Wille statt Glück

Der Vorbericht zum Düsseldorf-Spiel

Am Freitag trifft der SVW das erste Mal nach sechs Jahren wieder auf Fortuna Düsseldorf (Foto: nordphoto).
Profis
Donnerstag, 06.12.2018 // 17:46 Uhr

Zusammengestellt von WERDER.DE und Opta

Wille statt Glück, Einsatz statt Vorsicht, Sieg statt Niederlage! Die Aufgabe für die Partie gegen Fortuna Düsseldorf am Freitagabend um 20.30 Uhr (ab 20.15 Uhr im betway Live-Ticker auf WERDER.DE) ist klar: Werder will gewinnen und den Anschluss an die europäischen Plätze halten. Mit Fortuna Düsseldorf kommt trotz Tabellenplatz 18 ein unangenehmer Gegner ins Weser-Stadion. Warum das Duell mit der Fortuna keine leichte Aufgabe für die Mannschaft von Florian Kohfeldt wird, erfahrt ihr im Vorbericht zum Düsseldorf-Spiel.

Die letzten Duelle: Die letzte Begegnung von Werder und Düsseldorf im Weser-Stadion liegt mittlerweile gut sechs Jahre zurück. Am zwölften Spieltag der Saison 2012/2013 gelang dem SVW ein 2:1-Heimsieg. Jens Langeneke brachte die Fortuna durch einen Elfmeter früh in Führung. Erst in der zweiten Halbzeit fand Werder ins Spiel und glich durch Nils Petersen aus. In der Schlussphase drängten die Grün-Weißen auf den Sieg und wurden durch den Treffer von Kevin De Bruyne in der 82. Minute belohnt (zum Spielbericht). Im Rückspiel konnte Werder gleich zwei Rückstände aufholen. Stefan Reisinger lupfte die Fortuna in der zweiten Spielminute in Führung. Die Antwort folgte in der 16. Minute durch Zlatko Junuzovic. Nach einer tollen Vorlage von Kevin De Bruyne, traf der Mittelfeldspieler zum Ausgleich. Die zweite Halbzeit folgte dem gleichen Muster. Reisinger brachte Düsseldorf kurz nach Wiederanpfiff in Führung. Der SVW gab aber nicht auf und konnte in der 71. Minute durch ein Eigentor von Martin Latka das 2:2 erzwingen. Das Eigentor, eingeleitet durch Marko Arnautovic, markierte gleichzeitig das Endergebnis bei der Fortuna (zum Spielbericht).

Muss gegen Düsseldorf seine Abwehr umbauen: Florian Kohfeldt (Foto: nordphoto).

Das Personal: Die unter der Woche erkrankten Ludwig Augustinsson, Yuya Osako und Claudio Pizarro konnten am Donnerstag wieder trainieren. Ob es für einen Einsatz reicht, wird sich erst am Freitag entscheiden (siehe Extrameldung). Florian Kohfeldt muss auf Niklas Moisander (Gelb-Rot-Sperre) und Milos Veljkovic (Muskelfaserriss) verzichten. Der Werder-Coach ist daher gezwungen einige Veränderungen in der Abwehr vorzunehmen und kann sich hierbei verschiedene Konstellationen vorstellen. Dazu wird erstmals Josh Sargent im Kader für das Flutlichtspiel im Weser-Stadion stehen (zur Extrameldung).

Der Cheftrainer zum Spiel: Florian Kohfeldt erwartet am Freitagabend im Weser-Stadion eine Düsseldorfer Mannschaft, die vor allem auf das Konterspiel bedacht ist. Des Weiteren sei auffällig, dassDüsseldorf zwei sehr hoch stehende Außenverteidiger hat. Für uns heißt das, dass wir entscheiden müssen, wann wir offensiv verteidigen wollen und wann wir die Staffelung halten müssen“, so Kohfeldt. Außerdem sei die Defensive der Fortuna grundsätzlich gut eingestellt, da „sie immer wieder gut auf den Gegner reagiert.“ Beim SVW werden aller Voraussicht nach Sebastian Langkamp und Marco Friedl die Ausfälle in der Stamm-Innenverteidigung kompensieren. „Das ist ein Bereich, in dem ein Trainer ungerne wechselt. Ich betone aber, dass wir mit Marco und Basti zwei schnelle Innenverteidiger haben, was bei einem Gegner mit Konterspielern kein Nachteil ist“, erklärt Kohfeldt. Vor allem gelte aber, am Freitagabend sehr aktiv im eigenen Spiel zu sein. Und das, „von der ersten Minute an.“

Der SVW konnte bereits 13 Siege im Weser-Stadion gegen Düsseldorf einfahren (Foto: nordphoto).

