Keine Experimente gegen das "gelbe U-Boot"

Der Vorbericht zum Villarreal-Test

Die letzte Feinabstimmung: Yuya Osako, Claudio Pizarro und Co. testen gegen Villarreal (Foto: nordphoto).
Profis
Donnerstag, 09.08.2018 // 16:44 Uhr

Von Max Brosta

Zeit, um letzte Abläufe einzustudieren und den Mannschaften den letzten Feinschliff zu verpassen. Der Härtetest zwischen dem SV Werder und dem FC Villarreal ist nicht nur die erste Begegnung beider Teams in ihrer langen und traditionsreichen Historie, sondern auch der letzte Test vor dem Pflichtspielstart. Am Samstag, 11.08.2018, um 14.30 Uhr (ab 14.15 Uhr im betway Live-Ticker auf WERDER.DE und auf live auf WERDER.TV) rollt der Ball im Weser-Stadion - in einer ganz besonderen Atmosphäre. Denn der kommende Samstag steht ganz im Zeichen der grün-weißen Anhänger: Es ist "Tach der Fans"! 

Tach der Fans: Das Duell mit dem spanischen Erstligisten ist das Highlight dieses besonderen Tages. „Es wird ein tolles Fest für uns alle", freut sich Florian Kohfeldt und hofft auf viele Werder-Fans am und im Weser-Stadion. „Für uns alle ist es einfach das Geilste, wenn das Stadion voll ist“, so der Werder-Coach weiter. Bei dem traditionellen Event rund um das Weser-Stadion wartet nicht nur das Testspiel auf die Werder-Fans, sondern wie jedes Jahr auch ein buntes Rahmenprogramm (siehe Extrameldung). Denn nachdem die Partie am Osterdeich abgepfiffen wird, geht es rund um das Stadion so richtig los. Dann können die Grün-Weißen Davy Klaassen, Claudio Pizarro und Co. hautnah erleben.

Will Werder am Samstag den letzten Feinschliff verpassen: Florian Kohfeldt (Foto: nordphoto).

Florian Kohfeldt zur Partie: Das Spiel gegen den FC Villarreal ist die Generalprobe der Grün-Weißen vor dem Pflichtspielstart im DFB-Pokal gegen Wormatia Worms am Samstag, 18.08.2018, um 15.30 Uhr. „Wir werden zum ersten Mal in der Vorbereitung bei der Trainingssteuerung auf dieses Spiel Rücksicht nehmen“, so Florian Kohfeldt. Der Cheftrainer des SV Werder will eine frische Mannschaft aufs Feld schicken. „Das Spiel ist sehr wichtig für uns. Zum ersten Mal spielen wir wieder im Weser-Stadion. Das wird auch für jeden Neuzugang etwas Besonderes sein. Daher werden wir uns professionell vorbereiten“, verspricht Kohfeldt, der einen starken Gegner erwartet: „Sie stehen für Kombinationsfußball, spielen sehr flexibel und ein aggressives Pressing. Das wird ein echter Härtetest.“ Je näher das erste Pflichtspiel rückt, desto mehr verschiebt sich, anders als in der vorangegangen Testspielen, auch der Fokus. „So langsam schlägt das Pendel in Richtung Ergebnis aus. Es gibt keine Experimente mehr“, verdeutlicht der Werder-Coach.

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Der Werder-Coach zur Personalsituation: Stefanos Kapino, der aufgrund einer Muskelverletzung im Oberschenkel länger fehlen wird (siehe Extrameldung), steht Cheftrainer Florian Kohfeldt nicht zur Verfügung. Bei anderen Werderanern wie Yuya Osako, Sebastian Langkamp und Ludwig Augustinsson, die Einheiten frühzeitig beendeten, gibt der Werder-Coach dagegen Entwarnung. Genauso bei Martin Harnik: „Martin hat sich einen Nerv im Rücken eingeklemmt. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird er aber am Samstag zum Einsatz kommen können.“ Dagegen werden Kevin Möhwald und Jaroslav Drobny, die beide nicht mit ins Trainingslager nach Grassau am Chiemsee reisten, am Samstag nicht zur Verfügung stehen. Beide sollen in der nächsten Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Im Hinblick auf die Einsatzzeiten am Samstagnachmittag kündigt Kohfeldt an: „Es wird nicht mehr so sein, dass alle die gleichen Spielanteile bekommen. Es wird relativ viel von dem gespielt, was wir auch in der kommenden Saison spielen wollen."

Villarreal qualifizierte sich in der vergangenen Saison für die Europa League (Foto: nordphoto).

