Unsere Welt ist einfach nur krank

Dieses Thema im Forum "Off Topic" wurde erstellt von WorpswederTyp, 20. November 2009.

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  1. WOMLSascha

    WOMLSascha

    Ort:
    50km zum SVW
    Kartenverkäufe:
    +6
    Dann bist du also auch nichts besser als der Künstler?
     
  2. doch er handelt und verursacht nicht
     
  3. gelöscht

    gelöscht Guest

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    Das kannst Du beurteilen, wie Du willst.
    Vielleicht würde ich in einer hypothetischen Situation, in der ich die Möglichkeit hätte, diesen Menschen verhungern zu lassen auch umdenken und ihn stattdessen ins Gefängnis stecken. Vielleicht aber auch nicht. Kann ich so nicht sagen.
    Je nach Intention kann man mir sicherlich vorwerfen, moralisch verwerflich zu denken. Ich behaupte aber, dass bei jedem Anderen die gleiche Denke ab einer bestimmten Schwelle einsetzen würde. Nur dass die Höhe derselben bei jedem verschieden ist.
     
  4. :tnx:
     
  5. Naja, immerhin hat er hier eine Diskussion angestoßen, die es ohne diese Aktion nicht gegeben hätte. Es gibt wirklich wenig Argumente, die für diese Aktion sprechen, nur zeigt diese Diskussion hier gerade, dass sich jeder für den besseren Menschen hält, der nicht an dem bemittleidenswerten Tier vorbeigegangen wäre. Ich bin mir sicher, dass 99% derjenigen, die dem Tier wohl aus Unwissenheit oder Gleichgültigkeit nicht geholfen haben, ebenso argumentieren würde, hätten sie von einem solchen Vorfall in Bremen gehört.

    Dass tatsächlich niemand eingegriffen hat, halte ich weniger für Boshaftigkeit, sondern für das gleiche Phänomen, welches geschlagenen Kindern und Frauen in der Öffentlichkeit zuteil wird. Wir sind nun einmal so, dass wir in erst einmal den Weg des geringsten Widerstandes gehen und leider nur selten Zivilcourage zeigen - auch, wenn wir gerne anders wären. Aber zwischen dem eigenen Ich-Bild und der Realität, liegen zuweilen Welten. An Kleinigkeiten, wie z.B. dem Verhalten hier im Forum, der Anonymität, erkennt man den wahren Menschen. Dabei ist es gar nicht so schwer, etwas daran zu verändern. Man muss sich nur mal fragen, was man selbst von Anderen erwartet und dies mal vergleichen, ob es auch das ist, was man selber lebt.

    Die Quintessenz ist, dass gar nicht so schrecklich viel hinzu gehört, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Aber erst einmal muss man dazu bereit sein, sich selbst zu verändern. Das Problem ist nur, dass unser evolutionärer Bauplan leider auf Ellenbogen programmiert ist und wir gar nicht daran interessiert sind, die Welt zu verbessern - unser Programm läuft lediglich auf´s eigene Überleben hinaus. Als ob der Menschheit damit gedient wäre. ;)
     
  6. gelöscht

    gelöscht Guest

    Ort:
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    Klingt interessant. Was hältst Du von dieser Hypothese:
    Der Menschheit ist vom evolutionären Standpunkt her eigentlich schon damit gedient, weil wir uns eigentlich so stark gegenseitig hätten bekämpfen müssen, dass die derzeitige Überbevölkerung gar nicht eingetreten wäre. Und ohne diese Überpopulation ginge es dem Planeten mit Sicherheit besser als in der Realität. Oder, wenn man mal weiterdenkt, wenn die Menschen sich vor etwa 1000 Jahren selbst ausgerottet hätten, dann wäre die Erde noch immer das grüne Paradies, das wir alle gern hätten.
    Was also ist schiefgelaufen?
    Nagut, ist wohl etwas OT. Aber wenn wir schon mal über angestoßene Denkansätze sprechen ...;)
     
  7. ich finde die aktion des künstlers interessant. ich hasse hunde sowieso. und seinen aussagen kann ich auch voll zustimmen.
     

  8. Selbst im Zivilrecht werden Tiere nicht als "Sachen" gezählt. §90a BGB:

    "Tiere sind keine Sachen. Sie werden durch besondere Gesetze geschützt. Auf sie sind die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden, soweit nicht etwas anderes bestimmt ist."

    Entscheidend wäre aber, wenn die Aktion in Deutschland passiert wäre, das Strafrecht, und das wäre § 222 StGB:

    " § 222 Tierquälerei
    (1) Wer ein Tier
    1. roh misshandelt oder ihm unnötige Qualen zufügt,
    2. aussetzt, obwohl es in der Freiheit zu leben unfähig ist, oder
    3. mit dem Vorsatz, dass ein Tier Qualen erleide, auf ein anderes Tier hetzt, ist mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen zu bestrafen.

    (2) Ebenso ist zu bestrafen, wer, wenn auch nur fahrlässig, im Zusammenhang mit der Beförderung mehrerer Tiere diese dadurch, dass er Fütterung oder Tränke unterlässt, oder auf andere Weise längere Zeit hindurch einem qualvollen Zustand aussetzt.

    (3) Ebenso ist zu bestrafen, wer ein Wirbeltier mutwillig tötet."
















    Aber ganz unabhängig davon:

    Ich finde es auch abscheulich, was dieser "Künstler" getan hat. Aber: Sein Ziel hat er erreicht; es wird über seine Aktion gesprochen.

    Und ich findes es schon deutlich, was mehr Aufmerksamkeit findet, was dazu führt, dass hier ein neuer Thread eröffnet und heftig diskutiert wird.

    Dass in diesem Moment 923 Millionen Menschen hungern? Dass täglich über 20.000 dieser Menschen deswegen elendiglich sterben? Dass es 780 Millionen Analphabeten gibt? Dass über 200 Millionen Kinder unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten müssen, statt sich über Bildung zumindest eine Chance auf eine bessere Zukunft zu schaffen? All das, während eine kleine Mehrheit in unbeschreiblichem Protz und Überfluss lebt?



    Nein, all das findet weniger Aufmerksamkeit, als dass in Nicaragua ein Hund verhungert ist.

    Ja, unsere Welt ist einfach nur krank
     

  9. genau so sehe ich das auch.
     
  10. :wall: mein hund würde dich auch hassen aber du ziehst dann den kürzeren
     
  11. Treffen sich zwei Planeten im Weltall.
    Sagt die Venus zur Erde:"Mann, du siehst aber schlecht aus."
    Darauf die Erde:"Ich hab Homo Sapiens."
    Venus:"Ach - das geht vorbei !"
     
  12. gelöscht

    gelöscht Guest

    Ort:
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    All dessen war ich mir auch vorher bewusst. Ich habe es nur nicht hier reingeschrieben. Ich mach ja nicht einfach nen Fred auf um sämtliche Missstände dieser Welt da aufzuzählen. Trotzdem sind die mir nicht egal bzw. unbekannt.
    Insofern hat der misshandelte Hund eben nicht mehr von meiner AUfmerksamkeit als hungernde, kranke, durstige oder ungebildete Menschen, nur weil der hier mal explizit zur Sprache kam. Gegen die "großen" Probleme kann jeder Einzelne was machen, der dazu in der Lage ist. Gegen einen einzelnen Tierquäler leider nicht.
    Ich würde sofort 20 EUR dafür bezahlen, dass der Kerl zwei Monate ins Gefängnis geht. Genauso würde ich aber auch 20 EUR dafür bezahlen, dass ein armer Mensch irgendwo auf der Erde zwei Monate mit Nahrung, Wasser und Schulbildung versorgt wird.
     
  13. Dazu fällt mir der Spruch der WWF (oder war´s Greenpeace?) ein: Der Mensch braucht die Erde. Aber die Erde braucht den Menschen nicht.

    Die Erde wäre vielleicht ein gesünderer Planet, aber dennoch würden die Arten noch übereinander herfallen und sich gegenseitig versuchen, den Lebensraum streitig zu machen. Die Sache ist nun einmal die, dass wir allen anderen Arten hierin haushoch überlegen sind. Kein anderes Lebewesen ist so erfolgreich -wenn man von Erfolg sprechen mag- wie wir. Wir haben die übrige Fauna sogar so weit im Griff, dass wir darüber entscheiden, welche Tiergattung das Überleben verdient hat und hierzu auch die Chance erhält. Das Problem ist ein Sechseinhalbmilliardenfaches. Alle wollen überleben und jedem wird das Recht zugestanden, dies zu tun. Dass letztlich nicht genug Platz und Ressourcen vorhanden sind, liegt auf der Hand und damit ist das Problem, das wir haben, unser Erfolg, sich ggü. anderen Arten durchzusetzen. Aber auch das Problem ist letztlich zeitlich begrenzt, denn irgendwann subtrahieren wir uns schon noch selbst. Wenn nicht, werden es, sofern wir nicht einen neuen noch größeren Planeten zur Ausbeutung finden, die zur Neige gehenden Ressourcen sein, die dies tun oder aber Krankheiten und Naturkatastrophen, die wir ja gerade im Begriff sind, selbst zu inszinieren. Warum wohl bemüht man sich, die unkontrollierte Ausbreitung des Menschen, künstlich in erträgliche Bahnen zu lenken, indem man Geburtenkontrollen einführt? Die Erde ist leider nicht groß genug für alle und das Problem wird kommen. Aber auch dann gilt wieder das Gesetz des Stärkeren und insofern sind auch über 900 Mio. Hungernde, die das schwächste Glied der Kette darstellen, leider nach dem Gesetz der Logik, die Ersten "die Platz schaffen". Es werden ganz sicher nicht mehr weniger werden, die unter den mangelnden Ressourcen zu leiden haben.
     