Die Statistik: Die Bilanz aus 44 Bundesliga-Spielen spricht für den SVW. 19 Siege konnten die Grün-Weißen bereits gegen die Fortuna holen. Davon gewann Werder 13 auf heimischen Rasen. Hinzu kommt, dass nur eines der letzten zehn Spiele verloren ging. In den Begegnungen zwischen beiden Traditionsvereinen fallen im Durchschnitt 3,36 Tore. Und: Bundesliga-Urgestein Friedhelm Funkel kassierte im Fußball-Oberhaus nur gegen Bayern und Schalke mehr Pleiten als gegen Werder (16 Niederlagen).

Der Gegner: Fortuna Düsseldorf kommt als Kellerkind ins Weser-Stadion. Mit neun Punkten stehen die „Fortunen“ auf dem letzten Tabellenrang. Vor allem in der Defensive zeigten sich die Düsseldorfer in dieser Saison anfällig. Mit 29 Gegentoren stellt die Mannschaft von Funkel die zweitschwächste Defensive. Vor allem in der zweiten Halbzeit klingelte es oft im Kasten der Fortuna. Dennoch, mit dem 4:1 gegen Hertha und dem 3:3 in München hat Düsseldorf in jüngerer Vergangenheit zwei Ausrufezeichen gesetzt. Und in der Offensive zeigten sich die Rheinländer gefährlich. In den letzten neun aufeinanderfolgenden Partien hat Düsseldorf immer getroffen. Mit Dodi Lukebakio haben die Düsseldorfer außerdem einen brandgefährlichen Stürmer in ihren Reihen, der die Werder-Defensive vor Probleme stellen kann.

Der Schiedsrichter: Marco Fritz wird die Partie im Weser-Stadion leiten. Der 41-jährige aus Korb wird an den Seitenlinien von Dominik Schaal und Florian Heft unterstützt. Guido Kleve agiert als 4. Offizieller, Video-Assistenten sind Harm Osmers und Robert Kempter.

Das ganze Paket: Für alle Grün-Weißen auf Ballhöhe! Ab 20.15 Uhr berichtet WERDER.DE mit dem betway Live-Ticker aus dem Weser-Stadion! Das Spiel der Grün-Weißen wird um 20.30 Uhr live im Eurosport Player übertragen. Zudem können alle WERDER.TV-Abonnenten die Partie unmittelbar nach Spielende re-live sowie ebenfalls kurz nach Abpfiff die Highlights der Begegnung auf WERDER.TV sehen!

 
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1

Jirí

Pavlenka

5

Ludwig

Augustinsson

15

Sebastian

Langkamp

32

Marco

Friedl

23

Theodor

Gebre Selassie

6

Kevin

Möhwald

30

Davy

Klaassen

35

Maximilian

Eggestein

4

Claudio

Pizarro

10

Max

Kruse

11

Milot

Rashica

1

Michael

Rensing

23

Niko

Gießelmann

35

Marcin

Kaminski

32

Robin

Bormuth

25

Matthias

Zimmermann

13

Adam

Bodzek

7

Oliver

Fink

33

Takashi

Usami

22

Kevin

Stöger

39

Jean

Zimmer

20

Dodi

Lukebakio

Kader

40 Plogmann
2 Beijmo
7 Kainz
9 Harnik
17 Sahin
19 Sargent
24 Eggestein

Kader

12 Theißen
5 Ayhan
6 Morales
9 Raman
10 Ducksch
11 Karaman
28 Hennings
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Pressekonferenz vor Düsseldorf

Harnik und zwei Debütanten lassen SVW jubeln

Werder besiegt Düsseldorf mit 3:1

Erlösung in der 71. Minute: Theo Gebre Selassie bejubelt Joker-Torschütze Martin Harnik (Foto: Nordphoto).
Spielbericht
Freitag, 07.12.2018 // 22:24 Uhr

von Maximilian Hendel

Dank einer enormen Willensleistung beendete der SV Werder zu Beginn des 14. Spieltages die jüngste Durststrecke von zuletzt drei Heimniederlagen in Folge. Gegen Aufsteiger Fortuna Düsseldorf gewannen die Grün-Weißen mit 3:1 (1:1). Vor den 42.100 Zuschauern im ausverkauften Weser-Stadion brachte Bundesliga-Startelfdebütant Kevin Möhwald die Gastgeber sehenswert in Führung (20.), ehe Dodi Lukebakio das Ergebnis vor der Pause vom Elfmeterpunkt egalisierte (43.). Aber Werder schlug in der Schlussphase zurück. Zunächst staubte Martin Harnik ab, wenige Minute später drückte der erst Sekunden zuvor eingewechselte Joshua Sargent bei seiner Premiere im Oberhaus den Ball per Kopf aus wenigen Zentimetern über die Linie (71., 78.).

Aufstellung und Formation: Gleich um ein Quintett veränderte Cheftrainer Florian Kohfeldt seine Startelf im Vergleich zur Vorwoche. Wie angekündigt übernahmen Sebastian Langkamp und Marco Friedl die Innenverteidigung des ausfallenden Duos Milos Veljkovic (Muskelfaserriss im Hüftbeuger) und Niklas Moisander (Gelb-Rot-Sperre). Auf den Außen in der Viererkette vor Stammkeeper Jiri Pavlenka blieb mit Theodor Gebre Selassie (r.) und Ludwig Augustinsson (l.) alles beim Alten. Im Mittelfeld brach Kohfeldt das gewohnte Achter-Paar auf, zog Maximilian Eggestein für Nuri Şahin (Bank) vor die letzte Reihe, wodurch Kevin Möhwald an der Seite von Davy Klaassen sein allererstes Bundesliga-Spiel von Beginn an feiern durfte. Zudem gaben Milot Rashica (persönliches Saisondebüt in der Anfangsformation) und Claudio Pizarro für Yuya Osako (Infekt) und Johannes Eggestein (Bank) eine Doppelspitze, während Kapitän Max Kruse aus der Tiefe ankurbeln sollte.

SVW dominant, aber Lukebakio egalisiert

Gleich schlägt's ein: Kevin Möhwald hat für sein erstes Bundesliga-Tor abgezogen (Foto: Nordphoto).

Die Höhepunkte:

2. Min.: Kruse zieht einen Freistoß von halblinks im scharfen Bogen an den Fünfmeterraum, wo sich Pizarro in den Kopfball stürzt, aber dabei von zwei Düsseldorfern entscheidend bedrängt wird – rechts vorbei.

7. Min.: Da will sich jemand beweisen. Rashica ist die ersten Minuten über schon sehr auffällig, probiert es jetzt mit einem Aufsetzer aus der zweiten Reihe, aber Fortuna-Keeper Rensing hat das anvisierte rechte Eck geahnt.

20. Min.: TOOOOOOOOOOOOOOR, 1:0 für SVW, Kevin Möhwald. Rashica versetzt Bodzek nahe des Mittelkreises mit einem herrlichen Hüftwackler, nimmt direkt Tempo auf, legt nach links zu Kruse, der erst clever einhakt, dann im richtigen Moment an die Strafraumgrenze zurück legt, wo Möhwald schon Anlauf genommen hat, um den Ball aus 18 Metern wunderbar halbhoch ins rechte Eck zu hämmern. Was für ein Knaller!

31. Min.: Die Bremer haben hier weiterhin alles unter Kontrolle und lassen Düsseldorf in den seltensten Fällen bis zum eigenen Strafraum kommen.

34. Min.: Erste Unachtsamkeit! Eggestein schenkt den Ball in der Gefahrenzone vor dem Bremer Sechzechner her, Usami kommt dadurch ins Eins-gegen-Eins mit Gebre Selassie, überwindet diesen mit einem Übersteiger und schließt sogleich von halblinks im Strafraum ab – Pavlenka muss jedoch nicht eingreifen.

42. Min.: Handelfmeter für die Gäste nach Videobeweis! Fritz wird vom Videoassistenten nachträglich zur Seite gerufen und wertet dort beim zweiten Hinschauen Langkamps Handspiel im Luftduell mit Kaminski nach einer Düsseldorfer Ecke als elfmeterwürdig.

43. Min.: TOR, 1:1 für Fortuna, Dodi Lukebakio. Düsseldorfs Top-Angreifer Lukebakio lässt sich die unverhoffte Chance nicht entgehen, verlädt Pavlenka und schiebt flach rechts ein. Das Ergebnis ist egalisiert.

45. + 3 Min.: Halbzeitpfiff in Bremen – eine Viertelstunde Zeit, die Gemüter zu beruhigen nach den hitzigen Schlussminuten des ersten Durchgangs.

Drei Joker entscheiden das Spiel

Yes, Sargent! Der 18-Jährige köpfte Augenblicke nach seiner Einwechslung die Entscheidung (Foto: Nordphoto).

56. Min.: Möhwald kommt in zentraler Position an den Ball, hat viel Raum und nutzt diesen zu einem ansatzlosen Schuss aus gut und gerne 25 Metern, aber Rensing ist aufmerksam und schnell unten in seinem linken Eck.

