Politik und Fußball in Bremen

Dieses Thema im Forum "Allgemeines" wurde erstellt von Timbo, 5. Dezember 2010.

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  1. Es wird immer Möglichkeiten geben sowas in das Stadion zu bekommen und wenn man nicht bereit ist Kompromisse zu machen, dann wird man so schnell nichts daran ändern können. Der einzige Weg ist ein Diskurs ohne mit dem Finger auf den jeweils anderen zu zeigen. Wer dazu nicht bereit ist, der brauch sich auch nicht aufregen.
     
  2. Aber nur der Stimmung derer die zündeln. Alle anderen sind genervt.
     
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  3. Auch das würde ich nicht verallgemeinern. Ich kenne viele sie das nicht so schlecht finden und nie zündeln würden. Diese stehen auch nicht immer in dieser Masse. Es gibt sicher einige welche davon genervt sind (was ich auch nachvollziehen kann) aber das sind sicher nicht alle nicht zündelden. :D
     
  4. Aha. Und deren Stimmung steigt, wenn sie vor lauter Nebel nichts mehr sehen und der Verein Strafen zahlen darf? Sind die bereit, die Strafen für den Verein zu übernehmen? Lass mich die Antwort vorweg nehmen: Nein, sind sie natürlich nicht. Zahlen dürfen immer andere, so sehen das die Zündler. Dafür gibt es ein Wort: Asozial. Und das waren meine beiden Beiträge zu dem Thema.
     
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  5. Nein die Strafen sind auch überzogen finde ich und werden nicht groß zur Lösung beitragen. Was passieren könnte, dass die Strafen so hoch werden, dass die Sicherheitsmaßnahmen so hochgefahren werden, das wirklich weniger in das Stadion gelangen wird. Ich kann mir aber kaum vorstellen, das damit wirklich alles verhindert wird. Man könnte auch Stadionverbote verteilen für jeden der sowas macht oder es toleriert. Aber ob das wirklich die beste Lösung ist? Ich glaube hier muss ein ganz anderer Denkansatz kommen um mit dem Problem umzugehen.
     
  6. dieeeter

    dieeeter

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    Nein, das stimmt einfach nicht.
     
  7. Bremen

    Bremen Moderator

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    @syker1983

    Einserseits zutreffend analysiert, andererseits offenbart es auch Widersprüche. Denn wenn die hohen/hochnäsigen Herren von Verbänden und Vereinen die Ultras nicht ernst nehmen, dann wäre es doch ein leichtes, die entscheidenen Maßnahmen gegen zündelnde Ultras umzusetzen, oder? Im Durchziehen von zweifelhaften Entscheidungen, gerade wenn es um das Thema Geld geht, sind sie doch auch nicht gerade zimperlich.

    Ich sehe es wie Du, daß Pyro der Ausdruck einer Opposition gegenüber den Fußballmächtigen ist. Doch darauf baut die Frage auf, inwiefern die Pyromanen den Verein ernst nehmen, der ihnen scheinbar am Herzen liegt, aber gleichzeitig ihn mit ihrem Zündeln wiederholt massiv vorsätzlich schädigen? Werder durfte in den letzten 4 Jahren knapp 340.000 € an Strafen wegen dem Zündeln im Fan-Block zahlen, sieht so etwa Liebe zum Verein aus? Wohl kaum, den wenn man etwas ernsthaft mag oder liebt, egal ob ideell, materiel oder menschlich, schädigt man dieses nicht vorsätzlich.
    Es ist wohl eher eine krude Machtdemonstration aus den Reihen der Ultras auf dem Rücken des von ihnen angeblich geliebten Vereins, um den Oberen zu zeigen, daß sie ihre eigenen Regeln / Vorstellungen haben und diese über die geltenden Regeln stellen. Somit tanzen die Zündler den Vereins-/Verbandsoberen auf der Nase herum, weil sie wissen, daß diese unpouläre Maßnahmen scheuen. Und das ist die eigentlich Krux der Sache, denn so entsteht der Eindruck, daß die Vereins-/Verbandsoberen sich von "Ultras + Pyros oder keine Stimmung" erpressen lassen. Doch gute Stimmung braucht keine Pyros. Wer das nicht glaubt, sollte sich mal die letzten WM- und EM-Turniere mit der Beteiligung der Mannschaften von Irland, Island und Nordirland in Erinnerung rufen. Z.B. bei der Euro 2012, wo ca. 20.000 irischen Fans beim Stand von 0:4 gegen Spanien ihre Mannschaft mit "Fields of Athenry" dermaßen singend abfeierten, daß selbst Tom Bartels für ein paar Minuten den Mund hielt.

