Kass springt Landesrekord

Philip Kass nutzte sein Heimspiel zu einem tollen Resultat © Jörg Großmann
Leichtathletik
Sonntag, 26.05.2019 / 13:59 Uhr

Frank Büter / Olaf Kelterborn

(Weser Kurier 26.05.2019) Es war exakt 18.21 Uhr, als in der Kurve auf Platz 11 am Weserstadion riesiger Jubel aufbrandete. Der Beifall galt Philip Kass, der noch während der Landephase die Arme reckte und danach einen freudigen Hüpfer auf der Matte vollzog.

Der Stabhochspringer des SV Werder Bremen hatte es im zweiten Versuch geschafft. Er hatte soeben erstmals 5,35 Meter übersprungen. Bestleistung! Neuer Landesrekord! Und: die Qualifikation für die deutsche Meisterschaft in der Hauptklasse. Rekordspringer Kass ließ für sich danach die Latte noch auf 5,40 Meter legen, gleichbedeutend mit der Norm für die U 23-Europameisterschaft in Schweden. Kass scheiterte zwar dreimal an dieser Höhe, dennoch gab es für den 20-Jährigen im Anschluss lang anhaltenden Applaus für eine tolle Wettkampfleistung. „Der gute Einstieg in der Woche zuvor ließ bereits etwas erahnen“, sagte Vater und Trainer Leszek Kass, der seinem Sohn als erster gratuliert hatte. Eben mit Blick auf die DM-Quali habe Philip extra die 5,35 Meter in Angriff genommen, und bei den drei Fehlversuchen über die 5,40 Meter habe man gesehen, „dass es noch höher gehen kann“. Dass Philip Kass diese Höhe nun nicht vor heimischem Publikum gemeistert hat, konnte er verschmerzen. „Dann pflücken wir die Früchte einzeln“, sagte Leszek Kass. Junior Philip, der bei diesem Springermeeting erstmals mit noch dazu etwas härteren Fünf-Meter-Stäben im Einsatz war, war „zu 100 Prozent zufrieden“. Für die Erfüllung der EM-Norm habe er noch ein paar Wochen Zeit, „vielleicht klappt es schon nächstes Wochenende in Ingolstadt“.

Nach übersprungenen 5,71m war die Freude groß bei Torben Blech © Holger Seibke

Philip Kass hatte mit seinem Rekordsprung für einen Höhepunkt beim „Jump Off“ gesorgt, es sollte aber nur 25 Minuten später noch ein weiterer folgen. In Abwesenheit des Deutschen Meister Bo Kanda Lita Baehre (muskuläre Probleme) setzte nämlich dessen Leverkusener Vereinskamerad Torben Blech zu einem echten Höhenflug an. Zunächst stellte er mit 5,60 Meter eine persönliche Bestleistung auf. Und dann knackte er im ersten Versuch 5,71 Meter und schaffte damit die A-Norm für die Weltmeisterschaft in Doha. Eine Höhe, die auf dieser Anlage noch nie zuvor
gesprungen wurde. Welch‘ ein Abschluss!

Keno Krieger qualifizierte sich für die Jugend-DM © Jörg Großmann

Aus Werder Sicht kamen noch drei weitere Highlight dazu: Zunächst sprang Wiebke Oelgardt im Weitsprung der U20 mit 5,91m eine neue persönliche Bestleistung, die gleichbedeutend mit der Qualifikation für die Deutschen Jugendmeisterschaften war. Dort wird sie nicht alleine an den Start gehen, denn auch Dreispringer Keno Krieger (U20) glänzte mit 13,91m sowie der DM-Norm. Im Stabhochsprung der männlichen Jugend machte Joshua Olabisi einen riesengroßen Bestleistungssprung. Er verbesserte sich um sage und schreibe 40 Zentimeter und überquerte eine Höhe von 4,40m. Auch er darf damit in diesem Jahr bei den nationalen Jugend-Titelkämpfen in Ulm (Ende Juli) dabei sein, ein toller Erfolg für das Springer-Trio. 

 
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