Punkteteilung im Weser-Stadion

Werders U 23 und Osnabrück trennen sich 2:2 - Schmidt sieht Rot

Das 2:2 gegen Osnabrück ist Werders zweites Unentschieden in Folge (Foto: hansepixx).
U23
Sonntag, 03.12.2017 // 16:04 Uhr

Von David Steinkuhl

Vor 2.400 Zuschauern in der Ausweichspielstätte Weser-Stadion trennen sich Werders U 23 und der VfL Osnabrück mit 2:2. Ole Käuper (2.) brachte die grün-weißen Farben ganz früh in Führung, die Gäste glichen nach Leistungssteigerung durch Sebastian Klaas (33.) aus. In einer heißen Schlussphase erzielte Niklas Schmidt (77.) nach einer tollen Einzelleistung das 2:1, im Gegenzug musste ein starker Eric Oelschlägel dann den erneuten Ausgleichstreffer von Marc Heider (78.) hinnehmen. Zehn Minuten vor dem Ende schickte Schiedsrichter Börner dann Niklas Schmidt nach einer Tätlichkeit vorzeitig zum Duschen. Die Punkteteilung geht am Ende in Ordnung.  

Aufstellung und Formation: Coach Oliver Zapel schenkt den selben elf Akteuren, die vergangene Woche schon gegen Rot-Weiß Erfurt in der Startelf standen, sein Vertrauen. Im 3-5-2 bilden Verlaat, Vollert und Volkmer wieder die hinterste Kette vor Keeper Eric Oelschlägel. Davor kümmern sich Käuper, Schmidt und Touré um das zentrale Mittelfeld, Eggersglüß und Jacobsen sollen die Flügel entlangmarschieren. In der Spitze bleibt auch alles beim Alten. Johannes Eggestein und Ousman Manneh, der in den letzten beiden Duellen mit Osnabrück jeweils traf, sollen es ganz vorne richten.  

Höhepunkte der 1. Halbzeit

2. Minute: TOOOR für Werder, 1:0, Ole Käuper! Was für ein Start! Werders erster Angriff muss wohl so im Fußball-Lehrbuch stehen und wird folglich mit der Führung belohnt: Manneh spielt einen einfachen Doppelpass mit Johannes Eggestein und marschiert mit langen Schritten in Richtung VfL-Sechzehner. Dann spielt der Gambier einen schicken Pass in die Gasse, den Ole Käuper entgegennimmt und gefühlvoll am den herausstürmenden Gersbeck vorbei chippt - der vierte Saisontreffer für den heutigen SVW-Kapitän.

4. Minute: Erfrischend wie die jungen Grün-Weißen hier in den ersten Minuten aufspielen. Niklas Schmidt bekommt viel Platz und probiert es auch 18 Metern. Sein Flachschuss verfehlt die linke Ecke um Zentimeter, da hätte es beinahe schon zum zweiten Mal geklingelt.

18. Minute: Möglicherweise von der tollen Atmosphäre im Weser-Stadion beflügelt, zeigen beide Teams hier eine Partie, von der man nicht glauben würde, dass beide Kontrahenten im Tabellenkeller der 3. Liga stehen. Osnabrück ist nach verschlafener Anfangsphase nun auch im Spiel angekommen und setzt offensive Akzente, eine echte Torchance bot sich den Gästen allerdings noch nicht.

25. Minute: Torschütze Käuper versucht es mit einem Flatterball aus gut 20 Metern. Vor Gersbeck setzt das Leder einmal auf, der Schlussmann kann die Kugel nicht festhalten. Manneh setzt nach, bekommt den Ball mit dem Rücken zum Tor aber nicht ausreichend unter Kontrolle und Ahmet Arslan kann klären.

33. Minute: Tor für Osnabrück, 1:1, Sebastian Klaas. Ja, auch die Gäste können Fußballspielen. Reimerink steckt für Iyoha durch, der das Spielgerät von der Grundlinie klug in den Rücken der Abwehr legt. Dort hat Klaas viel Zeit und schiebt aus acht Metern Entfernung zum Ausgleich ein.

42. Minute: Oelschlägel vereitelt eine richtig gute Chance der Lila-Weißen. Nach einer Groß-Flanke hat Reimerink das 2:1 auf dem Fuß, aber Oelschlägel ist richtig postiert und lässt den Schuss des Niederländers abklatschen. In der Folge kann Verlaat löschen.

45. Minute: Pause im Weser-Stadion. Eine richtig unterhaltsame Partie bekommt 15 Minuten zum Durchschnaufen. Werder startete richtig stark und ging schnell in Führung, der VfL kam aber immer besser ins Spiel und erzielte nach etwas mehr als einer halben Stunde den durchaus verdienten Ausgleich.

Höhepunkte der 2. Halbzeit

Osnabrück machte viel Druck in Hälfte zwei (Foto: nordphoto).

53. Minute: Wachs führt einen Freistoß an der linken Seitenlinie schnell aus, weil Heider schon in Richtung Strafraum startet. Der ehemalige Werderaner nimmt den Ball mit der Brust an und schließt aus der Drehung mit links ab. Oelschlägel ist wach und kann parieren.

57. Minute: Niklas Schmidt bringt eine scharfe Flanke aus dem Halbfeld in den Sechzehner, wo Eggestein im Rücken von Appiah angelaufen kommt und in aussichtsreicher Position allein vor Gersbeck fast an den Ball kommt. Der VfL-Verteidiger kriegt noch im letzten Moment seine Fußspitze dazwischen und kann zur Ecke klären.

65. Minute: Es brennt gewaltig im Strafraum der Grün-Weißen. Innerhalb von einer Minute reagiert Eric Oelschlägel zweimal überragend mit dem Fuß gegen Marc Heider, besonders bei Heiders zweitem Versuch ist es eine Riesentat vom Bremer Schlussmann. Werder lässt Osnabrück momentan viele Freiräume und sollte aufpassen, nicht zu passiv zu werden.

69. Minute: Wieder muss Oelschlägel runter! Groß hält aus der zweiten Reihe drauf und der 22-Jährige muss sich ganz lang machen, um den Einschlag zu verhindern. Die Gäste sind weiterhin näher dran am Führungstor als der SVW.

77. Minute: TOOOR für Werder, 2:1, Niklas Schmidt! Ein wunderschönes Solo vom Offensivmann des SVW. Über den rechten Flügel läuft der 19-Jährige auf Arslan und Appiah zu, lässt beide VfLer ganz alt aussehen und behält dann alleine vor Gersbeck die Nerven.

78. Minute: Tor für Osnabrück, 2:2, Marc Heider. Im direkten Gegenzug die Antwort der Lila-Weißen. Einen langen Ball von Alvarez nimmt Heider per Kopf und die Kugel senkt sich im hohen Bogen über Oelschlägel hinweg in die lange Ecke.

80. Minute: Platzverweis für Werder. Niklas Schmidt sieht nach einer Tätlichkeit gegen Susac glatt die Rote Karte. Die Grün-Weißen müssen nun zu zehnt den Punkt sichern.

85. Minute: Werder zieht sich in Unterzahl nicht zurück und versucht offensiv weiterhin Akzente zu setzen. Ein Volkmer-Freistoß fliegt knapp über die Querlatte. Der Ausgang der Partie ist fünf Minuten vor dem Ende völlig offen.

90. Minute: Schluss im Weser-Stadion. Werder und der VfL Osnabrück trennen sich 2:2-Unentschieden. Die Punkteteilung geht in Ordnung, beide Mannschaften haben sich einen unterhaltsamen Fight geliefert. Werder zeigte viele gute spielerische Ansätze und nahm den Kampf auch in etwas prekäreren Phasen im zweiten Abschnitt an. Der SVW zeigte sich immer wieder mutig im Spiel nach vorne und ging durch Schmidt in Führung. Nach Heiders postwendendem Ausgleich flog Werders Torschütze vom Platz, in der Schlussphase rettete das Team von Oliver Zapel den einen Punkt über die Zeit, ohne viel zuzulassen. 

Stimmen zum Spiel

Eric Oelschlägel: „Nach dem Tor zum 2:1 wäre vielleicht mehr drin gewesen, wenn wir uns in der Szene danach etwas cleverer angestellt hätten. Insgesamt war das aber eine sehr gute kämpferische Leistung von uns. Vor allem in Unterzahl haben wir uns nochmal richtig reingehauen. Ich bin froh, dass ich der Mannschaft in einer Phase, in der Osnabrück schon ziemlich überlegen war, mit den Dingern, die ich gehalten habe, weiterhelfen konnte.“

Oliver Zapel: „Es hat schon viele gepasst heute, aber am Ende ist das Unentschieden natürlich völlig in Ordnung. Das 2:2 hätten wir eigentlich gut verteidigen können, das war eigentlich keine gefährliche Szene, aber da waren wir wohl noch beim Torjubel. Das Tor von Niklas zuvor, war natürlich überragend, solche Aktionen machen ihn so wertvoll. Was er danach macht, darf ihm natürlich niemals passieren, das wird er selber aber auch wissen. Wichtig ist, dass wir uns in kleinen Schritten weiterentwickeln und das ist uns auch heute wieder gelungen.“

Die Statistik

SV Werder: Oelschlägel - Verlaat, Vollert, Volkmer - Eggersglüß, Schmidt, Käuper, Touré, Jacobsen - Manneh (86. Manneh), J. Eggestein (68. Rosin)

VfL Osnabrück: Gersbeck - Renneke, Appiah, Susac, Wachs - Arslan (86. Danneberg), Groß - Heider, Klaas, Reimerink (70. Alvarez) - Iyoha (74. S. Tigges)

Tore: 1:0 Käuper (2.), 1:1 Klaas (33.), 2:1 Schmidt (77.), 2:2 Heider (78.)

Gelbe Karten: Touré, Volkmer - Alvarez, Arslan, Renneke

Rote Karte: Schmidt (80./Tätlichkeit)

Schiedsrichter: Bastian Börner (Dortmund)

Weser-Stadion: 2.400 Zuschauer