Mit Ehrgeiz, Empathie und Werder-Werten ganz nach oben

Florian Kohfeldt im Portrait

Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Vom Co-Trainer der U 14 zum Cheftrainer der Bundesliga-Mannschaft in gut elf Jahren – das ist der Weg von Florian Kohfeldt beim SV Werder. „Planen konnte man das nicht“, sagt er. Aber viele Weggefährten haben geahnt, dass eine solche Karriere für den heute 35 Jahre alten Coach möglich ist.

Als Florian Kohfeldt im Jahr 2001 zum ersten Mal einen Trainingsplatz der Grün-Weißen betrat, da träumte er selbst noch von einem Leben als Profi. Nach seiner Jugendzeit beim TV Jahn Delmenhorst wechselte der Torwart im ersten Herrenjahr in die 3. Mannschaft des SV Werder, die U 21. Für ihn, der schon seit langem vor den Toren Bremens kickte, eine Überraschung. „Auch wenn es ‚nur‘ die U 21 war, so war es doch eine Ehre für mich, bei Werder zu spielen. Und das nicht nur, weil ich es wollte, sondern auch, weil Werder es wollte. Das hat mich stolz gemacht.“ Parallel zu seiner Anfangszeit bei Werder baute Kohfeldt zunächst sein Abitur und absolvierte dann seinen Zivildienst in der Fahrradwerkstatt des Bremer Martinshof, einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung.

Sportlich stand der Keeper schnell auch im Blickfeld der U 23 und trainierte dort mit – zunächst unter Trainer Frank Neubarth, später bei Wolf Werner und dann einige Zeit beim langjährigen U-23-Coach Thomas Wolter. Zur Herausforderung, sich im Training auf höherem Niveau als in der U 21 beweisen zu können, war der angenehme Nebeneffekt, „dass ich so zum Teil mein Studium finanzieren konnte“.

Dieses Studium war die frühe Reaktion auf die realistische Selbsteinschätzung, dass es mit dem Profifußball als Spieler letztlich nicht klappen würde. „Ich spiele Fußball, seit ich denken kann. Es gibt Kinderbilder, auf denen ich kaum größer bin als der Ball und versuche, Fußball zu spielen“, lacht er. „Aber es war nicht möglich, Profi zu werden, weil ich dafür einfach nicht genug Talent hatte.“ Diese Erkenntnis führte bei Florian Kohfeldt dazu, sich sofort neue Ziele zu stecken, die er unter anderem mit dem Studium verfolgte: „Ich wollte mich darauf vorbereiten, im Sport, am besten im Fußball, zu arbeiten.“ Der Hansestadt blieb er treu und schrieb sich in Sport- und Gesundheitswissenschaften an der Uni Bremen ein.

Außerdem beschäftigte sich Kohfeldt als Spieler schon immer etwas mehr mit dem Fußball als andere, nahm Informationen auf. Nicht eben erleichtert wurde das durch die Tatsache, dass er als Kind irgendwann im Tor gelandet war – auf dem fast klassischen Karriereweg: „Bei einem Turnier fehlte uns der Torhüter, also bin ich ins Tor gegangen.“ Er sagt diesen Satz nachdenklich und mit etwas Wehmut und schiebt nach: „Ich glaube, dass ich lieber Feldspieler gewesen wäre.“ Heute, so sagt er, „würde ich, wenn ich in der Freizeit kicke, nie auf die Idee kommen, ins Tor zu gehen“.

Aber wie gelingt es jemandem, der nie selbst in den Räumen, die ein Fußballfeld so bietet, gestanden hat, der immer nur das Spiel vor sich hatte und Bälle und Gegenspieler auf sich zukommen sah, sich in die komplexe Taktik dieses Sports hineinzudenken? „Man kann sich vieles aneignen, indem man den richtigen Menschen zuhört, seine Schlüsse daraus zieht und für sich in die richtigen Zusammenhänge bringt“, sagt Kohfeldt. Dieses Mitdenken und das intensive Beschäftigen mit dem Fußball blieben auch den Verantwortlichen der Grün-Weißen nicht verborgen. Sie wussten schon bald: Hier ist jemand, der sich auch als Trainer hervorragend einbringen kann. Bei Florian Kohfeldt liefen sie damit offene Türen ein. Und so wurde er zur Saison 2006/2007 Co-Trainer der U-14-Mannschaft unter Chefcoach Harald Albrecht. Es war der Beginn einer Trainerkarriere, die in der Folgezeit gleich mehrfach turbulente Wendungen nehmen sollte.