Ambitionierter Klub ohne Titel: Gelbe Trikots, gelbe Hosen, gelbe Stutzen. Daher kommt der Spitzname des FC Villarreal: 'Submarino amarilla' (auf Deutsch: 'gelbes U-Boot'). Erstmals seit der Gründung 1923 kommt der spanische Erstligist ins Weser-Stadion - und damit zum Abschluss der Vorbereitung der Grün-Weißen ein harter Brocken. Das ‚gelbe U-Boot‘ schloss die vergangene La Liga-Saison auf dem fünften Rang ab und qualifizierte sich damit für die Europa League. Dort kam der Klub aus der Stadt mit knapp 50.000 Einwohnern zuletzt in der Saison 2015/16 bis ins Halbfinale. Die besten Jahre erlebte Villarreal jedoch zu Beginn des neuen Jahrhunderts: Halbfinale im UEFA-Pokal 2004/05, eine Saison später Dritter in der Liga und im darauffolgenden Jahr der Einzug ins Champions-League-Halbfinale. Doch der ganz große Wurf gelang den Spaniern bislang nicht. Der Trophäenschrank: noch leer.

So läuft die Vorbereitung des FC Villarreal: Auch die Spaniern bewegen sich in großen Schritten auf den Saisonstart zu. Am Samstag, 18.08.2018, trifft Villarreal am ersten La Liga-Spieltag auf Real Sociedad. „Jetzt gibt es nur noch ein Freundschaftsspiel, um die Feinabstimmung zu beenden und dann werden wir die Liga in unserer besten Form starten“, erklärt Verteidiger Jaume Costa dem klubeigenen TV-Sender. Bis dahin hat der FC Villarreal hart gearbeitet und nur im letzten Testspiel gegen die Wolverhampton Wandereres eine Niederlage hinnehmen müssen. Die Stärken des Teams? „Wir sind ein sehr vielseitiges Team mit Spielern, die in verschiedenen Positionen spielen können und das gibt uns viele Möglichkeiten“, so Costa weiter.

Das ganze Paket: Die Begegnung der Grün-Weißen zeigt WERDER.TV live. Eine ausführliche Zusammenfassung gibt es im Anschluss ebenfalls auf WERDER.TV. Zudem berichtet das Content-Team des SV Werder aus dem Weser-Stadion -  sowohl mit dem betway Live-Ticker, der auch in der App verfügbar ist, als auch über die Social-Media-Kanäle der Grün-Weißen verpasst ihr keine Höhepunkte des letzten Testspiels.

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1

Jirí

Pavlenka

5

Ludwig

Augustinsson

18

Niklas

Moisander

13

Milos

Veljkovic

23

Theodor

Gebre Selassie

44

Philipp

Bargfrede

35

Maximilian

Eggestein

30

Davy

Klaassen

10

Max

Kruse

7

Florian

Kainz

11

Milot

Rashica

1

Sergio

Asenjo

11

Jaume

Costa

6

Victor

Ruiz

3

Alvaro

Gonzalez

2

Mario

Gaspar

44

Ramiro

Guerra Pereyra

10

Samu

Castillejo

31

Miguel

Layun

8

Pablo

Fornals

36

Karl

Toko Ekambi

35

Gerard

Moreno

Kader

40 Plogmann
2 Beijmo
4 Pizarro
8 Osako
9 Harnik
14 Käuper
15 Langkamp
24 Eggestein
32 Friedl
34 Mbom
36 Jacobsen
24 Eggestein

Kader

13 Fernandez
30 Funes Mori
34 Cazorla
28 Pedraza
45 Morlanes
28 Raba
26 Nahuel
33 Caseres
28 Liambrich

11.08.2018

11 Fotos

Profis 11.08.2018

Tach der Fans: Werder Bremen - FC Villarreal

Morlanes antwortet Osako in letzter Sekunde

Werder unterliegt Villarreal mit 2:3

Yuya Osakos wunderbarer Kopfball sollte dem SVW nur kurz den Ausgleich bringen (Foto: Nordphoto).
Profis
Samstag, 11.08.2018 // 16:31 Uhr

von Maximilian Hendel

Werder Bremen musste sich am „Tag der Fans“ im abschließenden Härtetest vor dem DFB-Pokalauftakt am kommenden Wochenende dem spanischen Europa-League-Teilnehmer FC Villarreal mit 2:3 (1:0) geschlagen geben. Vor den 24.781 Zuschauern im Weser-Stadion hatte Max Kruse die Grün-Weißen vor dem Pausenpfiff in Führung gebracht, ehe sie nach Wiederanpfiff etwas den Faden verloren. Angreifer Karl Toko Ekambi drehte unter gütiger Bremer Mithilfe per Doppelpack (49., 64.) die Führung zugunsten der Gäste. Auch Yuya Osakos später Ausgleich, den Claudio Pizarro wunderbar vorbereitet hatte, hielt nur wenige Minuten (88.). Sekunden vor dem Schlusspfiff antwortete Manuel Morlanes mit dem trockenen Siegtreffer für den Fünftplatzierten der zurückliegenden Primera División.

