Zwei Vereine, eine Verbundenheit

Miriam Lamotte über ihre Inklusionsarbeit bei Werder-Partner Special Olympics Bremen

Miriam Lamotte mit Special Olympics auf Platz 11
SVW-Mitarbeiterin Miriam Lamotte (Mitte) engagiert sich seit über elf Jahren für Inklusion im Sport (Foto: WERDER/Sarah Rauch).
WERDER BEWEGT
Freitag, 05.11.2021 / 11:38 Uhr

Von Marie Berner

Toleranz, Offenheit, Vielfalt, Inklusion. Das ist nicht nur die Devise, nach dem der SV Werder Bremen lebt, sondern auch das zentrale Motto von Special Olympics. Die vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) offiziell anerkannte Sportbewegung für Menschen mit geistiger Behinderung ist seit vielen Jahren wichtiger Partner von Werder Bremen im Bereich Inklusion. Das gemeinsame Bestreben ist, Athlet:innen durch Sport mehr Anerkennung, Selbstbewusstsein und letztlich zu mehr Teilhabe an der Gesellschaft zu verhelfen. SVW-Mitarbeiterin Miriam Lamotte kennt die Arbeit der beiden Inklusionspartner wie keine Zweite. Die 37-Jährige arbeitet seit insgesamt acht Jahren bei den Grün-Weißen. Als Assistenz der Geschäftsführung ist sie derzeit für die Planung und Organisation rund um die Leitung des SV Werder Bremen zuständig. Zeitgleich engagiert sich Lamotte seit über einem Jahrzehnt ehrenamtlich bei Special Olympics Deutschland sowie dem Landesverband Special Olympics Bremen.

Begonnen hat das Engagement von Miriam Lamotte 2010, als die damals 26-Jährige nach ihrem Studium des Internationalen Kultur- und Eventmanagements mit Sport als Schwerpunkt auf der Suche nach einem Unternehmen war, bei dem sie ihre Abschlussarbeit schreiben konnte. Obwohl sie zu dem Zeitpunkt noch keine Berührungspunkte zu Menschen mit geistiger Beeinträchtigung hatte, bewarb sich Miriam Lamotte erfolgreich bei Special Olympics Bremen und leitete daraufhin das kulturelle Rahmenprogramm rund um die nationalen Sommerspiele. "Das war eine tolle Erfahrung", erinnert sich Lamotte und fügt hinzu: "Ab dem ersten Moment, an dem ich Special Olympics erlebt habe, war ich Feuer und Flamme und seitdem nicht mehr loszukriegen." Seither setzt sie sich bei der Sportbewegung ehrenamtlich dafür ein, Menschen mit einer geistigen Behinderung in und um Bremen eine Sportplattform zu ermöglichen. Aktuell ist die Mutter von zwei Kindern im Vorstand von Special Olympics Bremen aktiv und verantwortlich für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Organisation von Sportangeboten und -veranstaltungen.

Das Miteinander zählt

Im Jahr organisiert Special Olympics Deutschland mit seinen Landesverbänden mehr als 200 Veranstaltungen sowie die Sommer- und Winterspiele im jährlichen Wechsel. Des Weiteren werden regelmäßig Delegationen zu den Special Olympics Weltspielen, die alle vier Jahre in einem ausgewählten Land auf der Welt stattfinden, entsendet. Neben klassischen Disziplinen wie Leichtathletik, Fußball und Handball werden von Special Olympics Bremen auch Randsportarten wie beispielsweise Boccia, Bowling, Golf oder Floorball angeboten. Eine besondere Beachtung finden außerdem unterschiedliche Bildungs- und Gesundheitsprogramme: "Hinter unserer Arbeit verbirgt sich auch ein Bildungsauftrag", erklärt Miriam Lamotte. "Wir wollen die Athletinnen und Athleten dazu bewegen, sich beispielsweise mit Ernährung zu beschäftigen, oder zu lernen, wie sie Sport in ihren Alltag integrieren können", so die 37-Jährige weiter.

Über die erfolgreiche Teilnahme an Veranstaltungen und Wettbewerben hinaus sind soziale Aspekte, zum Beispiel Gemeinsamkeit und Zusammenhalt, von ausdrücklicher Bedeutung. "Natürlich sind die Athlet:innen ehrgeizig und wollen gewinnen, aber zeitgleich gibt es auch einzigartige und wundervolle Momente auf zwischenmenschlicher Ebene. Wenn beispielsweise ein Sportler vor der Zielgeraden auf seinen besten Freund wartet, um mit ihm gemeinsam ins Ziel zu laufen, weil dieser einen schlechten Tag hat, ist das herzerwärmend. Das sind Momente, an denen ich immer wieder merke, das ist der Grund, warum ich mich engagiere und viel Zeit investiere", erzählt die SVW-Mitarbeiterin. Außerdem nimmt Lamotte durch ihre ehrenamtliche Arbeit viel für ihr Privatleben mit: "Die Athlet:innen sind so fröhlich und dankbar. Diese Lebensfreude ist ansteckend und hält mir immer wieder vor Augen, dass man sich im Alltag oft viel zu viele Gedanken um Themen macht, die eigentlich nicht so wichtig sind."

Verlassen der eigenen Komfortzone

Eines der zentralen Ziele von Special Olympics ist, Sportler:innen mit geistiger Beeinträchtigung eine Plattform zu bieten, um sie innerhalb der Gesellschaft sichtbarer zu machen und ihnen mehr Teilhabe zu ermöglichen. Um dieses Ziel langfristig umzusetzen, sei es essenziell, mit anderen Sportvereinen zusammenzuarbeiten. "Da wir keine eigenen Sportplätze oder Hallen haben, sind wir darauf angewiesen, dass Vereine bereit sind, Sportangebote für Menschen mit Beeinträchtigung zu öffnen", erklärt Lamotte. Der SV Werder Bremen engagiert sich im Rahmen von inklusiven Sportangeboten sowie -projekten seit vielen Jahren für den Abbau von Barrieren ein. Die Wichtigkeit der Arbeit des Traditionsklubs bestätigt auch Miriam Lamotte: "Werder ist durch seine unglaubliche Strahlkraft für uns in der Region der wichtigste und stärkste Partner. Die Zusammenarbeit mit großen Vereinen wie dem SVW trägt dazu bei, die Aufmerksamkeit auf Athlet:innen mit Beeinträchtigung zu erhöhen und sie stärker in den Mittelpunkt der Gesellschaft zu rücken."

Unsere Sportler:innen leisten Großartiges. Ich hoffe, dass wir sie irgendwann so anfeuern können wie Spitzensportler:innen ohne Handicap.
Miriam Lamotte - Special Olympics Bremen

Heute gehören weltweit über fünf Millionen Athlet:innen aus 174 Ländern zu Special Olympics. Miriam Lamotte wünscht sich für die herausragenden Leistungen mehr Wertschätzung innerhalb der Gesellschaft: "Unsere Sportler:innen leisten Großartiges und haben es verdient, die gleiche Anerkennung zu bekommen wie Akteur:innen ohne Handicap. Daher hoffe ich, dass in Zukunft mehr Menschen bereit sind, einen anderen Blickwinkel auch als Bereicherung für sich selbst anzusehen, sodass wir vielleicht irgendwann Athlet:innen mit einer Beeinträchtigung genau so anfeuern können wie Spitzensportler:innen ohne Handicap."

An Interessierte, die mit dem Gedanken spielen, sich ehrenamtlich für Inklusion einzusetzen, möchte Miriam Lamotte außerdem explizit appellieren, ihr Vorhaben umzusetzen: "Es bringt unheimlich viel Lebensfreude, sich zu engagieren. Wer gerne mal bei Special Olympics dabei sein möchte, ist jederzeit herzlich willkommen. Egal ob als Zuschauer:in oder Unterstützer:in – Hauptsache dabei sein!"

Die CSR-Arbeit des SV Werder Bremen wird mit Unterstützung unserer CSR-Partner umgesetzt. Seit Jahren fördern sie die Projekte und Programme von WERDER BEWEGT-LEBENSLANG und leisten so einen wertvollen Beitrag zur Umsetzung des sozialen und gesellschaftlichen Engagements der Grün-Weißen. Informationen zu unseren Sponsoren findet ihr hier.

 

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