Man könnte aus heutiger Sicht sagen: Florian Kohfeldt machte von Beginn an einen exzellenten Job. Denn…

Das komplette Porträt gibt es im aktuellen WERDER Mitglieder-Magazin Nr. 334 – Vereinsmitglieder des SV Werder Bremen erhalten das Magazin wie gewohnt exklusiv per Post oder als e-Paper.

WM 334 – WERDER MITGLIEDER MAGAZIN

Im Magazin gibt es unter anderem ein großes Porträt von Cheftrainer Florian Kohfeldt, der es beim SV Werder in elf Jahren vom U-14-Co-Trainer zum Bundesliga-Coach schaffte. Zudem erklärt Werder-Präsident und Geschäftsführer Dr. Hubertus Hess-Grunewald die neue Verteilung der Verantwortungsbereiche in der Geschäftsführung. Dazu gibt es wieder viele interessante Interviews, Reportagen und News aus dem Verein.

WM 333 – WERDER MITGLIEDER MAGAZIN

Im Magazin gibt es unter anderem Informationen zur Mitgliederversammlung des Sport-Verein „Werder“ von 1899 e. V. am 20. November 2017, einen Blick auf Werders DFB-Pokal-Saison und einen Rückblick auf die WERDER-MAGAZIN-Ausgaben Nr. 111 und Nr. 222, dazu ein Interview mit Carmen Roth, Trainerin der Bundesliga-Fußballerinnen, ein Porträt über U-23-Kapitän Rafael Kazior und viele interessante Interviews, Reportagen und News aus dem Verein.

WM 332 – WERDER MAGAZIN SPEZIAL

Die große Saisonvorschau 2017/2018: Auf 100 Seiten wird unter anderem die Bundesliga-Mannschaft vorgestellt. Dazu gibt es einen Überblick über die Sportabteilungen und große Interviews mit Werders Geschäftsführern Klaus Filbry, Frank Baumann und Dr. Hubertus Hess-Grunewald sowie Cheftrainer Alexander Nouri, der über seine Werder-Zeit als Spieler, beeindruckende Erlebnisse im Iran und die Ziele für die bevorstehende Spielzeit spricht.

WM 331 – WERDER MITGLIEDER-MAGAZIN

Max Kruse war in dieser Saison zweifellos der prägendste Spieler in Werders Bundesliga-Team. Dass er das Zeug dazu hat, Herausragendes zu leisten, deutete Kruse bereits in seiner ersten Werder-Zeit von 2006 bis 2009 an. Die Rückkehr war deshalb auch eine Herzensangelegenheit.

WM 330 – WERDER MITGLIEDER-MAGAZIN

Thomas Delaney will beim SV Werder mehr als nur Fußball spielen. Er will heimisch werden, den Verein kennenlernen, alles wissen. Also lud die Redaktion des WERDER MAGAZIN den Dänen zum Besuch des WUSEUM ein.

WM 329 – WERDER MAGAZIN SPEZIAL

Die große Saisonvorschau 2016/2017: Auf 100 Seiten wird unter anderem die Bundesliga-Mannschaft vorgestellt. Dazu gibt es einen Überblick über die Sportabteilungen und große Interviews mit Cheftrainer Viktor Skripnik sowie den Geschäftsführern der Grün-Weißen, darunter Frank Baumann, der über seine neue Arbeit als Geschäftsführer Sport berichtet.

WM 328 – WERDER MITGLIEDER-MAGAZIN

"Wir wollen vorwärts kommen"

 Werders Aufsichtsratsvorsitzender Marco Bode blickt im großen Interview auf die Saison zurück, erklärt die Entscheidungen der vergangenen Wochen und verrät, was ihn im Leben antreibt.