Gegen das Vergessen: Werder gedenkt Opfern des NS-Regimes

Dr. Hubertus Hess-Grunewald beteiligt sich an Stolperstein-Putzaktion

Hubertus Hess-Grunewald und Eckhard Rotte putzen die Stolpersteine.
Hubertus Hess-Grunewald und Eckhard Rotte putzen die Stolpersteine (Foto: WERDER.DE).
WERDER BEWEGT
Samstag, 08.05.2021 / 11:59 Uhr

Von Marie Berner

Anlässlich des 76. Jahrestags der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht und der Befreiung vom Nationalsozialismus gedenkt der SV Werder Bremen am heutigen Samstag den Menschen, die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wurden. Als Zeichen der Erinnerung beteiligt sich Werders Präsident und Geschäftsführer Dr. Hubertus Hess-Grunewald an der Gedenkaktion und putzt Stolpersteine am Osterdeich nahe des wohninvest WESERSTADIONS.

Das Projekt „Stolpersteine“ wurde 1995 vom Bildhauer und Aktionskünstler Gunter Demnig ins Leben gerufen und besteht seit 2004 auch in Bremen. In der Hansestadt gibt es derzeit 727 Stolpersteine, die mit einer Inschrift versehen sind und Auskunft über die Menschen geben, die Opfer des NS-Regimes wurden. Um auch 76 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs an die zahlreichen Verfolgten und Ermordeten zu erinnern, reinigt Werder-Präsident und Geschäftsführer Dr. Hubertus Hess-Grunewald Stolpersteine, die das Leben der Opfer symbolisch sichtbar machen und dem Vergessen entgegenwirken sollen.

„Die Aktion ist ein symbolischer Akt, dass all jene, die unter den Verbrechen der Nationalsozialisten leiden mussten, nicht in Vergessenheit geraten und sich mit ihren Geschichten auseinanderzusetzen“, erklärt Dr. Hess-Grunewald. „Zugleich sind die Stolpersteine Mahnung, aufkeimendem Rassismus in der Gesellschaft entschieden entgegenzutreten, damit sich dieses schreckliche Kapitel der Geschichte nicht wiederholt.“

Aufarbeitung der Vereinsgeschichte und Erinnerungskultur

Jährlich werden die Stolpersteine geputzt, um an die Opfer zu erinnern und deren Geschichten nicht zu vergessen.
Jährlich werden die Stolpersteine geputzt, um an die Opfer zu erinnern und deren Geschichten nicht zu vergessen.(Foto: WERDER.DE).

Besondere Aufmerksamkeit erfährt der Stolperstein des ehemaligen jüdischen Werder-Funktionärs Arthur Rosenthal. Der frühere Inhaber einer Sportzeitung engagierte sich ab 1914 bei Werder Bremen und setzte sich unter anderem gegen sozialistische Experimente und für die Aufrechterhaltung geordneter Zustände ein. Im Zuge der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 und der damit verbundenen Gleichschaltung wurde die Zeitung des Sportredakteurs verboten. In der Reichsprogromnacht 1938 folgte die Inhaftierung des damals 56-Jährigen ins Zuchthaus Oslebshausen und die anschließende Verlegung ins Konzentrationslager Sachsenhausen. Am 18.11.1941 wurde Arthur Rosenthal in das Ghetto Minsk deportiert und dort ermordet.

Der SV Werder Bremen setzt sich mit der Aufarbeitung seiner eigenen Vereinsgeschichte auch während der Zeit des Nationalsozialismus auseinander und engagiert sich durch verschiedene Projekte für die Erinnerungskultur. Zuletzt beteiligte sich der SVW am 27. Januar 2021 am ligaweiten „!NieWieder“-Spieltag und gedachte der Befreiung des Konzentrationslagers Ausschwitz. Bereits 2014 veranstaltete das Fan-Projekt Bremen eine Gedenkfahrt nach Ausschwitz für jugendliche Werder-Fans, 2018 und 2019 folgten im Zuge der Veranstaltungsreihe „Gemeinsam für Toleranz und Integration“ zwei Fahrten nach Bergen-Belsen. Zudem wurde mit der Umbenennung des Platzes vor der Westkurve in „Alfred-Ries-Platz“ zu Ehren des ehemaligen jüdischen Werder-Präsidenten Alfred Ries (1897-1967) ein weiteres wichtiges Zeichen gesetzt.

Der SV Werder Bremen weiß um seine besondere Verantwortung als Verein mit jüdischer Geschichte und hat das Ziel, sich auch weiterhin gegen das Vergessen der Vergangenheit und für eine Erinnerungskultur in der Zukunft einzusetzen.

 

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