Aufstellung und Formation: „Keine Experimente“ hatte Cheftrainer Florian Kohfeldt im Vorfeld dieses letzten Testspiels angekündigt. Entsprechend besetzte er seine 4-3-3-Anfangsformation personell. Schlussmann Jiri Pavlenka dirigierte zum ersten Mal in diesem Sommer die Stammviererkette der abgelaufenen Saison. Milos Veljkovic und Niklas Moisander bildeten dabei die Innenverteidigung, auf den außen agierten Theodor Gebre Selassie (r.) sowie der jüngst aus seinem WM-Urlaub zurückgekehrte Ludwig Augustinsson (l.). Philipp Bargfrede im zentraldefensiven Mittelfeld wusste Maximilian Eggestein und Davy Klaassen auf den offensiveren Halbpositionen vor sich. In vorderster Reihe wurde Kapitän Max Kruse von Florian Kainz und Milot Rashica flankiert.
 

Kruses Heber bringt die Halbzeitführung

Erst auf und davon, dann eiskalt beim Heber: Max Kruse trifft zur Führung (Foto: Nordphoto).

Die Höhepunkte:

10. Min.: Pavlenka wird zur ersten richtigen Probe seines Könnens gefordert, nachdem Ekambi im Strafraum mit einem Haken an Veljkovic vorbeikommt, gegen den blitzschnell herausstürzenden Bremer Keeper aber den Kürzeren zieht. Gute Tat!

18. Min.: Jetzt zieht auch der SVW mit der ersten aussichtsreichen Abschlussgelegenheit nach. Kruse leitet ein, was Eggestein genügend Raum zum Versuch aus gut 16 Metern gibt – Torwart Asenjo lässt nach vorne klatschen, aber Klaassen wird im Nachsetzen von zwei Verteidigern gestellt.

25. Min.: TOOOOR, 1:0 für den SVW, Max Kruse. Die Grün-Weißen hebeln die nach einem Fehlpass im Spielaufbau weit aufgerückte letzte Reihe der Spanier perfekt aus. Kruse spritzt in die Lücke, verarbeitet Kainz’ direkten Steilpass problemlos und chipt den Ball kurz darauf mit dem rechten Fuß im richtigen Moment über Asenjo hinweg ins Netz.

27. Min.: Werder setzt umgehend nach. Rashica gelangt über rechts auf die Grundlinie, legt von dort auf den im Rückraum anlaufenden Kainz, dessen Schuss kurz vor der Linie von einem Verteidiger gerade noch geblockt wird.

35. Min.: Castillejo bringt Moisander an der Strafraumgrenze aus dem Gleichgewicht, was ihm zu einer großen Chance verhilft, die jedoch der abermals hellwache Pavlenka im Eins-gegen-Eins-Duell zunichte macht.

38. Min.: Erneut verhindert Pavlenka mit den Fingerspitzen den Ausgleich. Ekambis feine Hereingabe von links versucht Gerard mit einem Kopfballaufsetzer gegen die Laufrichtung des Bremer Torwarts unterzubringen, doch dessen rechter Arm schnellt in die Höhe und mit den Fingerspitzen lenkt er den Ball über den Querbalken.

41. Min.: Kruse zwingt Asenjo aus über 20 Meter mit einem scharfen, aber nicht ganz genau platzierten Schuss zu einer Faustabwehr.

45. + 1 Min.: Halbzeit im Weser-Stadion.

Werder verliert den Faden nach Ekambis Treffern

Karl Toko Ekambi traf doppelt für den FC Villarreal (Foto: Nordphoto).

49. Min.: Tor, 1:1-Ausgleich des FC Villarreal, Karl Toko Ekambi. Die Bremer begünstigen den plötzlichen Ausgleich der Gäste. Eggestein und Klaassen sind sich vor dem eigenen Strafraum uneinig, wer den freien Ball aufnehmen soll, Pablo Fornals ist jener lachende Dritte, der daraufhin zentimetergenau auf Ekambi durchsteckt, was dieser aus Nahdistanz ins kurze Eck vollendet.

