Sexualstraftäter werden in Polen zwangskastriert

Dieses Thema im Forum "Off Topic" wurde erstellt von Thilo, 23. Oktober 2009.

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  1. Werderlike

    Werderlike Guest

    Ich rede natürlich davon, während der Zeit im Gefängnis, psychisch betreut zu werden. Und wenn es wirklich Erfolge gibt, kann die Zeit auch verkürzt werden. Aber nicht auf lächerliche 6 Jahre oder so.

    Ich weiß nicht, ich denk mehr aus der Rolle des Opfers heraus. Wenn mein Kind vergewaltigt und evtl. noch getötet werden würde, ich würde keine Gnade für der Täter kennen. Auch wenn es absolut nicht rechtens ist, kann ich auch Eltern verstehen, die im Gerichtssaal den Täter versuchen, zu erschießen (gabs nicht mal sonen Fall?). Natürlich finde ich das nicht gut, aber wenn es jemand tut kann ich es nachvollziehen irgendwo.
     
  2. Werderlike

    Werderlike Guest

    Okay, meine Aussage zu der Geschichte mit den Polen nehm ich zurück. Habs mir irgendwie anders vorgestellt, hab die Nachricht auch nur halb mündlich überliefert bekommen. Trotzdem halte ich an meiner Aussage fest, dass man die Maximaljahre in der Haft durchaus verlängern könnte. Vielleicht denk ich auch zu emotional, wenn ich mich in die Opfer hineinversetzte.
     
  3. Ich habe einen Tipp für dich: Wandere in die Niederlande aus und wähle die PVV. Die vertritt deine Interessen ganz gut.


    *Polemik Ende*
     
  4. Werderlike

    Werderlike Guest

    Jo, dankeschön. Aber bin ich umziehen kann, gibts die Niederlande schon nicht mehr. Schade :rolleyes:
     
  5. OstkurvenHuhn

    OstkurvenHuhn

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    +12
    Ich bin auch weder Mutter noch Vater, aber ich kann es mittlerweile aufgrund meines Alters, meiner Lebenssituation und meiner allgemeinen Lebenserfahrung "nur in etwa" (bitte, liebe Mamas und Papas) nachvollziehen, was es heißt, ein Kind in irgendeiner Weise zu verlieren. Dass dort Aggressionen aufkommen, die dort aber leider zu Nix führen, ist mir schon klar.
    Und sich dann immer im Griff zu haben, ist auch schwer. Und wenn man dann noch die Psychologen mit "der schweren Kindheit" hört, ist es erst recht schwer.
    Was uns aber leider immer noch keiner produktiven Lösung näher gebracht hat!
     
  6. Werdiknight

    Werdiknight Guest

    Auch wenn dies nicht konkret etwas mit dem Thema zu tun hat, hierzu möchte ich doch kurz etwas sagen:

    Ich kann diese Sicht der Dinge sehr gut nachvollziehen... es sollte allerdings weniger um "keine Gnade für den Täter" als vielmehr um den Schutz der Gesellschaft vor solchen gefährlichen Menschen gehen.

    Das Recht eines Kapitalverbrechers auf Resozialisierung darf in meinen Augen niemals wichtiger sein als der Schutz der Allgemeinheit. Das ist aus meiner Sicht der Casus Cnactus.

    Selbst wenn das Risiko einer konkreten Person, bei frühzeitiger Haftentlassung, rückfällig zu werden, aus sozialer und psychiologischer Hinsicht klein erscheinen mag, kann es in meinen Augen nicht richtig sein, dieses Risiko einzugehen und es der Allgemeinheit aufzubürden.
     
  7. Als Threaderöffner sollte ich vielleicht jetzt auch mal was dazu sagen. Ich muss zugeben, ich bin bei dieser Thematik etwas hin- und hergerissen. Auf der einen Seite halte ich Sexualverbrechen, speziell an Kindern, neben Mord zu den schlimmsten Taten, zu denen der Mensch fähig ist und dass sie entsprechend heftig bestraft werden sollten. Die Todesstrafe lehne ich konsequent ab, sowas ist in meinen Augen eines zivilisierten Volkes nicht würdig (milde ausgedrückt). Außerdem kann man mit absolut keiner Strafe so eine verachtenswerte Tat rückgänig machen oder das dadurch zerstörte Opfer "reparieren." Also kann man den Täter nur solange aus dem öffentlichen Leben entfernen, bis er keine Gefahr mehr darstellt, entweder weil er erfolgreich therapiert ist oder weil er nicht mehr lebt.

