Von der Pflanze zur Jeans - 60plus besucht Bremer Baumwollbörse

Werders 60plusler blickten hinter die Kulissen der Bremer Baumwollbörse.
WERDER BEWEGT
Dienstag, 30.11.2010 // 12:53 Uhr

Am vergangenen Donnerstagnachmittag trafen sich 25 Mitglieder von Werders Projekt 60plus in der Bremer Innenstadt, um die dort gelegene Bremer Baumwollbörse zu erkunden.

 

Am Haupteingang des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes wurden die Grün-Weißen von Wilfried Neumann in Empfang genommen. Der erfahrene Mitarbeiter für Arbitrage, berichtete zu Beginn von den Aufgaben und Verantwortungen des rechtsfähigen Vereins. So erfuhren die 60plusler, dass die Bremer Baumwollbörse zusammen mit anderen Baumwollorganisationen im Auftrag ihrer Mitglieder für die vertragsgetreue Abwicklung des Baumwollgeschäfts sorgt, die durch ein Spezialgesetz vom Ursprung bis zur Erstverarbeitung in der Spinnerei festgelegt ist. Schon im Jahr 1872 wurden auf initiative von Bremer Kaufleuten die "Bedingungen für den Bremer Baumwollhandel" festgelegt und in Kraft gesetzt, um die Interessen der deutschen Baumwollwirtschaft auf nationaler und internationaler Ebene zu stärken.

 

Anhand einer Weltkarte erklärte der Experte anschaulich den globalen Weg der Baumwolle vom Anbau bis zur Verschiffung in die verarbeitenden Länder. Anschließend führte Wilfried Neumann die Werderaner durch das Gebäude in den kleinen Sitzungssaal der Börse. Dort angekommen wurde den Grün-Weißen ein Film über den Anbau und die Verarbeitung der Baumwolle gezeigt. Anschließend erfuhr die Gruppe, dass die Qualitätsarbitrage und eine eigene Schiedsgerichtsbarkeit der Baumwollbörse als Instrument zur neutralen Beilegung von Streitigkeiten zwischen Baumwollhändlern eine wichtige Rolle spielen. Wilfried Neumann erläuterte, dass die Baumwolle einen langen Weg zu ihrem Bestimmungsort zurücklegt und es daher zu Kontraktdifferenzen kommen kann. Um den Wert der Baumwolle zu bestimmen, werden der Bremer Baumwollbörse die Qualitätsstandards aus den jeweiligen Produktionsländern zur Verfügung gestellt. Durch das eigene Schiedsgericht der Börse werden Streitigkeiten sachkundig, zügig und für beide Parteien auch international verbindlich entschieden. Langwierige und kostspielige Prozesse vor ordentlichen Gerichten werden so vermieden. Die 60plus-Mitglieder erfuhren, dass die Qualitätsarbitrage immer durch zwei beeidigte Klassierer ausgeführt wird und im Streitfall über den Marktwert der gelieferten Baumwolle entscheidet. Da der Rohstoff den technischen Anforderungen der industriellen Weiterverarbeitung gerecht werden muss, wird die Klassierung durch Qualitätsprüfungen im Labor des Faserinstituts Bremen unterstützt.

 

Alles in allem erfuhren die Werderaner bei einem interessanten Blick hinter die Kulissen der Bremer Baumwollbörse viel Wissenswertes über die Naturfaser Baumwolle und die Aufgaben der Bremer Baumwollbörse.

 

Michael Arends