    Daß der Fußball vor den entscheidenden Massnahmen nicht nur bei Pyros zurückscheut, ist in der Tat kein werderspezifisches Problem. Jedoch wenn jeder beim ersten Schritt auf den anderen wartet, dann wird sich dahingehend auch nichts ändern. Und daß bei einem Spiel des Chemnitzer FC eine Schweigeminute für einen bekannten Neo-Nazi abgehalten werden konnte bzw. rechtsextreme Ultras die Fanszene von Energie Cottbus kontrollieren, ist auch eine Folge dieser Passivität von Verbands-/Vereinsoberen - und es ist gänzlich nicht auszuschließen, daß dies bei der bisherigen Passivität keine Einzelfälle bleiben, egal ob politisch motiviert oder nicht. Muß erst der Gesetzgeber eingreifen, daß es zu entscheidenden Maßnahmen kommt, so wie zB in England? Dort wurde das Hooligan-Problem nicht nur durch horrende Ticketpreisen und den Only-Seaters weitesgehend eingedämmt, denn u.a. herrscht in den Stadien ein striktes Alkoholverbot, schier unzählige Kameras filmen jeden Zuschauerplatz lückenlos, bei Top-Spielen sind bis zu 800, überwiegend vom Club bezahlte (!) Einsatzkräfte tätig, Stadionverbote fallen nicht unter das Hausrecht der Clubs, sondern werden strafrechtlich verhängt, so daß es zB auch möglich ist, daß schon an den Bahhöfen oder Zufahrtswegen randalierende Fans zu Stadionverboten verurteilt werden können.
     
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  8. Ich verstehe den Vergleich nicht. In erster Linie wurde dort eines Toten gedacht. Ich finde es bedenklich, wenn wir bei Toten jetzt schon eine
    Gesinnungsprüfung durchführen.
     
  9. Das Recht muss in einer funktionierenden Rechtsordnung niemals dem Unrecht weichen.
     
  10. Soll das ein Witz sein? Asthmatiker sollten deshalb gar nicht in die Fankurve?
    So eine Einstellung darf ja wohl nicht wahr sein!
     
  11. Zum wiederholten Mal genauestens analysiert …….. danke für deinen Langmut! :tnx::top:
     
  12. Nein, ist kein Witz. Es wird ja immer und immer wieder so argumentiert.
     
  13. Das Bundesverwaltungsgericht hat den Weg für eine Kostenbeteiligung der DFL an Hochrisikospielen frei gemacht. Die Mehrkosten für die Polizeikräfte dürfen grundsätzlich in Rechnung gestellt werden. DFL-Geschäftsführer Christian Seifert (49) bezieht im großen kicker-Interview (Print-Ausgabe am Montag) Stellung und übt harte Kritik an Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (67): "Es wird Zeit, dass Herr Mäurer den Werder-Fans die Wahrheit sagt."

    Noch wartet die DFL auf die schriftliche Begründung des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts vom 29. März. Noch dessen Prüfung wird entschieden, ob danach das Bundesverfassungsgericht angerufen wird.

    Herr Seifert, die Mehrheit der Bevölkerung ist für eine Beteiligung der Klubs an zusätzlichen Polizeikosten bei Risikospielen.