55. Min.: Villarreal weiterhin im Aufwind, Glück für den SVW. Der Ball kommt nach einer schönen Direktkombination halblinks vor der Strafraumgrenze erneut zu Torschütze Ekambi, dessen scharf gezirkelter Innenspannstoß an den rechten Pfosten klatscht.

57. Min.: Eggestein verschafft sich mit einer guten Einzelleistung im Zentrum vor dem gegnerischen Strafraum Platz für einen Linksschuss, verpasst das Ziel allerdings deutlich.

64. Min.: Tor, 2:1 für Villarreal, Karl Toko Ekambi. Die nächste schwerwiegende Unaufmerksamkeit bei eigenem Ballbesitz führt zum Rückstand. Harnik legt den Ball ungewollt Gerard in den Lauf, der uneigennützig querlegt, damit am langen Pfosten abermals Ekambi bloß noch einschieben braucht.

76. Min.: Die Schlussphase bricht langsam an. Können die Grün-Weißen, die mittlerweile offensiv komplett durchgetauscht haben, sich noch einmal berappeln?

82. Min. Gerard kommt über halblinks aus Nahdistanz zum Abschluss, doch Pavlenka hat die kurze Ecke zugemacht.

88. Min.: TOOOOOOOOOR, 2:2-Ausgleich für den SVW, Yuya Osako. Doch noch der Ausgleich kurz vor Ultimo! Claudio Pizarro, seit etwas mehr als zehn Minuten auf dem Feld, bringt mit links von der rechten Seite eine butterweiche Eingabe auf den Kopf des ebenfalls eingewechselten Osako, der sich im Luftduell gegen gleich zwei Gegner durchsetzt und den Ball ins lange Eck verlängert. Super Sache!

90. + 1 Min.: TOR, 3:2 für Villarreal, Mauel Morlanes. Nahuel umkurvt halbrechts im Bremer Strafraum zwei Gegenspieler, legt dann zurück auf Morlanes, der Pavlenka aus 16 Metern keine Chance lässt. Sekunden später pfeift Schiri Harm Osmers die Partie ab.


Fazit:
Nach gut zwanzigminütiger, gegenseitiger Rhythmussuche, in der beide Teams insbesondere in der Defensive bestens strukturiert auftraten, bestraften die Grün-Weißen den ersten wirklichen Fehler der spanischen Gäste eiskalt. Kapitän Max Kruse, der sich auch ansonsten überaus lauffreudig zu weiten Wegen bis tief ins Mittelfeld aufmachte, nutzte Kainz’ Steilpass für einen gekonnten Heber zur Führung. Das verlieh der ausgeglichenen Partie in der Folge noch deutlich mehr Zug. Es war dabei einmal mehr Jiri Pavlenka zu verdanken, dass Werder in dieser Phase die zwei Großchancen von Castillejo und Gerard noch unbeschadet überstand. Unmittelbar nach Wiederanpfiff jedoch musste sich dann selbst Pavlenka geschlagen geben. Villarreal beschäftige die Defensive des SVW zusehends. Zu allem Übel standen bei Karl Toko Ekambis Doppelpack jeweils Bremer Akteure Pate. Spätestens das zweite der beiden unnötigen Gegentore hatte die Hausherren endgültig aus dem eigenen Konzept gebracht, die dem eigenen Offensivspiel anschließend kaum noch Konstruktivität und Nachhaltigkeit verleihen konnten. In den letzten Augenblicken der Partie überschlugen sich dann noch einmal die Ereignisse, als Morlanes den kurz zuvor geköpften Ausgleich von Osako doch noch zunichte machte.
 

Stenogramm

Werder Bremen: Pavlenka – Gebre Selassie, Veljkovic (46. Langkamp), Moisander, Augustinsson (62. Friedl) – Bargfrede (76. Käuper), M. Eggestein (76. J. Eggestein), Klaassen – Kruse (K) (76. Pizarro), Kainz (62. Osako), Rashica (46. Harnik/87. Mbom)

FC Villarreal: Asenjo – Mario (K) (63. Liambrich), Álvaro, Víctor Ruiz (63. Funes), Jaume Costa (63. Pedraza) – Ramiro (46. Caseres), Fornals (76. Nahuel), Layún (63. Morlanes), Castillejo (44. Santi Cazorla) – Ekambi (76. Raba), Gerard

Schiedsrichter: Harm Osmers (Hannover)

Tore: 1:0 Kruse (25.), 1:1 Ekambi (49.), 1:2 Ekambi (64.), 2:2 Osako (88.), 2:3 Morlanes (90. +1)

Weser-Stadion: 24.781 Zuschauer