bremen in die Bundesliga-Sommerpause. Bei Champions-League-Teilnehmer und Pokalfinalist Borussia Dortmund unterlagen die Grün-Weißen nach dramatischen 90 Minuten auf den letzten Metern mit 3:4 (1:2) im mit 81.360 Zuschauern vollbesetzten Signal Iduna Park. Kapitän Zlatko Junuzovic hatte die Grün-Weißen zunächst früh in Führung gebracht (7.), ehe der Favorit das Zwischenergebnis zur Pause durch Marco Reus und Pierre-Emerick Aubameyang drehen konnte (32., 42.). Davon unbeeindruckt kamen die Bremer zurück auf den Rasen und schnupperten nach phantastisch vorgetragenen Treffern von Fin Bartels und Max Kruse (46., 68.) gar am ganz großen Coup. Aber weil erneut Reus (74.) sowie Aubameyang (89.) auch jeweils vom Strafstoßpunkt aus die Nerven behielten, blieben alle Punkte letztendlich doch in Dortmund.

Aufstellung und Formation: Die Rückkehr von Innenverteidiger Niklas Moisander nach abgesessener Gelbsperre in der Vorwoche veranlasste Cheftrainer Alexander Nouri dazu, in der Defensive wieder auf die gewohnte Dreierkette aus Veljkovic, Sané und eben Moisander umzustellen. Da für Robert Bauer aufgrund seiner 5. Gelben Karte gegen Hoffenheim die Saison vorzeitig beendet war, bekam Ulisses Garcia zum ersten Mal seit Anfang Februar wieder seine Startelfchance. Der Schweizer übernahm den linken Außenverteidigerposten, wofür Theodor Gebre Selassie nach rechts wechselte. Im zentraldefensiven Mittelfeld bekleidete Thomas Delaney im Vergleich zum vergangenen Heimspiel die Aufgabe von Maximilian Eggestein, Florian Grillitsch wiederum begann seine letzte Partie überhaupt für den SVW von Anfang an neben Kapitän Zlatko Junuzovic auf einer der beiden Halbpositionen im offensiven Mittelfeld. Daher lauerte auch Serge Gnabry zunächst auf der Bank. 

Reus und Aubameyang kontern Junuzovic' frühe Führung

Marco Reus kommt frei vor Felix Wiedwald zum Abschluss und gleicht für den BVB aus (Foto: Nordphoto).

Die Höhepunkte:

3. Min.: WIEDWALD! Gleich die erste Großtat des Bremer Schlussmanns! Dembélés Ecke wird von Sokratis per Kopf an den langen Pfosten verlängert, wo Aubameyang unbeachtet einläuft, den Ball festmacht, doch im Abschluss aus kürzester Distanz an Wiedwald scheitert.

7. Min.: TOOOOOOOOOOOOR, 1:0 für den SVW, Zlatko Junuzovic. Grillitsch steckt über halbrechts auf Bartels durch, der passt umgehend scharf in die Mitte, wo sich Ulisses Garcia einen heißen Zweikampf mit Durm liefert, den der Bremer dank großem Einsatz für sich entscheidet, wodurch Junuzovic im Nachsetzen am langen Pfosten abstauben kann – zwar pariert BVB-Keeper Bürki erstklassig, aber erst eindeutig hinter der Linie! Die Torlinientechnik kommt Schiri Perl zu Hilfe und der gibt das berechtigte Tor.

9. Min.: Glück für Werder! Durm bekommt ganz viel Zeit für eine bestens platzierte Flanke von der rechten Seite, doch Aubameyang setzt seinen ebenso freien Kopfball aus sechs Metern um Zentimeter rechts vorbei.

15. Min.: Guerreiro bringt mit einem Chipball die linke Außenbahn entlang Reus ins Spiel, der dank einer exzellenten Ballverarbeitung in den Strafraum gelangt, ehe er aus spitzem Winkel ans Lattenkreuz trifft.

32. Min.: TOR, 1:1-Ausgleich für den BVB, Marco Reus. Ein von Sahins perfektem Risikozuspiel durch die Zentrale initiierter Spielzug wird von Kagawa auf den eingelaufenen Reus durch die Gasse weiter durchgesteckt, der daraufhin Wiedwald im Eins-gegen-Eins-Duell bezwingen kann, weil Garcia das Abseits wohl aufgehoben hat.

33. Min.: Beinah die direkte Reaktion der Grün-Weißen! Garcia schickt Junuzovic in den Lauf, der aus zentraler Schussposition im Fallen seinen Meister in Bürki findet. Schade!

38. Min.: Um Zentimeter rutscht Aubameyang am langen Pfosten an der Dortmunder Führung vorbei, die ihm Kagawa nach zuvor tollem Zusammenspiel mit Reus und Dembélé über links aufgelegt hatte.

42. Min.: TOR, 2:1 für den BVB, Pierre-Emerick Aubameyang. Dembélés Chipball in den Strafraum verwertet Aubameyang neun Meter vor dem Tor auf höchstem technischem Niveau volley aus der Drehung unter die Latte. Wiedwald bleibt keine Chance.

45. + 1 Min.: Pausenpfiff in Dortmund. Durchatmen nach einer mitreißenden Halbzeit beider Kontrahenten.

SVW kommt zurück, aber Dortmund bleibt sicher vom Punkt

Dank der Tore von Fin Bartels und Max Kruse war Werder zwischenzeitlich ganz nah dran an der Sensation (Foto: Norpdhoto).