    Ob man die destruktiven Triebe des Täters durch eine Zwangskastration abstellen kann halte ich für massiv zweifelhaft. Fakt ist, dass sowas gegen die Grundrechte verstößt. Denjenigen, die jetzt sagen: so jemand hat keine Grundrechte mehr verdient, denen sage ich: man muß ganz ganz streng zwischen "Strafe" und "Rache" unterscheiden! Strafe ist die logische Konsequenz aus einer unrechtlichen Tat. Rache ist ein Urinstinkt aus niedrigen Beweggründen, die eines zivilisierten Volkes ebenfalls nicht würdig ist. Und diese Grenze wird (auch in diesem Thread bereits mehrmals geschehen) sehr leicht, sehr einfach, sehr bedenkenlos und sehr schnell ignoriert.

    Ich kenne das polnische Rechtssystem nicht, also beziehe ich mal mehr auf das von Deutschland. Ich bin dafür, dass die Gefängnisstrafen für Sexualstraftäter drastisch verlängert werden und der Täter danach so lange eingesperrt bleibt, bis seine erfolgreiche Therapierung sichergestellt ist, auch wenn das bedeutet, dass er den Rest seines Lebens in Gefangenschaft verbringen sollte. Todesstrafe: auf keinen Fall!
     
  8. Urin stinkt






    :D:D:D
    /tut mir leid/
     
  9. Die Regelungen des StGB sind schon heute völlig ausreichend. Es herrscht teilweise die irrige Auffassung, dass man bei einer "lebenslangen" Strafe automatisch nach 15 Jahren wieder frei kommt. Dem ist nicht so.
     
  10. Okay, ich bin kein Jurist. Lasse mich da gerne belehren.
     
  11. gelöscht

    gelöscht Guest

    Ort:
    NULL
    Was viele Menschen nicht wissen ist, dass diese Leute krank sind, ihre Krankheit aber nicht sehen oder sehen wollen. Drogensüchtigen geht es ähnlich.

    Bei Krankheiten ist es ebenfalls so, dass man sich diese nicht aussucht. Kein Verständnis habe ich für die Menschen, die die Krankheit erkannt haben, sich aber nicht behandeln lassen.

    Wofür ich Verständnis habe sind die Menschen, die unmittelbar betroffen sind, wenn sie oder ihre Angehörigen Opfer von Vergewaltigern oder Kinderschändigern wurden. Dass diese Menschen nicht mehr rational denken können ist wohl für jeden nachzuvollziehen.

    Leute die pauschal sagen, dass man jeden Kinderschänder oder Vergewaltiger an die Wand stellen sollte, wollen gar nicht versuchen "die Lage der Täter zu sehen". Teilweise nachvollziehbar, trotzdem in meinen Augen nicht ganz verständlich.

    Darüber hatten wir gestern auf der Arbeit auch ne sehr angespannte Diskussion und ich stand mit meiner Meinung anfangs alleine da, aber selbst ein Familienvater konnte meine Sicht der Dinge nachvollziehen.

    Er brachte dazu vollgenden Vergleich: Wenn er einen Käfig voller Meerschweinchen hat, wovon eins die anderen immer beißt, dann werden die ganzen Meerschweinchen die gebissen werden einen Hass auf das beißende Meerschweinchen entwickeln. Er ist aber derjenige, der nicht in der Lage der gebissenen Meerschweinchen ist und kann daher rational entscheiden, dieses Meerschweinchen aus dem Käfig zu nehmen und seperat in eigenen Käfig zu stecken und auch weiterhin normal dieses Meerschweinchen pflegen, füttern etc. Die gebissenen Meerschweinchen würden es wohl verwahrlosen verhungern lassen.

    Als dann die Frage kam was der Vergleich soll und wie er reagieren würde wenn eines seiner Kinder Opfer eines Kinderschänders werden würde sagte er, dass er dann ein Meerschweinchen wäre.
     
  12. Das haben sie in Polen auch nicht vor.

    "Ein Vertreter des Justizministeriums argumentierte dagegen, der Sexualtrieb der Straftäter werde durch die "chemische Zwangskastration" nicht endgültig zerstört, sondern nur zeitweise gedämpft. Bei Gefahr für Leben oder Gesundheit des Patienten soll zudem von der Therapie abgesehen werden."

    [Zitat: Zeit online]

    Ich denke, das kann nur mit Zustimmung des Täters geschehen, und niemals ohne!! Ich habe schon des öfteren gelesen, dass manche Täter ganz genau wissen, dass sie ihren Trieb niemals steuern können, und deshalb eine solche chemische Unterdrückung sogar wünschen.

    Als Mutter dreier Kinder muss ich natürlich auch sagen, dass es das Bitterste im Leben sein muss, sein Kind durch eine solche Gewalttat zu verlieren - ich mags mir nicht mal vorstellen!!!

    Trotzdem halte ich einen fairer Prozess für unabdingbar und bin strikt gegen die Todesstrafe!

    Aber ich glaube nicht, dass es den Schmerz dieses Vaters einen Jota lindern würde, wenn er nach dem Prinzip "Auge um Auge" vorgehen würde. Ich denke, den Betroffenen hilft es am meisten, wenn sie dem Täter gegenübertreten, und von ihm selbst ein Schuldgeständnis bekommen. Nichts ist schlimmer, als ein Täter, der sich nicht schuldig und reuig bekennt.
     
  13. Schulz-27

    Schulz-27

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    Richtig so!!
    Schnipp, Schnapp Schniddel ab
     
  14. Yps-Gimmick

    Yps-Gimmick Wetten, dass? - Moderator

    Wolltest Du nicht die Linken wählen, damit die Bundeswehr aus Afghanistan abzieht, "damit die Leute dort in Frieden leben können"? Wie passt denn dieser Pazifismus mit Folter und Zwangssterilisation zusammen?
     
  15. Felissilvestris

    Felissilvestris

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    Passt schon.... Sage der niedere Instinkt des Menschen, die Rache, meldet sich schnell bei allen, wenn es um solche Fragen geht. Natürlich sagt man immer aus dem Bauch heraus, dass das alles vollkommen richtig ist... Zum Glück gibt es bei den allermeisten Menschen aber noch die Vernunft!
     
  16. WOMLSascha

    WOMLSascha

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    Und 100 Jahre SV für Pyro und deren Befürworter...:rolleyes::stirn:
     
  17. michus

    michus

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    Ich finde die Diskussion sehr interessant, und kann mich auch nur der Meinung anschließen, dass eine Resozialisierung des Täters sinnvoller ist als seine Verstümmelung (auch als die Verstümmelung auf Zeit). Die Resozialisierung sollte aber eben auch konsequent durchgezogen werden und der Triebtäter sollte erst wieder seine Freiheit erlangen bis zweifelsfrei klar ist, dass er keine Gefahr mehr darstellt. Das sollte auch im Sinne dieses Triebtäters sein, da dieser dann nicht mehr mit seinen inneren Trieben zu kämpfen hat. Ich rede also von negativer ("frei von etwas") Freiheit als Bedingung für positive ("frei etwas zu tun") Freiheit.

    Ich möchte euch allen an dieser Stelle auch noch den Film "Der freie Wille" (von Matthias Glasner, mit Jürgen Vogel und Sabine Timoteo) empfehlen. Er zeigt einen Vergewaltiger nachdem er seine Therapie beendet hat und in die Freiheit entlassen wird. Wirkt sehr authentisch und ist so ziemlich mein Lieblingsfilm.
     
  18. Und diese letzten Zweifel können meiner Meinung nach nicht immer ausgeräumt werden, auch wenn der behandelnde Psychologe/Therapeut grünes Licht für eine Entlassung gibt. Das ist leider schon zu oft passiert, dass als geheilt Entlassene sofort wieder rückfällig wurden. :wall: Mit fatalen Folgen.
    Eine Therapie verspricht eben leider erst erfolgreich zu verlaufen, wenn der zu Behandelnde das auch will und er an seiner Veränderung mitarbeitet. Und das ist ein schweres Stück Arbeit, auf das man sich auch einlassen muss.
     
  19. Felissilvestris

    Felissilvestris

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    Bremen
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    Das schlimme ist doch, dass die Leute im Strafvollzug nur unzureichend therapiert werden und die Angebote für Menschen, die merken, dass sie in der Hinsicht Probleme haben, gehen in Deutschland gen Null!
     
  20. Meiner Meinung nach kann man das eine ja wohl kaum mit dem anderen vergleichen. :rolleyes: