Natürlich talentiert

Joshua Sargent im Interview - Teil II

Joshua Sargent entschied sich wie seine Eltern für den leistungsorientierten Fußball (Foto: nordphoto).
Interview
Montag, 28.01.2019 // 18:07 Uhr

Das Interview führte Yannik Cischinsky

Als junger Erwachsener stand Joshua Sargent vor der Wahl, welche Sportart er professionell ausüben wolle. Diese Entscheidung stand ihm frei, da er gleich mehrere Sportarten sehr gut beherrschte. Sargent entschied sich entgegen vieler anderer amerikanischer Sportler in seinem Alter für den Fußball. Die darauffolgende enorme sportliche Entwicklung des 18-Jährigen löste eine große Erwartungshaltung an ihn aus. Wie der Werder-Stürmer damit umgeht und von wem er das fußballerische Talent in die Wiege gelegt bekommen hat, erzählt der US-Nationalspieler im zweiten Teil des Interviews mit WERDER.DE.

WERDER.DE: Josh, was ist dein größter Traum?

Joshua Sargent: „Ich glaube, ich bin noch sehr jung und hatte einen guten Karrierestart. Ich bemühe mich, das höchstmögliche Level zu erreichen.“

Wayne Rooney war für Joshua Sargent ein Vorbild, an dem er sich orientierte (Foto: nordphoto).

WERDER.DE: Eine diplomatische Antwort. Wer war dein fußballerisches Vorbild als Kind?

Joshua Sargent: „Ich mochte Wayne Rooney sehr gerne. Ich mochte seinen Spielstil, seine kraftvolle Art. Und natürlich war mein Vater ein Vorbild für mich. Er hat zwar nicht auf meiner Position gespielt, aber er hat die Charakteristiken meines Spiels geprägt. Ich habe zu ihm aufgeschaut, aber auch zu Wayne Rooney.“

WERDER.DE: Du hast als Kind andere Sportarten wie Basketball betrieben. War es dennoch immer dein Ziel, professionell Fußball zu spielen?

Joshua Sargent: „Ja. Ich hätte vermutlich auch andere Sportarten professionell betreiben können, weil ich glücklicherweise eine natürliche Begabung für viele Sportarten hatte. Aber im Fußball war ich im Vergleich zu den anderen Sportarten noch einen Schritt weiter vorne. Im Alter von ungefähr 13 Jahren musste ich mich dann für einen Pfad entscheiden: Fußball oder Basketball.“

WERDER.DE: Woher kommt diese Sportlichkeit?

Joshua Sargent: „Von meinen Eltern. Sie waren beide sehr athletisch und beide Fußballer. Im meinem Hinterkopf wusste ich unterbewusst vermutlich schon immer, dass am Ende Fußball dabei herauskommen wird.“

WERDER.DE: Waren deine Eltern auch Stürmer wie du?

Joshua Sarget: „Mein Vater hat Innenverteidiger gespielt, meine Mutter war eine echt schnelle Angreiferin. Sie behauptet gerne, dass ich alles von ihr geerbt habe (lacht). Für meinen Vater ist es eher eine Kombination aus den Eigenschaften beider.“

Die Unterstützung war in letzter Zeit wirklich großartig
Joshua Sargent

WERDER.DE: Du musstest Familie und Heimat für den Traum vom Fußballprofi zurücklassen. Wie ist die Unterstützung aus St. Louis heute?

Joshua Sargent: „Die Unterstützung war in letzter Zeit wirklich großartig. Von meiner Familie natürlich sowieso, aber viele Leute aus meiner Heimat freuen sich für mich, twittern mir beispielsweise Zuspruch zu und haben mir gratuliert. Ich spüre ihre Liebe.“

Joshua Sargent wurde schnell in die Mannschaft integriert (Foto: nordphoto).

WERDER.DE: Zurück zu Werder. Du hast schon häufiger erwähnt, dass es innerhalb des Teams erfahrene Spieler gibt, die dir helfen, wie beispielsweise Claudio Pizarro. Was hat dir am meisten geholfen?

Joshua Sargent: „Am Wichtigsten war es, dass die Jungs mir geholfen haben, mich im Team wohlzufühlen, anzukommen und mich als Teil der Mannschaft zu fühlen. Es ist meine erste Profi-Station. Ich wusste nicht, was mich erwartet und wie die Sachen laufen. Fußballerisch war mir schon vieles klar, aber mental, psychologisch und insbesondere menschlich habe ich viel dazugelernt.“

WERDER.DE: Du bist ein großes Talent, viele setzen große Erwartungen in dich, insbesondere in den USA. Damit ist vermutlich großer Druck verbunden. Spürst du den Druck?

Joshua Sargent: „Nein, ich würde nicht sagen, dass ich Druck verspüre. Ich lasse den Leuten ihre Meinung, egal ob sie mich für das nächste große Supertalent halten oder einen durchschnittlichen Spieler. Ich höre nicht gerne auf die Meinungen anderer. Ich fokussiere mich auf meine eigenen Erwartungen daran, wie gut ich performen sollte.“

WERDER.DE: Sind deine Erwartungen an dich sehr groß? Bist du ein sehr selbstkritischer Mensch?

Joshua Sargent: „Ich bin sehr kritisch, konkurrenz- und leistungsorientiert und mag es überhaupt nicht, etwas nicht zu können. Wenn ich merke, dass ich etwas falsch gemacht habe oder nicht kann, versuche ich es umgehend zu korrigieren.“

WERDER.DE: Vielen Dank für das Interview, Josh!

Sargent im Interview: