Wer liesst denn noch heutzutage?

Dieses Thema im Forum "Off Topic" wurde erstellt von Schmolle, 24. Juni 2008.

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  1. :tnx:

    Im Übrigen darf @rofrates' Tipp gern beherzigt werden: "Die Päpstin" liest sich sehr flüssig, sehr schlüssig und äußerst angenehm. Weit weg vom "fnsteren" Mittelalter und jedweden Verschwörungstheorien.

    Das ist (muss ich sagen, auch wenn mir die Thematik bisher geschmeidig am After vorbeirutschte) ein wirklich empfehlenswertes Buch!

    Eins für alle Tage zwar, doch ganz gewss nachhaltig... :applaus:
     
  2. Hurrikan

    Hurrikan Guest

    @Schmolle

    Vielleicht lässt sich der 'Narzissmus' poetisch am besten so wiedergeben:

    Ein Mensch, der sich sehr schlecht benahm,
    spürt zwar in tiefster Seele Scham.
    Jedoch, sofern er kein Gerechter,
    benimmt er fortan sich noch schlechter,
    weil du für seine falsche List
    ein wenn auch stummer Vorwurf bist.
    Dies ist der Grundsatz dem er huldigt:
    "Es klagt sich an, wer sich entschuldigt!"
    Auch ist ihm dieser Wahlspruch lieb:
    "Die beste Abwehr ist der Hieb!"
    Und, da er sich einmal beleidigt,
    bleibt ihm nur, dass er sich verteidigt,
    indem er, sich in dir betrachtend,
    in dir sein Spiegelbild verachtend,
    dasselbe zielbewußt verrucht
    endgültig zu zertrümmern sucht.

    Eugen Roth




    @werder-w
    Der Alchimist - ein wunderschönes orientalisches Märchen mit folgender Botschaft: Das Glück liegt auf der Straße - Du musst es nur finden. Ein Buch für alle, die ihr SELBST finden möchten.


    Die Päpstin - fantastisch!
    Konnte gar nicht aufhören zu lesen. Und es bleibt immer das Rätsel um derer wirklichen Existenz.




    Mein Tipp:
    Da ich manchmal der Menschen 'überdrüssig' bin und ab und zu die Stille in den Bergen suche - fand ich passend dazu


    DIE WAND von Marlen Haushofer
    Eine Protagonistin erwacht morgens in den Bergen und das Leben steht still ...
    Das einzige Pochen, was sie hört, ist das Pochen ihres Herzens.
    Zunächst ist die Story extrem spannend, später treten die psychischen Prozesse bei der Protagonistin in den Vordergrund, die völlig auf sich allein gestellt ist und um ihr Überleben kämpft. Die Autorin versteht es ausgezeichnet, die brutale Realität der Natur sprachlich darzustellen, indem sie die Protagonistin völlig "entmenschlicht" werden lässt.
    Haushofers Sprache wirkt nüchtern und distanziert - übtaber gerade deshalb einen Sog auf den Leser aus.
    Klaustrophobisch bis an die Schmerzgrenze! Interpretationen des NICHTS
     
  3. @hurrikan
    Einen ähnlichen Menschen wie das Roth`sche Gedicht beschreibt untersuchte die community damals im 2.0 Thread in der "Beatnik" Diskussion: Dean Moriarty.
    Ich glaube zwar nicht, daß ich schon auf einen Vertreter des unter dieser Krankheit leidenden gestoßen bin (aber auf Typen die wie Dean Moraiarty agieren) aber sicher bin ich mir da nicht. Allerdings: Mir stellen sich die Nackenhaare quer wenn ich derlei Typen begegne - und meist vermeide ich dann auch Kontakt zu den Menschen wo mir dies geschieht (Kommt selten, äußerst selten vor - aber bewahrheitet sich immer wieder, wenn ich so später hörte, was dies für Leute sind/waren. Das nenn ich so meine "männliche Intuition").
     
  4. Hurrikan

    Hurrikan Guest


    Leiser Fingerzeig an Deine 'männliche Intuition' Schmolle :knutsch:
    Du warst sicherlich schon mehr mit 'derlei Typen' in Kontakt, als Du vielleicht ahnst ....
     
  5. @hurrikan
    Das vermute ich sogar ganz stark - indes: Ich konnte mich bislang ganz gut aus der Affäre ziehen! :D
    Wie jeder/jede andere habe ich im persönlichen Bereich natürlich son paar Erfahrungen gemacht/machen müssen aber es war mit Sicherheit nichts so einschneidendes dabei, wie du es durchleben mußtest.