  14. gelöscht

    gelöscht Guest

    Ort:
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    Richtig. Die Evolution hat dazu geführt, dass der Mensch den anderen Lebewesen bezüglich Intellekt, Geschicklichkeit usw. überlegen wurde, womit das Gleichgewicht, das ja vorher herrschte, außer Kraft gesetzt wurde. Wenn man diesen Gedanken zuende denkt, ist alles andere eine logische, und vor allem zwingend einsetzende Folge; Beherrschung der übrigen Fauna (Flora sowieso), "Eroberung", sprich Ausbreitung auf dem ganzen Planeten, Ausbeutung desselben, Überbeanspruchung, letztendlich der Zusammenbruch. Die Frage, ob nicht jede Evolution zwingend so verlaufen muss hat mich schon früher beschäftigt.
    Das einzige alternative Szenario, das ich mir denken kann läuft wieder auf den Höhlenmenschen hinaus. Damit wäre das Gleichgewicht wieder intakt. Aber muss sich aufgrund des allgegenwärtigen Überlebenswillens nicht auf jeden Fall eine Rasse über alle anderen erheben? Um die primitiven Instinkte, die zur Bekämpfung anderer Rassen führen zu besiegen, muss man ja wiederum einen gewissen Intellekt entwickeln, der aber dann wieder zur Überbevölkerung führen würde.
     
  15. Wenn es den Menschen nicht gäbe, zumindest nicht in der aktuellen Verfassung, würdden die Arten zwar übereinander herfallen und sich Lebensraum streitig machen. Aber insgesamt innherhalb eines Gleichgewichts, dass den Fortbestand der meisten Arten wahrscheinlich sichern würde. So wie es mit dem Menschen ja auch bis zu einem bestimmten Moment war.
    Aber ab dann war das Verfolgen der Interessen der Art Mensch, wie es zumindest interpretiert wurde halt gleichbedeutend mit dem Verschwinden anderer Arten und dem Gefährden der eigenen Art.
    Allerdings sehe ich darin kein naturgesetzliches Phänomen. Ich glaube ebenfals, dass gar nicht so schrecklich viel hinzu gehört, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Das Problem sehe ich eher darin, dass unsere Welt so organisiert ist, dass es zwar an verschiedenen Ecken und Enden so ist, dass anderen gehofen wird (Ernährungsprogramme, Naturschutzprogramme). Aber die sind vor allem notwendig, weil ansonsten alles dem egoistischen Interessen einzelner und der Annahme überlassen wird, dass das Beste dabei rauskommt, wenn jeder die eigenen Interessen im Blick hat. Das führt dazu, dass die Welt gespalten ist in Arm und Reich und in der Folge davon natürlich auch zu Überbevölkerung. Wer sagt, dass die Welt nicht groß genug für alle ist, dass das irre Bevölkerungswachstum nicht ein Krankheitssymptom ist und dass man nicht einen guten Schritt weiter wäre, wenn man ernsthaft daran arbeiten würde, die Spaltung der Welt in einen Teil , der für sich arbeiten lässt und davon profitiert, wie die Welt funktioniert und einen anderen Teil, der abgespalten, abgeschoben, maximal abgespeist und manchmal auch seinem Schicksal überlassen wird?
    Aber dazu müsste man naiv ausgedrückt, davon abgehen, sich als Einzelkämpfer zu sehen, dem alles andere als sein eigenes Überleben egal ist, müsste den Anderen als ebenso lebenswert und respektabel ansehen wie sich selbst und das Ganze neben der eigenen kleinen Welt in den Blick bekommen.

    MFG dkbs
     
  16. Das meinte ich auf der Vorseite, mit "evolutionärem Bauplan". Das ist einfach nicht drin und daher sind wir, im Gegensatz z.B. zu einem organisierten Ameisenstaat, auch nicht Willens, die Existenz des Kollektivs, über dem des Individuums zu stellen. Wir haben einfach keinen Sinn für das Ganze. Wir träumen zwar von edlen Charakterzügen, doch ist unser eigener Selbsterhaltungstrieb das sich immer wieder durchsetzende Merkmal. Warum auch so ein "Erfolgsmodell" ändern, wenn es sich bewährt hat? Der Erhalt des Individuums hat dazu geführt, dass wir uns zu dem entwickelt haben, was wir sind. Bricht irgendwann dieses Kartenhaus zusammen, hat es sich letztlich auch nicht bewährt und es wird etwas Neues folgen, mit primitiveren Lebensformen, aber überlebensfähigeren sozialen Strukturen. Auch das ist dann Evolution und wir sind dann die Dinosaurier.

    Das einzige Problem, welches ich dann sehe ist, dass es dann niemanden mehr geben wird, der sich darüber den Kopf zerbricht, was mal war und mal sein wird und niemand mehr die Schönheit der Natur bewundern wird. Ich denke, dass das einer der Vorzüge unserer Daseinsform ist - das wir Dinge an ihrer Schönheit bewerten können und sie uns mit ihrer Faszination in ihren Bann zieht.
     
  17. gelöscht

    gelöscht Guest

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    Ich zitiere hierbei immer wieder gerne Agent Smith aus Matrix, was ich bei nem anderen Thema auch schon getan habe:

    Da ist ne Menge Wahres dran.
     
  18. nein ich habe schusswaffen.