58. Min.: Auf der anderen Seite hat Werder jetzt richtig viel Glück. Der eingewechselte Hennings legt sich gegen aufgerückte Grün-Weiße den Ball auf halblinker Position zurecht und überrascht Pavlenka beinah mit einer Bogenlampe, die nur hauchzart am rechten oberen Dreiangel vorbeizischt.

71. Min.: TOOOOOOOOOOOOOR, 2:1 für den SVW, Martin Harnik. Werder erzwingt die erneute Führung! Kaminski köpft Kruses halbhohe Flanke von links direkt ins Rückraum-Zentrum, von wo aus der eben erst ins Spiel gekommene Johannes Eggestein volles Risiko geht, Rensing den technisch einwandfreien Gewaltschuss nur abklatschen lassen kann, was der ebenfalls eingewechselte Harnik gedankenschnell zum entscheidenden Abstauber nutzt.

78. Min.: TOOOOOOOOOOOOOR, 3:1 für den SVW, Josh Sargent. Das ist doch der Wahnsinn, erst wenige Sekunden ist der 18-Jährige US-Nationalspieler auf einem Bundesliga-Rasen und köpft dann den Ball aus wenigen Zentimetern über die Linie; ermöglicht hat das Harniks großer Einsatz nach Klaassens Flanke von der linken Strafraumkante.

79. Min.: Puuuuh, fast der umgehende Anschluss, weil die Grün-Weißen nach Wiederanpfiff ungeordnet sind. Lukebakio ist über halblinks allein durch, aber scheitert an Pavlenkas toller Fußabwehr. Im direkten Gegenzug hat Kruse dann das 4:1 auf den Füßen, aber Rensing wehrt glänzend ab.

90. + 4 Min.: Schluss in Bremen! Werder hat in den Schlussminuten nichts mehr anbrennen lassen und einen letztendlich verdienten Heimsieg eingefahren.

 

Fazit: Werder ging mit bewusst durchgetretenem Gaspedal in die Partie, damit sich die erwartungsgemäß tief stehenden und auf geeignete Kontersituationen erpichten Düsseldorfer erst gar nicht richtig in einer abgesicherten defensiven Formation einfinden konnten. Florian Kohfeldt setzte dafür in der taktischen Grundordnung zunächst auf ein angriffslustig ausgerichtetes 4-4-2 mit der Raute im Mittelfeld, das in den Offensivreihen auf fortwährende Positionswechsel ausgelegt war. Allen voran Rashica und der nimmermüde Kruse nahmen sich das zu Herzen, scherten immer wieder aus und wechselten zwischen Zentrale und Außen hin und her. Eben jene beiden Antreiber ebneten beinah folgerichtig den Weg für Möhwalds tolles Führungstor. Allerdings gingen die Gastgeber zur Pause grummelnd in die Kabine, da sie trotz ihrer Dominanz den bitteren Ausgleich vom Elfmeterpunkt schlucken mussten. Die Fortuna agierte nach Wiederanpfiff viel präsenter. Werder hingegen war zwischendurch die Dynamik und Wucht des ersten Durchgangs abhandengekommen. Aber Kruse und Co. fighteten sich beeindruckend zurück und rissen das Zepter abermals an sich. Kohfeldts drei Einwechsler, insbesondere der kaltschnäuzige Martin Harnik, waren maßgeblich daran beteiligt, dass die drei Punkte letztendlich in Bremen blieben.
 

 

Saisonvergleich 2018/19

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Tabelle / 14. Spieltag

Pl. Team Sp. Diff. Pkt.
4 RBL 14 11 25
5 SGE 14 13 23
6 BSC 14 2 23
7 TSG 14 9 22
8 SVW 14 1 21
9 WOB 14 0 19
10 M05 14 -2 19
11 B04 14 -5 18
12 SCF 14 -3 17

Begegnungen 14. Spieltag

SVW SV Werder Bremen - F95 Fortuna Düsseldorf 3:1 (1 : 1)
B04 Bayer 04 Leverkusen - FCA FC Augsburg 1:0 (0 : 0)
FCB FC Bayern München - FCN 1. FC Nürnberg 3:0 (2 : 0)
S04 FC Schalke 04 - BVB Borussia Dortmund 1:2 (0 : 1)
SCF Sport-Club Freiburg - RBL RB Leipzig 3:0 (2 : 0)
WOB VfL Wolfsburg - TSG TSG 1899 Hoffenheim 2:2 (2 : 1)
BSC Hertha BSC - SGE Eintracht Frankfurt 1:0 (1 : 0)
M05 1. FSV Mainz 05 - H96 Hannover 96 1:1 (0 : 1)
BMG Borussia Mönchengladbach - VFB VfB Stuttgart 3:0 (0 : 0)