Mut, Leidenschaft und hohe Ziele

Interview mit Florian Kohfeldt

Frank Baumann und Florian Kohfeldt im Interview mit dem WERDER MAGAZIN (Foto: Heidmann).
Profis
Dienstag, 28.08.2018 // 10:27 Uhr

Besonderer Ort, besonderes Interview – es ist das erste gemeinsame von Geschäftsführer Frank Baumann und Cheftrainer Florian Kohfeldt. Auf der Tribüne im Weser-Stadion sprachen sie über ihre Zusammenarbeit, die Zusammenstellung der Mannschaft und ihre Erwartungen an die Saison 2018/2019.

WERDER MAGAZIN: Welches war Ihr bisher schönstes Erlebnis hier im Weser-Stadion?

FRANK BAUMANN: "Wenn man lange dabei ist, dann ist es nicht so leicht, ein Erlebnis herauszuheben. Aber wenn ich mich entscheiden soll, wäre es sicher die Übergabe der Meisterschale 2004, auch wenn das Spiel davor (Werder verlor mit Kapitän Frank Baumann 2:6 gegen Bayer Leverkusen, Anm. d. Red.) alles andere als gut war. Aber das war fünf Minuten nach dem Spiel schon vergessen (lacht)."

FLORIAN KOHFELDT: "Ich bleibe dabei: Das unglaublichste Erlebnis für mich war das 1:0 gegen Eintracht Frankfurt am letzten Spieltag der Saison 2015/2016, bei dem ich als Co-Trainer dabei war – von der Ankunft am Stadion bis zu dem, was danach passiert ist, einfach Wahnsinn." 

WERDER MAGAZIN: Welche Rolle spielt das Weser-Stadion für die Arbeit mit der Mannschaft?

FLORIAN KOHFELDT: "Wir sind hier zu Hause. Ich empfinde es als großen Vorteil, dass wir jeden Tag hier sind und unser Trainingsplatz nicht ganz woanders ist. Ich gehe jeden Morgen durch Tor 1 des Stadions in mein Büro, und das erste, was ich sehe, ist das Spielfeld. Den Spielern geht es ähnlich. Außerdem sind wir mitten in der Stadt, was emotional eine große Bedeutung hat. Deshalb ist das Weser-Stadion für uns nicht nur Arbeitsplatz, sondern ein ganz wichtiges Symbol."

WERDER MAGAZIN: Welche Erkenntnisse hat die Saisonvorbereitung geliefert?

FLORIAN KOHFELDT: "Eine wichtige war, dass wir eine extrem leistungsbereite Mannschaft haben, die lernen will, die auch bereit ist, sich dafür zu quälen. Und das sind gute Eigenschaften. Man sagt immer so leicht: Das gehört dazu. Aber die Spieler mussten sich unter anderem darauf einlassen, dass Inhalte auch mal anders vermittelt werden, als sie es gewohnt waren. Das haben sie gemacht, und das finde ich nicht selbstverständlich."

WERDER MAGAZIN: Frank, in welchen Bereichen arbeiten Florian Kohfeldt und sein Trainerteam besonders innovativ?

FRANK BAUMANN: "Es ist schwer, etwas zu machen, was noch niemand gemacht hat. Viel wichtiger ist, das zu tun, wovon man sich einen Nutzen verspricht. Und das Entscheidende ist, wie man es der Mannschaft vermittelt. Man kann noch so viele Videoanalysen machen – wenn die Inhalte nicht sinnvoll auch verbal vermittelt werden, dann kommt nichts dabei rum. Und wenn man den Spielern Live-Bilder aus dem Training per Video zeigt, dann muss das sitzen. Das ist eine riesige Herausforderung und verlangt dem Trainerteam und den Analysten sehr viel ab. Da hilft es, wenn großes Vertrauen herrscht, man genau voneinander weiß, was man der Mannschaft vermitteln will. Florian und sein Trainerteam haben vom ersten Tag an gezeigt, wie akribisch und im Detail sie die Arbeit planen, wie ehrgeizig sie sind und mit welcher Leidenschaft sie täglich zur Arbeit kommen. Das gesamte Funktionsteam arbeitet sehr professionell, bietet den Spielern bestmögliche Arbeitsbedingungen. Und alle leben das vor, was sie von der Mannschaft erwarten."

WERDER MAGAZIN: Waren die personellen Veränderungen im Sommer letztlich umfangreicher, als Sie es sich gewünscht haben?

FRANK BAUMANN: "Es bewegt sich in dem Rahmen, den wir erwartet und durchaus für notwendig erachtet haben, um in unserer Entwicklung den nächsten Schritt zu machen. Man braucht eine gewisse Kontinuität, die haben wir. Aber dazu braucht man neue Einflüsse, um einen Kader weiterzuentwickeln. Eine wichtige Achse mit Jiri Pavlenka, Niklas Moisander, Philipp Bargfrede, Maxi Eggestein und Max Kruse konnten wir halten. Und darauf aufbauend haben wir das Team ganz gezielt verstärkt. Daher sind wir mit den Veränderungen zufrieden."

