Werders Heimfluch hält an

SVW verliert 0:3 gegen 1899 Hoffenheim
Leonardo Bittencourt und Co. kassierten die bereits sechste Heimniederlage der Saison (Foto: Nordphoto).
Spielbericht
Sonntag, 26.01.2020 / 17:24 Uhr

von Maximilian Hendel

Werder hat den Heimauftakt des Jahres verpatzt und muss damit weiter auf den ersten Bundesliga-Sieg im wohninvest WESERSTADION seit Anfang September 2019 warten. Vor gut 40.000 Zuschauern leitete ein unglückliches Eigentor von Kapitän Davy Klaassen (65.) eine bittere 0:3 (0:0)-Niederlage gegen 1899 Hoffenheim ein. Anschließend entschieden die Treffer von Christoph Baumgartner und Sargis Adamyan die Partie (79./83.).

Aufstellung und Formation: Aufatmen bei den Grün-Weißen – nicht nur ging Kevin Vogts Zusammenprall zuletzt in Düsseldorf vergleichsweise glimpflich aus, die Genesung nach seiner Gehirnerschütterung verlief sogar so gut, dass er gegen seinen vorherigen Arbeitgeber direkt wieder beginnen konnte. So musste Cheftrainer Florian Kohfeldt lediglich den Gelb-Rot gesperrten Kapitän Niklas Moisander in der Dreierkette ersetzen und tat das mit Milos Veljkovic. Ansonsten begann die Startelf des Auswärtssieges bei der Fortuna.

Werders Startelf: Pavlenka – Toprak, Vogt, Veljkovic – Şahin – Bittencourt, M. Eggestein, Klaassen, Friedl – Sargent, Rashica

Es hielten sich bereit: Kapino – Groß, Langkamp, Bartels, J. Eggestein, Goller, Osako, Pizarro, Woltemade

Vogt köpft drüber – Kramaric ans Außennetz

Kevin Vogt köpft Werders bester Gelegenheit vor der Pause über den Querbalken (Foto: Nordphoto).

Die Höhepunkte:

13. Min.: Richtig gute Chance des Ex-Hoffenheimers Vogt, der an Rashicas gefühlvoll an den langen Pfosten getretenen Freistoß gelangt, doch seinen Kopfball nicht präzise genug platzieren kann. Posch stört noch entscheidend.

17. Min.: Klaassens leichtfertiger Fehlpass fliegt den Grün-Weißen um die Ohren – Kramaric hinterläuft Baumgartner, wird angespielt, aber trifft aus freier halblinker Strafraumposition nur das Außennetz. Pavlenka hatte geschickt den Winkel verkürzt.

18. Min.: Die Gäste zeigen sich erneut. Diesmal visiert Kramaric aus 18 Metern flach das linke Eck an, doch Pavlenka ist schnell unten und hat den Ball sicher.

40. Min.: Es hat eine Weile gedauert bis zur nächsten Bremer Torannäherung – jetzt dreht sich Şahin nach Eggesteins Zuspiel geschickt um Grillitsch, schlenzt den versuchten Kunstschuss aus spitzem Winkel jedoch ein gutes Stück am langen Pfosten vorbei.

45. + 2 Min.: Halbzeitpfiff von Schiri Martin Petersen. Alles bleibt offen.

Werder ist dran, dann kommt die 65. Minute

Kevin Vogt im Zweikampf mit Moritz Baumgartner, der das vorentscheidende 0:2 erzielen sollte (Foto: Nordphoto).

53. Min.: Eine unbedrängte Hoffenheimer Eingabe von rechts köpft Dabbur aus sieben Metern aufs Bremer Tor, doch Vogt steht genau richtig und blockt ab, bevor Pavlenka zur Tat schreiten muss.

57. Min.: Auch Werder entwickelt mehr Zug. Rashica läuft den TSG-Sechzehner entlang, legt für Eggestein ab, dessen anschließend abgefälschter Abschluss aus 18 Metern knapp einen Meter rechts vorbeigeht.

64. Min.: Bester Bremer Spielzug der bisherigen Partie – von Bittencourt und Toprak eingeleitet, hat Eggestein den Raum über die rechte Bahn, auch die Eingabe kommt an, aber Friedl zielt aus guter Position viel zu hoch.

65. Min.: TOR, 1:0 für Hoffenheim, Davy Klaassen (ET). Die Bremer bekommen eine Ecke nicht aus dem Fünfer, Veljkovic und Eggestein verlieren wichtige Zweikämpfe, bis dann auch noch Klaassens Rettung misslingt, wodurch der Ball über die eigene Linie segelt.

68. Min.: Werder reagiert umgehend – der eingewechselte Bartels bedient Rashica, dessen Nahdistanzabschluss im letzten Moment zur Ecke abgefälscht wird.

79. Min.: TOR, 2:0 für Hoffenheim, Christoph Baumgartner. Die Vorentscheidung? Kramaric setzt sich im Strafraum gegen Toprak durch, ehe auch Bittencourts Grätsche die Situation nicht bereinigt und Baumgartner den Ball per Hacke über die Linie drückt.

83. Min.: TOR, 3:0 für Hoffenheim, Sargis Adamyan. Bitter. Die Gäste legen nach: Kramaric steckt für Adamyan durch, der im Strafraum vollendet.

90. + 2 Min.: Schluss in Bremen. Eine bittere zweite Hälfte.

Fazit: Die um einiges aktiveren Bremer brachten gegen in der Anfangsphase durchaus tief stehende Gäste ein geduldiges Kombinationsspiel auf den Rasen, ohne zu sehr das Risiko zu suchen – bis Klaassens Leichtsinn urplötzlich jene große Hoffenheimer Kontergelegenheit heraufbeschwor, die Kramaric liegen ließ (17.). Werder hingen, das bis auf Vogts Kopfball (13.) vor der Pause keine weiteren gefährlichen Abschlüsse fabrizierte, fand wiederholt nicht den letzten Pass, um die massive 5-3-2-Formation der Gäste-Defensive auszuhebeln.

Mit knapp zehnminütiger Anlaufzeit nach Wiederanpfiff erhöhten die Hausherren dann ihre Schlagzahl, suchten vermehrt die Tiefe und kamen – anders als vor der Pause – auch zu gefährlichen Torabschlüssen. Weil die bis dato so sicher verteidigenden Grün-Weißen bei einer Ecke zwei folgenschwere Zweikämpfe verloren, gerieten sie allerdings in jene Bredouille, aus der sie sich trotz allen Bemühens nicht mehr befreien konnten.