    Habe im Übrigen die Metallica Biographie gerade (schon vorgestern) durchgelesen und gehe nunmehr die weiteren Bände an.
     
  6. Kink

    Kink

    Ort:
    Am Meer
    Eines von den Büchern, die ich mittendrin weggelegt habe.
     
  7. Tatte

    Tatte

    Ort:
    OWL
    Also an humorvollen Büchern kann ich ganz klar Robert Rankin - Warten auf Oho empfehlen, hat ne spannende Handlung aber ist einfach nur "unsinnig" geschrieben. ich fands echt klasse und das buch ist komplett weiss und sticker liegen drinne mit denen man sich das cover selber zusammenbasteln kann :D würde gerne mehr von ihm lesen aber warten auf oho ist das einzige was es in deutscher sprache noch zu kaufen gibt... ansonsten finde ich alle bücher von christopher moore sehr interessant, also wie man auf solche geshcichten kommt ist und bleibt mir ein rätsel.

    weltliteratur... da hat mir bis jetzt nur jane austens stolz und vorurteile gefallen aber ich werde weiterschaun was es noch interessantes gibt

    und wer klasse bücher schreibt ist ralf isau, deutscher, ohne übersetzungsunglücke :D von ihm lese ich auch im moment den silbernen sinn, anfang ist gut und ich hoffe dass der dicke wälzer (knapp 800 seiten) auch weiterhin seine überraschungen mit sich bringt :D

    und die bücher von dan brown brauch ich ja nicht zu empfehlen :D
     
  8. Genau! Die "Bücher" von Dan Brown sind wirklich nicht zu empfehlen ... :cool:
     
  9. @Tatte

    Ralf Isau hat einige nette Werke geschrieben, aber manchmal hat er auch deutliche Schwächen in seinen Büchern. Zu seinen gelungenen Werken gehört für mich die Neschan-Trilogie, aber das Museum der gestohlenen Erinnerungen fand ich beispielsweise eher schwach.
    Ganz nett für zwischendurch finde ich hingegen auch die Romane von Kai Meyer, Frostfeuer beispielsweise oder den Merle-Zyklus.

    GWG Niedersachse
     
  10. Violante

    Violante

    Ort:
    OL
    Die hab ich auch gelesen, kann dir da zustimmen. :tnx:

    Ich möchte mich als nächstes mal mit "Effi Briest" beschäftigen. Wir haben für die Ferien eine Liste mit lesenswerten Büchern bekommen, so die Klassiker.
    Moment, ich kann die ja mal posten...
    • Austen, Jane: Emma, Stolz und Vorurteil, Überredung, Verstand und Gefühl
      Brecht, Bertold: Die Dreigroschenoper
      Bronte, Charlotte: Jane Eyre
      Döblin, Alfred: Berlin Alexanderplatz
      Dostojewski, Fjodor: Die Brüder Karamasow, Schuld und Sühne
      Dumas, Alexandre: Der Graf von Monte Christo
      Fontane, Theodor: Effi Briest
      Frisch, Max: Homo faber
      Goethe, Johann Wolfgang von: Die Leiden des jungen Werther, Faust (I u. II), Götz von Berlichingen
      Hesse, Hermann: Der Steppenwolf
      Hugo, Victor: Die Elenden
      Gogol, Nicolai: Die Toten Seelen
      Joyce, James: Ulysses
      Kafka, Franz: Brief an den Vater, Der Prozess, Die Verwandlung
      Lessing, Gotthold Ephraim: Emilia Galotti, Nathan der Weise
      Mann, Thomas: Buddenbrooks, Der Zauberberg
      Proust, Marcel: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit
      Saavedra, Miguel de Cervantes: Don Quijote
      Schlink, Bernhard: Der Vorleser
      Storm, Theodor: Der Schimmelreiter
      Tolstoi, Leo: Anna Karenina, Krieg und Frieden
      Wilde, Oscar: Das Bildnis des Dorian Gray
      Zweig, Stefan: Maria Stuart, Marie Antoinette

    Klar ist die Liste lange nicht vollständig, aber man schafft es wohl sowieso nicht, die alle zu lesen. ;) Kann jemand irgendwas dazu sagen? Vielleicht auch Schmolle selbst? Dazu, welche dieser Klassiker nun wirklich lesenswert sind. Liegt sicher im Auge des Betrachters, aber Tipps sind ja immer nicht schlecht. :) Ich habe im Übrigen schon "Stolz und Vorurteil", "Überredung", "Emilia Galotti", "Der Vorleser", "Der Schimmelreiter" und "Das Bildnis des Dorian Gray" gelesen. Die "Buddenbrooks" stehen auch schon im Regal und warten. Mal schauen.
     