WERDER MAGAZIN: Auf welchen grundsätzlichen Überlegungen basierte die Zusammenstellung des Kaders?

FLORIAN KOHFELDT: "Wir haben sehr früh darüber nachgedacht, was uns wichtig ist, haben Profile für bestimmte Positionen definiert, um zu wissen, welchen Typus Spieler wir dafür haben wollen. Daran haben nicht nur Frank und ich, sondern auch die Co-Trainer und das Scouting einen großen Anteil. Dass wir uns immer im Klaren waren, …"

Das komplette Interview gibt es im aktuellen WERDER MAGAZIN SPEZIAL (Nr. 336). Vereinsmitglieder des SV Werder erhalten das Magazin wie gewohnt per Post oder als E-Paper. Es ist zudem für 4 Euro in der WERDER Fan-Welt und online unter www.werder-fanwelt.de und im Zeitschriftenhandel im Werder-Land erhältlich.

WM 336 – WERDER MAGAZIN SPEZIAL 2018/19

Die große Saisonvorschau 2018/2019: Auf 84 Seiten wird unter anderem die aktuelle Bundesliga-Mannschaft der Grün-Weißen ausführlich vorgestellt. Dazu gibt es einen Überblick über die Sportabteilungen und große Interviews mit Werders Geschäftsführern Klaus Filbry und Dr. Hubertus Hess-Grunewald sowie ein gemeinsames Gespräch mit Geschäftsführer Frank Baumann und Cheftrainer Florian Kohfeldt, die über ihre Zusammenarbeit, die Zusammenstellung der Mannschaft und ihre Erwartungen an die Saison 2018/2019 Auskunft geben.

Zur Geschichte

WM 335 – WERDER MITGLIEDER MAGAZIN

Im Magazin gibt es unter anderem ein großes Interview mit Maximilian Eggestein, der auf die Saison 2017/2018 zurückblickt und verrät, warum die Bezeichnung ‚Wohnzimmer Weser-Stadion‘ für ihn eine ganz besondere Bedeutung hat. Zudem erklärt Schauspieler, Werder-Fan und Botschafter Matthias Brandt unter anderem, warum aus seiner Sicht „manchmal viel zu biestig auf dieses Spiel geschaut“ wird. Dazu gibt es wieder viele interessante Porträts, Reportagen und News aus dem Verein.

WM 334 – WERDER MITGLIEDER MAGAZIN

Im Magazin gibt es unter anderem ein großes Porträt von Cheftrainer Florian Kohfeldt, der es beim SV Werder in elf Jahren vom U-14-Co-Trainer zum Bundesliga-Coach schaffte. Zudem erklärt Werder-Präsident und Geschäftsführer Dr. Hubertus Hess-Grunewald die neue Verteilung der Verantwortungsbereiche in der Geschäftsführung. Dazu gibt es wieder viele interessante Interviews, Reportagen und News aus dem Verein.

WM 333 – WERDER MITGLIEDER MAGAZIN

Im Magazin gibt es unter anderem Informationen zur Mitgliederversammlung des Sport-Verein „Werder“ von 1899 e. V. am 20. November 2017, einen Blick auf Werders DFB-Pokal-Saison und einen Rückblick auf die WERDER-MAGAZIN-Ausgaben Nr. 111 und Nr. 222, dazu ein Interview mit Carmen Roth, Trainerin der Bundesliga-Fußballerinnen, ein Porträt über U-23-Kapitän Rafael Kazior und viele interessante Interviews, Reportagen und News aus dem Verein.

WM 332 – WERDER MAGAZIN SPEZIAL

Die große Saisonvorschau 2017/2018: Auf 100 Seiten wird unter anderem die Bundesliga-Mannschaft vorgestellt. Dazu gibt es einen Überblick über die Sportabteilungen und große Interviews mit Werders Geschäftsführern Klaus Filbry, Frank Baumann und Dr. Hubertus Hess-Grunewald sowie Cheftrainer Alexander Nouri, der über seine Werder-Zeit als Spieler, beeindruckende Erlebnisse im Iran und die Ziele für die bevorstehende Spielzeit spricht.

WM 331 – WERDER MITGLIEDER-MAGAZIN

Max Kruse war in dieser Saison zweifellos der prägendste Spieler in Werders Bundesliga-Team. Dass er das Zeug dazu hat, Herausragendes zu leisten, deutete Kruse bereits in seiner ersten Werder-Zeit von 2006 bis 2009 an. Die Rückkehr war deshalb auch eine Herzensangelegenheit.

WM 330 – WERDER MITGLIEDER-MAGAZIN

Thomas Delaney will beim SV Werder mehr als nur Fußball spielen. Er will heimisch werden, den Verein kennenlernen, alles wissen. Also lud die Redaktion des WERDER MAGAZIN den Dänen zum Besuch des WUSEUM ein.