S(ch)ichtwechsel: Teilhabe neu denken

Jutta Lötzerich und Leonie Schelter in der Werder-Fanwelt
Werder-Fanwelt Mitarbeiterin Jutta Lötzerich zeigt Leonie Schelter von Werkstatt Bremen ihren Arbeitsplatz (Foto: WERDER.DE).
WERDER BEWEGT
Mittwoch, 29.09.2021 / 15:20 Uhr

Von Marie Berner

Schichtwechsel als Sichtwechsel der eigenen Arbeit – auch beim SV Werder Bremen. An dem bundesweiten Aktionstag tauschten Beschäftigte aus Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfbM) für einen Tag ihren Arbeitsplatz mit Mitarbeiter:innen aus Unternehmen des sogenannten allgemeinen Arbeitsmarktes. Ziel war eine Begegnung auf Augenhöhe sowie das gegenseitige Vorstellen der Arbeit, um beiden Seiten einen Perspektivwechsel zu ermöglichen und Inklusion weiter zu fördern.

Die SVW-Mitarbeiterinnen Jutta Lötzerich (WERDER Fan-Welt) und Sonja Dundon (Marketing) verbrachten je einen Praxistag in der Werkstatt Bremen, im Gegenzug kamen Leonie Schelter sowie Tanja Köhl für einen Tag zu den Grün-Weißen.

Arbeit ist für nahezu jeden Menschen elementar und neben dem Geldverdienen auch bedeutend für soziale Beziehungen sowie die persönliche Identität. "Viele Menschen wissen oft gar nicht so genau, was in der anderen Arbeitswelt eigentlich passiert. Besonders weil sich Werkstätten in den letzten Jahren so stark weiterentwickelt haben, ist es wichtig, dass sowohl die Unternehmen als auch die Werkstätten ihre Türen aufmachen", erklärt Katharina Lammers, Projektleiterin von S(ch)ichtwechsel Bremen.

Jutta Lötzerich, Leiterin der WERDER Fan-Welt, ist dankbar, an dem Projekt teilnehmen zu können: "Der Wechsel hat mir total gut gefallen. Ich hätte ehrlich gesagt nicht gedacht, dass die Arbeit in der Werkstatt so anspruchsvoll ist. Auf der anderen Seite konnte ich viel für meinen eigenen Arbeitsplatz in der Fan-Welt mitnehmen und mich noch stärker mit dem Inklusionsgedanken auseinandersetzen. So ein Projekt hilft dabei, Barrieren weiter abzubauen und sich selbst zu reflektieren", so die 51-Jährige resümierend.

S(ch)ichtwechsel als einer von vielen inklusiven Bausteinen

Sonja und Tanja beim Schichtwechsel
Sonja Dundon (SVW) fertigt Autobauteile in der Werkstatt Bremen an (Foto: W.DE).

Auch für Teilnehmerin Leonie Schelter ergab der S(ch)ichtwechseltag einen wertvollen Austausch. Die 24-Jährige arbeitet normalerweise in einer Außenstelle der Werkstatt Bremen im Airport-Shop 'Bremen zum Mitnehmen'. Vergangene Woche verbrachte sie einen Tag in der WERDER Fan-Welt und blickt positiv auf den neuen Einblick in einen anderen Arbeitsalltag zurück: "Es war aufregend, mal einen anderen Arbeitsablauf zu erleben und zu sehen, was andere Menschen eigentlich so machen."

Sowohl der SV Werder als auch die Werkstatt Bremen waren in diesem Jahr zum ersten Mal Teil des jährlich stattfindenden Aktionstags, der bereits 2017 durch die Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen e.V. ins Leben gerufen wurde. Neben dem übergeordneten Ziel, Menschen mit Handicap auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu integrieren, spielen auch andere Aspekte beim S(ch)ichtwechsel eine bedeutsame Rolle. "Es ist wichtig, dass die Menschen sehen, dass unsere Beschäftigten in der Werkstatt richtig professionelle Arbeit leisten. Wir haben einen Pulk voller Spezialist:innen und es macht mich stolz, wenn das in noch mehr Köpfen ankommt und so gesehen wird", erklärt Automotiv-Gruppenleiterin Birgit Müggenberg von der Werkstatt Bremen.

Der SVW engagiert sich seit vielen Jahren sowohl im Sport als auch in der Arbeitswelt für die Inklusion von Menschen mit Handicap. Ein Beispiel ist der 23-jährige Luca Nelde, der als festangestellter Mitarbeiter mit einer geistigen Beeinträchtigung beim SV Werder arbeitet und dabei stellvertretend für erfolgreich gelebte Inklusion und Vielfalt im Verein steht. "Bei Werder erlebe ich eine große Offenheit. Vor allem in den Gesprächen haben wir gemerkt, dass von Vereinsseite schon viele Schritte gegangen und Gedanken gedacht wurden, in denen manche Unternehmen vielleicht noch nicht so weit sind. So ein Tag wie der 'Schichtwechsel' ist ein inklusiver Baustein von vielen weiteren, durch die wir langfristig kooperieren und netzwerken können", so Projektleiterin Katharina Lammers abschließend.

 

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