Financial Fair Play / 50+1 Regel

Dieses Thema im Forum "Vereinsfußball" wurde erstellt von [Sportfreund], 24. Juni 2009.

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Wie steht ihr zum finanziellem Fair Play der Vereine ?

  1. Wäre definitiv Sinnvoll. Ich halte es für notwendig!

    69 Stimme(n)
    79,3%
  2. Chancengleichheit ? Ging doch bisher auch ohne, ich bin dagegen.

    10 Stimme(n)
    11,5%
  3. Ist mir egal was die UEFA da plant.

    8 Stimme(n)
    9,2%
  1. Na klar. Es ist nur die Frage, was beispielsweise mit dem VfB Stuttgart passiert, wenn Mercedes die zu 100% übernehmen wollen? Mercedes ist dort schon sicher in der einen oder anderen Form 20 Jahre aktiv. Dann hätten wir den nächsten Werksclub. Und die DFL und der DFB wären hocherfreut. Alles andere würde mich wundern.
     
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  2. Bremen

    Bremen Moderator

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    Jetzt doch? :denk: Vor nicht einmal zwei Jahren hat AR-Chef MB noch - wiederholt (!) - für eine Abschaffung der 50+1 plädiert. Warum dieser Zick-Zack-Kurs?
     
  3. Lübecker

    Lübecker

    Ort:
    53° 52´01´´N 10°40´08´´E
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    Vielleicht macht Werder die Ausführung pro oder contra abhängig von einem evtl. Investor? So lange nicht ein strategischer Investor bereit ist < 50% Anteile zu erwerben, ohne in die sportlichen Belange hineinquatschen zu wollen, behält man die bestehende Regelung eben bei, daher auch die Enthaltung.
     
  4. Bremen

    Bremen Moderator

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    Daß Werders Pro bzw. Contra zu 50+1 von einem etwaigen Investor abhängig ist, ist eher unwahrscheinlich, weil sonst hätte MB vor ca. 2 Jahren nicht wiederholt die Abschaffung der 50+1 gefordert. Denn die Möglichkeit einen Investor ins Boot zu holen, ist je nicht erst in den letzten 2, sondern bereits vor fast 19 Jahren entstanden. Seinerzeit hat Werder mit der Ausgliederung der Abteilung Profilfußball in eine GmbH & Co, KGaA nicht nur den gemeinnützigen Verein vor den immer größer werdenden Risiken des Fußball-Geschäfts schützen wollen, sondern damit auch die Möglichkeit geschaffen, mit dem Verkauf von Kommanditisten-Anteile in Form vom Aktien an einen oder ggf. mehrere Investoren neue Geldquellen zu akquirieren. An diesem Grundsatz hat sich seit 1999 nichts geändert, so daß die plötzlich geänderte Ansicht zum Thema 50+1 Regel damit nicht zu erklären ist.
     
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  5. Lübecker

    Lübecker

    Ort:
    53° 52´01´´N 10°40´08´´E
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    Ja, alles richtig, aber vor 19 Jahren war die (Finanz)-Welt noch ein wenig friedlicher. Heute würde ich mir als Verein gründlich überlegen, ob die Belange der Profiabteilung komplett in fremde Hände gelegt wird. Vor dem Hintergrund der Auswüchse (England, Hamburg) ist es aber für mich auch kein Widerspruch, auf der einen Seite FÜR eine Abschaffung 50+1 zu sein, auf der anderen Seite sich aber der Abstimmung zu enthalten.
    Wir wissen nicht, was bei Werder im Hintergrund läuft bzw. gelaufen ist, wir wissen auch nicht, ob und was ggf. für die Zukunft geplant ist.
    Werder hält sich so alle MÖGLICHKEITEN einer Beteiligung offen.
     
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  6. Bremen

    Bremen Moderator

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    Korrekt, 1999 war die (Finanz)-Welt noch ein wenig friedlicher. Aber die Entscheidung zur Ausgliederung war auch nicht direkt dem seinerzeitigen Status Quo der (Finanz)-Welt geschuldet, sondern eine Maßnahme, um auch in der Zukunft wettbewerbsfähiger zu sein. Denn daß die finanzielle Schraube im 21. Jahrhundert sich noch weiter nach oben drehen wird, war aufgrund der bis dahingehenden Entwicklung in den 1990er Jahren abzusehen, wenn auch vielleicht nicht in diesem Ausmaß, wie wir ihn tatsächlich erleben.

    Damals war auch nie die Rede davon, sich komplett einem Investor "auszuliefern", weder bei Werder, noch im deutschen Fußball im Allgemeinen. Der Sinn 50+1 war ja der, daß die Profi-"Clubs" = Kapitalgesellschaften unabhängig bleiben, um u.a. nicht zu Spekulationsobjekten von Finanzjongleuren zu vorkommen oder wie im US-Sport ein Franchise relativ problemlos von einer Stadt in die andere verlegt werden kann. Die Zeiten haben sich aber - leider - nun einmal geändert, weil DFB/DFL aus Gier nach dem großen Geld mit den ganzen Ausnahmeregelungen ihre eigene 50+1 derart verwässert haben, daß daraus eine Zwei-Klassen-Gesellschaft entstanden ist, bei denen Clubs, die nicht unter die vielen Ausnahmeregelungen fallen, de facto zum Wettbewerbsnachteil gezwungen werden. Bei einer Aufhebung der 50+1 haben diese Club die Entscheidung dagegen selbst in der Hand, ob sie sich diesem Wettbewerbsnachteil unterwerfen, oder sich mit dem Votum für die Abschaffung der 50+1 die MÖGLICHKEIT für eine bessere wirtschaftliche Wettbewerbsfähig offen halten. Und wenn man deswegen öffentlich wiederholt für die Abschaffung der 50+1 plädiert, dann sollte man auch so viel A... in der Hose haben, auch entsprechend abzustimmen und sich nicht zu enthalten - vielleicht sogar in der Hoffnung, daß auch so genug Stimmen für eine Mehrheit für die eigenen Ziele zusammenkommen, was dann Feigheit vor der Verantwortung wäre.