46. Min.: TOOOOOOOOOOOOR, 2:2 für den SVW, Fin Bartels. Was für ein Start in den zweiten Durchgang. Der zur Pause eingewechselte Gnabry legt nahe der Mittellinie auf Junuzovic, der direkt über links in den freien Raum schlägt, den Kruse bereits anvisiert hatte, sich daraufhin den schwierigen, hohen Ball seines Kapitäns wunderbar in den Lauf legt, allein bis zur Grundlinie durchstartet, dort noch einen Dortmunder Verteidiger aushebelt, um dann den mitgelaufenen Bartels zu bedienen, der sich diese Chance aus Nahdistanz nicht nehmen lässt: Toller Spielzug!

52. Min.: Puuuuuh, erneut schalten die Grün-Weißen blitzartig um, Gnabry umkurvt Sokratis leichtfüßig, legt rechts rüber zu Kruse in den Strafraum, der erst im allerletzten Moment von Bartra am Abschluss gehindert wird.

68. Min.: TOOOOOOOOOOOOOOR, 3:2 für den SVW, Max Kruse. Werder kontert die zu weit aufgerückten Dortmunder gnadenlos aus. Junuzovic schickt Kruse über halblinks in die Tiefe, Bürki kommt heraus, doch der Bremer schlenzt ihn gefühlvoll über den Keeper hinweg ins lange Eck.

70. Min.: Große Dortmunder Doppelchance binnen wenigen Augenblicken, aber zwei Mal pariert Wiedwald glänzend – erst gegen Pulisic’ Kopfball, dann gegen Bartras Fallrückzieher-Versuch.

74. Min.: TOR, 3:3-Ausgleich für den BVB, Marco Reus. Dortmunds Kapitän nutzt souverän einen Foulelfmeter, den er zuvor im Strafraumzweikampf mit Gnabry berechtigterweise zugesprochen bekam.

77. Min.: Der BVB will seinen neuerlichen Aufwind gleich weiter nutzen, aber diesmal scheitern Pulisic und Kagawa kurz nacheinander am wiederum bestens aufgelegten Felix Wiedwald.

85. Min.: Kagawa bedient Guerreiro über die linke Seite, der bringt mit einer scharfen, flachen Eingabe an den Fünfmeterraum erneut Reus ins Spiel, doch Sané verteidigt klasse und kann blocken.

88. Min.: ELFMETER! Die Borussia bekommt den nächsten Strafstoß zugesprochen. Pulisic fällt im Zweikampf mit Bargfrede, doch die Entscheidung ist durchaus diskussionwürdig.

89. Min.: TOR, 4:3 für den BVB, Pierre-Emerick Aubameyang. Der Gabuner schickt Wiedwald in die falsche Ecke und trifft aus seiner Perspektive links zur erneuten Führung der Gastgeber.

90. + 3 Min.: Schlusspfiff von Schiri Perl. Werder konnte nicht noch einmal reagieren, der BVB nimmt alle Punkte mit.


Fazit:
Unter höchstem Tempo und mit großer Kombinationslust trugen die Dortmunder von Beginn an überaus sehenswert ihren gefürchteten Offensivfußball vor. Eine Angriffswelle nach der anderen rollte dabei auf die Grün-Weißen zu. Vor allem in der ersten Halbzeit musste der Bremer Defensivverbund wiederholt knifflige Szenen im eigenen Strafraum klären beziehungsweise mitunter auch dank etwas Glück und Dortmunder Fahrlässigkeiten im Abschluss überstehen. Allerdings erhöhten die Gastgeber in der Viertelstunde vor der Pause noch einmal ihren Druck und drehten nach zwei tollen Spielzügen einstweilen die Partie. Die Werder-Elf jedoch dachte erst gar nicht daran, sich davon einschüchtern zu lassen. Mit neuem Mut und einer offensiveren Ausrichtung (Gnabry kam, Bartels rückte für Gebre Selassie nach rechts) schickte Alexander Nouri sein Team zurück aus der Kabine. Diese Umstellung ging perfekt auf. Gleich die erste von im Verlauf des zweiten Durchgangs noch weiteren gefährlichen Umschaltaktionen brachte die Bremer zurück ins Spiel – und als Kruse gut 20 Minuten darauf das Spiel erneut komplett auf den Kopf gestellt hatte, lag eine Sensation in der Luft. Werder agierte dank einer tollen Leistung hier mindestens auf Augenhöhe, wehrte sich mit aller Macht gegen wütende Dortmunder Angriffe, die aufgrund zweier Elfmeterpfiffe in der Schlussphase die Grün-Weißen aber doch noch um deren möglichen Lohn brachten.

 

Saisonvergleich 2016/17

#

Tabelle / 34. Spieltag

Pl. Team Sp. Diff. Pkt.
4 TSG 34 27 62
5 KOE 34 9 49
6 BSC 34 -4 49
7 SCF 34 -18 48
8 SVW 34 -3 45
9 BMG 34 -4 45
10 S04 34 5 43
11 SGE 34 -7 42
12 B04 34 -2 41

Begegnungen 34. Spieltag

KOE 1. FC Köln - M05 1. FSV Mainz 05 2:0 (1 : 0)
BVB Borussia Dortmund - SVW SV Werder Bremen 4:3 (2 : 1)
BMG Borussia Mönchengladbach - D98 SV Darmstadt 98 2:2 (0 : 0)
SGE Eintracht Frankfurt - RBL RB Leipzig 2:2 (0 : 1)
FCB FC Bayern München - SCF Sport-Club Freiburg 4:1 (1 : 0)
FCI FC Ingolstadt 04 - S04 FC Schalke 04 1:1 (1 : 1)
HSV Hamburger SV - WOB VfL Wolfsburg 2:1 (1 : 1)
BSC Hertha BSC - B04 Bayer 04 Leverkusen 2:6 (0 : 3)
TSG TSG 1899 Hoffenheim - FCA FC Augsburg 0:0 (0 : 0)