„Die Entwicklung stimmt mich positiv“

Rückblick auf das erste Jahr unter Trainer Robert Nijdam
Robert Nijdam hat seit einem Jahr das Kommando an der Seitenlinie des SV Werder Bremen (Foto: Hansepixx)
2. Handball-Bundesliga
Donnerstag, 17.12.2020 / 13:28 Uhr

von Denis Geger

Seit einem Jahr ist Robert Nijdam der Cheftrainer bei den Handballerinnen des SV Werder Bremen. Ein Jahr, das so anders war, als all die Jahre die Nijdam zuvor als Profisportler und Trainer erlebt hat. Bei seinen vorherigen Trainer-Stationen spielte er unter anderem mit Amicitia Zürich in der Champions League, betreute Burkina Faso beim Afrika-Cup, leitete die niederländische Jugendakademie und trainierte den 12-fachen deutschen Meister Bayer Leverkusen. Im Vergleich dazu ist Bremen dann doch eine Nummer kleiner, doch genau das machte für Nijdam auch den speziellen Reiz aus.

Am 16. Dezember 2019 nahm der Niederländer seine Arbeit in Bremen auf, erst rund zwei Wochen zuvor endete sein altes Arbeitspapier bei den Bundesliga-Handballerinnen von Bayer Leverkusen, einem der renommiertesten Vereine im Deutschen Frauenhandball. „Es ging alles sehr schnell und die Aufgabe hat mich gereizt. Ich sollte den Abstieg verhindern, das war das klare Ziel“, beschreibt Nijdam die Erwartungen, die von den Verantwortlichen des SV Werder Bremen an ihn herangetragen wurden. Der Einstieg kurz vor Weihnachten war sicherlich nicht ideal, denn mehr als ein kurzes Kennenlernen war vor dem ersten Spiel am 4. Januar 2020 in Zwickau nicht möglich. Die ersten Änderungen veranlasste Nijdam aber bereits vor dem Spiel, in dem er die Anzahl der Trainingseinheiten erhöhte und so gab es im zweiten Spiel unter seiner Regie den ersten Sieg: „Vor dem ersten Spiel hatten wir effektiv nur eine Woche um uns vorzubereiten, dafür haben wir dann in Zwickau in der ersten Halbzeit schon sehr gut agiert. In Freiburg haben wir dann kämpferisch überzeugt und haben auch die Verletzungen gut weggesteckt, es war ein ganz wichtiger Sieg.“

In der Folge konnte das Konzept des neuen Trainers weiter verinnerlicht werden, schlug sich aber zunächst nicht auf die Ergebnisse nieder. Erst im Heimspiel gegen Nürtingen am 8. Februar platzte der Knoten, vier Siege in fünf Spielen gab es von dort an. Werder rückte in der Tabelle nach vorne und war auf dem Weg zum Klassenerhalt. Doch dann folgte das, womit im Dezember noch keiner gerechnet hatte, der Saisonabbruch aufgrund der Corona-Pandemie. „Wir waren auf einem sehr guten Weg zum sportlichen Klassenerhalt und ich hätte diese Aufgabe natürlich auch sehr gerne beendet“, so Nijdam. Zu dem Zeitpunkt stand aber bereits fest, dass die Zusammenarbeit zwischen Nijdam und dem SV Werder Bremen auch in der folgenden Saison weitergehen würde, Nijdam und Werder hatten den Vertrag Anfang März bis zum Sommer 2022 verlängert. Wobei ihm auch andere Angebote vorlagen: „Ich hätte auch wieder in die 1. Liga gehen können, die Angebote waren da. Durch den Saisonabbruch hatte ich aber das Gefühl, dass die Aufgabe nicht beendet war und ich habe gesehen, dass man in Bremen etwas aufbauen kann und hier viel erreichen kann in den kommenden Jahren.“

Die Zeit von März bis Juli war dann die wahrscheinlich schwierigste in der Trainerkarriere von Nijdam: „Es war ein sehr abruptes Ende, es gab von März bis Mitte Juli kein gemeinsames Training mehr, keine Spiele. Wir haben dann über Zoom gemeinsam trainiert und haben auch die Videos von Werder Bremen genutzt, welche gemeinsam mit den Fußballern aufgezeichnet wurden. Jeder konnte dann noch individuell etwas trainieren, aber mehr war nicht möglich in der Zeit. Für mich persönlich war es auch eine schwierige Zeit, ich war ja gerade erst neu in der Stadt, ich kannte nur wenige Leute, kannte die Stadt noch nicht so gut, die meiste Zeit war ich also alleine in meiner Wohnung.“