    Noch ein paar Worte zu den Auswüchsen in England: auch wenn es dort es viele Fans gibt, die sich deswegen vom Profifußball abwenden, so ist der Aufschrei beim Thema Investoren trotz der exzessiveren Ausmaße dort längst nicht so hoch wie hierzulande, was historisch begründet ist. Denn die englischen Clubs sind anders als die deutschen Vereine (weil der Civil Code des Vereinten Königreichs den im BGB verankerten Sonderstatus für eingetragene Vereine nicht kennt) schon seit der Gründung Kapitalgesellschaften, deren Anteile früher oder später schon mehrheitlich in die Händen von Investoren(gruppen) oder Unternehmen übergingen - so kaufte z.B. 1901 ein Brauerei-Besitzer den vor der Pleite stehenden Newton Heath Lancester & Yorkshire Railway Football Club und benannte diesen in Manchester United F.C. um - bevor mit der Umwandlung von der First Divison in die Premier League der große Übernahme-Hype begann. Ein weiterer Punkt dabei ist, die vergleichsweise mangelnde Akzeptanz der deutschen Fußball-Fans für Pay-TV,. Denn obwohl das Bezahl-Fernsehen hierzulande schon seit einem Vierteljahundert existiert und die Einwohnerzahl in Deutschland etwa 50% höher als die in England ist, sind die Abonenntenzahlen im Mutterland des Fußball höher.
     
  7. Klatti5

    Klatti5 Guest

  8. t
    Einmal kurz darüber nachgedacht, ob man nun überrascht ist? Mitnichten. Wir haben eine völlig aberwitzige Situation. Das hat vor allem Auswirkungen auf die Bayern, die ein anderes Ergebnis in Europa erhofft haben. In der Liga halten wir an einer 50+1 fest, höhlen die seit Jahren aus und feiern uns selbst für Rettigs Vorstoß.
    Mit RBL und ihrem reinen Product Placement haben wir letzte Hemmungen in D gegenüber dieser Regel über Bord geworfen. Ein Chr. Seifert von der DFL fordert unverhohlen ein Umdenken in dieser Causa, was aus Sicht der DFL nachvollziehbar ist. Besonders bemerkenswert finde ich aber die Rolle des DFB zu diesem Thema, der als weltgrößter Sportverband den Breiten- und Amateursport vertritt oder zumindest sollte.
    Unlängst war Grindel bei Wontorra und wurde auf dieses Thema angesprochen. Er wand sich wie ein Aal in den Antworten beschreibt es nur ungefähr. Wie kann es sein, dass der größte Amateursportverband in dieser Causa, die die Vereinsstruktur und die Ehrenamtlichkeit schützen sollte, demgegenüber eine glasklare Meinung versucht zu vermeiden? Aber sich über Steuernachforderungen aufregen, weil sie ja mit ihrer Nat11 Ach-So gemeinnützig sind.
    Ich kann nur hoffen, dass in Leipzig mit diesem Urteil letzte Bedenken gegenüber dem FFP fallen werden und sie jedes Jahr 100 bis 150 Mio€ in ihren Kader pumpen werden. Mal sehen, wie das den Herren in DO und auf Schalke gefallen wird? Die Leipziger bewegen sich in ganz anderen Segmenten, so dass die Auswirkungen für Werder sicherlich spürbar mit Wegkauf von Spielern sein kann, aber eher die oberen Tabellenmannschaften betreffen wird.
    An der Vormachtstellung der Bayern wird sich nichts ändern, aber die anderen Clubs wie Lev, S04 und BVB würden sich gewaltig umschauen.
    Mal sehen, wie dann der nächste Vorschlag von Rettig in den Gremien angenommen werden wird?
    Wohlgemerkt bin ich ein Gegner von Investoren. Aber so wie es jetzt läuft, macht es keinen Sinn!
     
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  9. Benni4all

    Benni4all Guest

    Wo is eigentlich das Problem wenns dafür eine Freigabe vom DFB geben würde , es muß ja kein Verein auf diese Schiene springen , und welcher Chinese oder Scheich interressiert sich für ein Bundesligaverein der im Niemandsland der Tabelle steht ? Die Vereine haben doch immer die Macht / sprich Satzungen . Daher wird kein deutscher Verein seine Seele verkaufen . RB L ist zwar ein deutscher Verein , aber hat eindeutig eine Össi -DNA . Kein Mensch reg sich über die Golfis oder die Pillen auf . Und was da in Hanoi abgeht , versteht eigentlich kein Mensch , die Ultras ( im Schnitt mitte Zwanzig ) sollten mal überlegen wo der Verein ohne Kind stehen würde , höchstwarscheinlich noch immer in Liga 3 oder gar tiefer .