Kleine Helden des Bolzplatzes

Bauer und Belfodil kicken beim SPIELRAUM-Projekt in Vegesack

Ishak Belfodil mit Kids und Trainerin Melissa Knief (re.) auf dem SPIELRAUM-Bolzplatz in Vegesack (Foto: W.DE).
WERDER BEWEGT
Donnerstag, 10.05.2018 // 11:44 Uhr

Von Yannik Cischinsky

Hier fängt so häufig alles an: auf dem Bolzplatz. Nach Schulschluss geht's mit dem Ball unter den Arm geklemmt zur nächsten freien Fläche - und dann wird gekickt. Auch Ishak Belfodil und Robert Bauer haben so hunderte Stunden ihrer Jugend verbracht. Ein Ball, zwei Teams, los geht’s! Zum offiziellen Start des SPIELRAUM Bolzplatzes in Bremen-Vegesack sind die beiden Bundesliga-Profis auch zu ihren Wurzeln zurückgekehrt – und hatten mit den Kids mächtig Spaß.

„Man merkt, wie dankbar die Kinder sind, dass es in einem Stadtteil wie diesem dieses Angebot gibt. Das finde ich top. Deshalb waren Ishak und ich auch sofort Feuer und Flamme für das Projekt“, sagt Robert Bauer. Eine halbe Stunde hat der Rechtsverteidiger mit den rund 25 Jungs und Mädchen gekickt. Berührungsängste? Fehlanzeige! Und das auf beiden Seiten. Die integrative Kraft des Fußballs wird häufig beschrieben, bei diesem Event springt sie dem Beobachter förmlich ins Auge. Ishak Belfodil, der dank des Fußballs den Weg aus der Pariser Vorstadt gefunden hat, quatscht auf Arabisch mit einigen Jungs, Robert Bauer legt seinem zehnjährigen Teamkollegen das Tor zum 1:0 auf, gemeinsam wird gefeiert. Die Bundesligastars sind in diesem Moment einfach Kumpels.

Robert Bauer: "Man merkt, wie dankbar die Kids für dieses Angebot sind" (Foto: WERDER.DE).

Mit SPIELRAUM setzt sich WERDER BEWEGT bereits an sechs Standorten in Bremen für Integration ein. Seit 2011 gibt es das Projekt. Auch im Stadtteil Vegesack in Bremen-Nord, direkt an der Hochhaussiedlung Grohner Düne, bietet Werder gemeinsam mit dem SOS-Kinderdorf Worpswede so seit Kurzem eine Ergänzung zu den klassischen Angeboten der Jugendsozialarbeit im Quartier an. „Wir fahren mit unseren Werder-Trainern regelmäßig die Bolzplätze an und animieren die Kids zum Bolzen“, erklärt Michael Arends, Verantwortlicher für das SPIELRAUM-Projekt, das Prinzip. Ein Ball, zwei Teams, los geht’s! „Ziel ist es, die Kinder und Jugendlichen vom Teamsport zu begeistern, ihre persönliche Entfaltung zu fördern, ihnen mitten in der Stadt einen Treffpunkt zu bieten, wo sie sich mit ihren Freunden treffen können und natürlich auch Spaß zu haben“, so Arends weiter.

Vor Ort helfen dabei zwei Schüler aus dem Werder-Projekt „100 Schulen – 100 Vereine“, die sich seit dem Start ehrenamtlich für die Kids einsetzen. Kassem Celik und Melissa Knief gehen beide auf die Oberschule an der Egge in Blumenthal, das Kicken mit den Kindern verschiedenster Nationen gibt ihnen das Gefühl, mit einfachen Mitteln etwas bewegen zu können. „Manchmal sind die Jungs natürlich auf Krawall gebürstet, aber das verfliegt beim Spielen schnell. Man hat das Gefühl, dass man den Kindern etwas für ihr Leben mitgeben kann. Respekt gegenüber anderen zum Beispiel oder wie Sport verbinden kann“, sagt Melissa. Die Begeisterung für das Projekt ist ihr anzumerken. „Die kleinen Erfolgsmomente machen die Arbeit hier so besonders.“

Unterstützt werden Melissa und Kassem von Miklas Wrieden, SOS-Teamleiter. Die starke Verbindung zwischen SOS-Kinderdorf und WERDER BEWEGT besteht seit Jahren und wird kontinuierlich ausgebaut. Bei der feierlichen Eröffnung des SPIELRAUMs an der Grohner Düne organisiert Wrieden das komplette Turnier. Abpfiff für Team Bauer und Team Belfodil. Die nächsten Jungs stehen schon bereit. Ein Ball, zwei Teams, los geht’s!

Die besten Bilder des Events:

 

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