Unter Nijdam wurde die Anzahl der Trainingseinheiten beim SV Werder erhöht (Foto: Hansepixx)

Auch die Vorbereitung auf die neue Saison lief nicht so ab wie gewöhnlich. Aufgrund der coronabedingten Einschränkungen wurden deutlich weniger Testspiele absolviert, zumeist auch ohne Zuschauer, dass machte es deutlich schwieriger für die neu formierte Mannschaft sich einzuspielen. Hinzu kam immer die Unsicherheit im Umgang mit der Pandemie: „Wir haben sofort reagiert, wenn eine Spielerin Anzeichen einer Erkältung hatte oder es Verdachtsfälle in der Schule oder im beruflichen Umfeld gab. So waren wir aber natürlich nur selten komplett beim Training.“ Umso mehr freut sich Nijdam rückblickend dann über das Trainingslager im niederländischen Zwartemeer: „Die Zeit war sehr gut, wir konnten intensiv arbeiten und sind als Mannschaft sehr gut zusammengewachsen.“

Den Saisonstart hatte sich der Werder-Trainer dann allerdings doch anders vorgestellt. Aus den ersten acht Saisonspielen holten die Bremerinnen lediglich einen Punkt, zumeist gingen die Spiele allerdings nur knapp verloren. Nijdam sprach immer wieder von fehlender Konstanz in seiner jungen Mannschaft, betonte aber auch immer wieder die individuellen Fortschritte die jede einzelne Spielerin Woche für Woche machen würde: „Wenn ich sehe, wie Nina Engel spielt, die als jüngste Spielerin unsere beste Torschützin ist, oder die Entwicklung von Lena Thomas, die mittlerweile in Abwehr und Angriff eine wichtige Stütze ist, dann stimmte mich das immer positiv. Wir hatten in jedem Spiel gute Ansätze, mussten aber auch immer wieder auf einzelne Ausfälle reagieren, wie zum Beispiel bei Merle Heidergott, die drei Wochen komplett raus war oder Rabea Neßlage die auch einige Spiele verpasst hat.“

In den letzten Wochen vor der EM-Pause lief es dann besser, zunächst holte Werder beim 27:27-Unentschieden in Zwickau einen Punkt, eine Woche später gab es dann im letzten Spiel des Jahres beim HC Rödertal endlich den ersten Saisonsieg. „Man darf nicht vergessen, dass wir eine sehr junge Mannschaft haben und Spielerinnen zu uns gekommen sind, die bisher zum größten Teil auch noch nicht in der 2. Liga gespielt haben oder gar in der 1. Liga. Ich wusste, dass die Mannschaft Zeit benötigt, vielleicht brauchte sie etwas mehr Zeit als ich es mir erhofft hatte, aber wir sind auf einem sehr guten Weg und daher bin ich zuversichtlich was die kommenden Spiele im neuen Jahr betrifft“, so Nijdam mit Blick auf den Januar, wo man am 9. Januar den HC Leipzig zu einem Heimspiel empfängt. Das Training läuft aktuell weiter. Bis zum 22. Dezember wird Nijdam noch mit der Mannschaft trainieren, danach wird es eine 10-tägige Pause geben, in der sich die Spielerinnen über die Feiertage individuell fit halten und dann beginnt die direkte Vorbereitung auf das Duell mit Leipzig: „Im Januar erwarten uns sehr wichtige Spiele, nach Leipzig geht es nach Freiburg und danach empfangen wir Wuppertal.“

Dass dann wieder Zuschauer bei den Spielen sein werden, ist aktuell eher unwahrscheinlich. Für Nijdam auch eine Situation, die er lieber heute als morgen wieder ändern würde, wenn das denn möglich wäre: „Ich bin natürlich froh, dass wir überhaupt weiterspielen und auch trainieren können unter den aktuellen Gegebenheiten. Ohne die Zuschauer ist es aber eine komische Situation, wir brauchen natürlich das Publikum und die Unterstützung, für diese ganze Atmosphäre ist man doch auch Leistungssportler. Ich habe es ja in der letzten Saison erlebt, wir haben in Bremen ein geiles Publikum. Unsere Halle ist nicht die größte, aber die Zuschauer sind nah dran am Spielfeld und unterstützen uns lautstark, ich hoffe das wir in der Saison nochmal vor Zuschauern spielen können.“

 

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