    Das Thema hat unterschiedliche Dimensionen. Die öffentliche Wahrnehmung, die juristische Beurteilung und die finanziellen Konsequenzen. Ich verstehe, dass Menschen angesichts der im Umlauf befindlichen Summen und auch unschöner Bilder speziell im Umfeld einiger Stadien bei Risikospielen eine Kostenbeteiligung befürworten. Das müssen wir auch annehmen. Die öffentliche Meinung kann aber nicht der Maßstab für die juristische Beurteilung sein. Mir sagen sehr gute Juristen, das Urteil ist mit Blick auf gewisse gesetzliche Grundlagen in diesem Land ein Dammbruch. Namhafte Juristen raten uns, vor das Bundesverfassungsgericht zu gehen. Die finanzielle Dimension ist im Kontext unseres Gesamtumsatzes in der Tat überschaubar. Was aber klar ist: Es wird niemals einen Solidarfonds geben.

    Dieser Vorschlag stammt von Bremens Innensenator Ulrich Mäurer.

    Er wusste von Anfang an, dass Werder Bremen Veranstalter dieses einzelnen Spiels ist, um das es geht. Die DFL hat gar nicht die Möglichkeiten, auf Sicherheitsvorkehrungen dieses Spiels Einfluss zu nehmen. Die DFL zieht aus diesem Spiel auch keinen Gewinn. Monatelang hat Herr Mäurer die DFL als gewissenloses Unternehmen, das Milliardengewinne scheffelt, dargestellt. Eine simple Recherche reicht aber, um zu wissen, dass die DFL zwar Milliarden bewegt, aber knapp 94 Prozent davon an die Klubs ausschüttet. Die DFL hat keine Milliardengewinne. Hingegen erzielt Werder Bremen für das Land Bremen über 300 Millionen Euro Wertschöpfung. Und erst recht bedenklich wird es, wenn man weiß, dass die Freie Hansestadt Bremen an der Stadiongesellschaft beteiligt ist, Herr Mäurer sogar im Aufsichtsrat sitzt und es tatsächlich Bremen ist, das indirekt in der Stadiongesellschaft Gewinne realisiert aus diesem Spiel. Dann zu behaupten, die Gewinne lägen nur bei der DFL, das Land wolle Werder nichts Böses, das ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten.

    Was erwarten Sie von Herrn Mäurer?

    Herr Mäurer hat mit diesem Urteil Werder Bremen einen Standortnachteil verschafft - dazu soll er stehen. Mit welchem Recht soll die DFL Vereine wie Sandhausen, Freiburg, Heidenheim oder Hoffenheim an einem Polizeieinsatz in einem anderen Bundesland beteiligen? Es wird Zeit, dass Herr Mäurer den Fans des SV Werder die Wahrheit sagt.

    Quelle: Kicker
     
  14. Er lügt schlichtweg dreist. Das Bundesverwaltungsgericht hat in seinem Urteil klar geäußert, dass die DFL Mitveranstalter ist.
     
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  15. Zugegeben es war etwas flapsig dahergesagt. Allerdings gibt es schon auch Alternativen um nicht zugenebelt zu werden.
     
  16. Na da bin ich ja mal gespannt, diese zu hören.
     
  17. Nicht zu zündeln....
    ;):D
     
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  18. Atemschutzmaske
     
  19. Lübecker

    Lübecker

    Ort:
    53° 52´01´´N 10°40´08´´E
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    plus feuerfeste Kleidung. Bombengeschäft für die Hersteller
     
  20. Nun hat DFL-Seifert im Interview zurückgeschlagen. Betroffen ist alleine Werder und es wird keinen Fonds geben. Er will sogar das Bundesverfassungsgericht anrufen laut Kicker-Interview. Das bleibt ihm unbenommen.
    Am Ende des Tages hat das BVG schon ein weitreichendes Urteil gefällt, das nicht nur den Fußball betreffen kann und wohl auch wird. Zuallerst wird der SVW zahlen müssen. Das ist damit klar. Damit liegt der Ball wieder im Strafraum des SVW. HHG läuft in der DFL gegen eine Wand.
    Nun muss der Kostenbescheid vom OVG Bremen auf seine Höhe überprüft werden.