  11. Der Schimmelreiter von Storm ist Mist!:18:
     
  12. Violante

    Violante

    Ort:
    OL
    War Pflichtlektüre in der... siebten, glaube ich...? Ich fand ihn auch nicht so toll. :rolleyes:
     
  13. Tatte

    Tatte

    Ort:
    OWL
    ich finde der vorleser ist auch mist... aber das hast du ja schon gelesen :D

    faust fand ich gut, dafür dass ich eigentlich überhaupt nicht gerne so bücher in diesem theaterstil lese... emilia galotti z.b. hab ich mit würgen und brechen zuende gelesen, genauso wie maria stuart, obwohl das noch erträglicher war als emilia, das ging garnicht... und das einzige buch in diesem stil was ich noch lesen werde wird der sommernachtstraum sein, aber ansonsten lass ich da die finger von weg
     
  14. Ich fand den "Schimmelreiter" ganz gut. Mir hat dieses sehr norddeutsche gefallen, und auch die Stimmung die geschaffen wurde fand ich packend.
    Ich habs allerdings auch nur zu meinem Vergnügen gelesen und nicht in der Schule mit interpretationen noch und nöcher.
     
  15. Violante

    Violante

    Ort:
    OL

    Hm. Ich hab den noch hier stehen, vielleicht lese ich ihn noch mal. Besonders viel ist es ja nicht. "Der Vorleser" war okay. Nicht überragend, aber okay.
     
  16. Tatte

    Tatte

    Ort:
    OWL
    ja ich glaube dieser lesezwang in der schule versaut so einiges. ich kann mich an kein schönes buch erinnern was ich in der schulzeit lesen musste... hätte ich die bücher freiwillig gelesen wäre das sicherlich entspannter zugegangen...
     
  17. Die einzige Schullektüre, die mir gefallen hat, war "Neger, Neger, Schornsteinfeger!" von H.J. Massaquoi. Sehr interessant zu lesen, vor allem weil Massaquoi beschreibt, wie seine anfängliche Bewunderung der Nazis als er ca. 8 Jahre alt war, zu wirklichem Hass umschlägt. Massaquoi selber beschreibt mit dem Buch seine Kindheit als schwarzer Deutscher in Nazideutschland.
     
  18. In der Schule hat mir am besten "Schöne neue Welt" von Aldous Huxley gefallen. Dicht gefolgt von 1984 von Orwell. Das war ein thematisch gutes Halbjahr und diese Bücher hab ich gerne gelesen und sie mir auch durch die anschließende zerpflückung im Unterricht nicht kaputt machen lassen.
    Ganz schlimm fand ich da allerdings dann "Kassandra" von Christa Wolff, das hat mir absolut nicht gefallen. Man muss sich sehr anstrengen um den Anfang überhaupt zu kapieren, und dann wars irgendwie langweilig.
     

  19. Austen, Jane: Stolz und Vorurteil - bin ich überhaupt nicht reingekommen, auch nach mehrfachen Versuchen

    Brecht, Bertold: Die Dreigroschenoper- Ist das immer noch Pflichtlektüre? Wir mussten es teilweise nachspielen. War nicht so prickelnd

    Dostojewski, Fjodor: Schuld und Sühne - Hab ich schon ne Zeit im Regal stehen, wäre auch froh über Meinungen

    Frisch, Max: Homo faber - Herrliches Buch. Interessante Geschichte, die sich gut lesen lässt.

    Kafka, Franz: Die Verwandlung - Mit diesem Buch kam ich vor 12 Jahren, als ich es lesen musste, überhaupt nicht klar. Steht bei mir aber inzwischen ganz oben auf der Einkaufsliste, durch interessante und gute Beiträge hier im Thread.

    Im alten Thread gab es schon des öfteren sehr interessante Diskussionen zum Thema Klassiker. Kennst du die schon? Lohnt sich auf jeden Fall zu lesen.

    In der Schule fand ich fast alle Bücher furchtbar. Wegen dem Zwang. Homo Faber und schöne neue Welt musste ich in der Schule lesen und fand die Bücher furchtbar. 10 Jahre später freiwillig nochmal gelesen und sie gehören jetzt zu meinen Lieblingsbüchern.
     
  20. WEGEN DES ZWANGES !!!

    Himmelherrgottnochmal... :wall: