Finale Deutschland gegen Österreich erwünscht!

Kämpfen ab Samstag um die Krone Europas: Florian Grillitsch und Davie Selke.
U23
Dienstag, 15.07.2014 // 10:38 Uhr

WERDER.DE: Am Samstag startet ihr mit euren Teams in die EM. Die Vorfreude ist sicherlich groß...

DAVIE SELKE: Natürlich. Gerade wenn man am Sonntag die Bilder vom WM-Sieg noch vor Augen hat, freut man sich richtig auf so ein Turnier. Wir wollen es der Nationalmannschaft jetzt nachmachen und den EM-Titel nach Deutschland holen.

Während ganz Deutschland nach dem WM-Triumph noch im siebten Fußball-Himmel schwebt, bereiten sich zwei Werder-Talente auf ihr ganz persönliches Sommermärchen vor. Davie Selke (Deutschland) und Florian Grillitsch (Österreich) kämpfen ab dem kommenden Wochenende in Ungarn um die U 19-Europameisterschaft. WERDER.DE sprach mit dem Duo vor ihrem Abflug.

FLORIAN GRILLITSCH: Österreich qualifiziert sich ja nicht immer für diese großen Turniere. Vielleicht ist diese U 19-EM das einzige Turnier, das ich spielen werde. Daher ist die Vorfreude auch bei mir natürlich groß.

Mit welchen Zielen fahrt ihr zur EM?

DAVIE SELKE: Wir wollen natürlich den Titel holen! Wir haben eine richtig gute Mannschaft, viele spielen bereits fest in der Bundesliga, der Teamgeist ist überragend. Da kämpft jeder für jeden. Das hat man bereits in den Qualifikationsrunden gesehen und diese Leistungen wollen wir nun auch in Ungarn zeigen.

FLORIAN GRILLITSCH: Unser Ziel ist die Qualifikation für die U 20-WM in Neuseeland im kommenden Jahr. Dafür müssen wir mindestens Dritter in der Gruppenphase werden. Aber natürlich wollen wir soweit kommen wie möglich. Das Halbfinale ist für uns sicherlich drin!

Wenn man das Teilnehmerfeld anschaut, fehlen viele große Fußball-Nationen wie Frankreich, Spanien, England oder auch die Niederlande. Woran liegt das?

FLORIAN GRILLITSCH: Das stimmt, aber diese Teilnehmerländer haben sich ja nicht ohne Grund qualifiziert. Alle Mannschaften, die es bis in die Endrunde geschafft haben, haben ihre Stärken und haben sich in den Qualifikationsrunden gegen die vermeintlichen Favoriten durchgesetzt. Es wird daher in Ungarn keinen schwachen Gegner geben.

DAVIE SELKE: Da gebe ich Florian absolut Recht. Die beiden Qualifikationsrunden sind brutal schwer. Gerade in der Eliterunde kommt nur der jeweilige Gruppenerste weiter, da darf man sich keine Fehler erlauben. Das kann sofort bestraft werden. Bei uns in der Eliterunde war es auch ein Rennen zwischen Spanien und uns, das wir zum Glück für uns entschieden haben.

Wer hat denn die schwierigere Gruppe erwischt?

FLORIAN GRILLITSCH: Das ist schwer zu sagen, die Gruppen sind beide sehr ausgeglichen. Bei uns ist sicherlich Portugal der größte Konkurrent. Ungarn als Gastgeber ist vor eigenem Publikum ebenfalls nicht zu unterschätzen.

DAVIE SELKE: Das sehe ich ähnlich, beide Gruppen sind nicht einfach zu spielen. In den Qualifikationsrunden haben alle Teams ihre Qualität unter Beweis gestellt. Österreich hat vielleicht die ein wenig schwierigere Gruppe erwischt, aber auch wir werden es gegen den Titelverteidiger Serbien und auch die Ukraine und Bulgarien nicht einfach haben.

Ihr beide könntet frühestens im Halbfinale aufeinander treffen. Wer gewinnt denn dann?

FLORIAN GRILLITSCH: Natürlich wir, gegen Deutschland ist das immer ein Prestigeduell, da sind wir noch motivierter. Mir wäre es aber lieber, wenn wir im Finale aufeinandertreffen. Das wäre ein Traum.

DAVIE SELKE: Ein Finale gegen Österreich wäre natürlich top. Aber sorry Florian, das gewinnen dann natürlich wir (lacht).

Ihr beide habt in den Qualifikationsrunden das Kunststück vollbracht, jeweils vier Tore in einem Spiel zu schießen. Sicherlich ein außergewöhnlicher Moment für euch beide, oder?

FLORIAN GRILLITSCH: Natürlich ist das ein tolles Gefühl. Aber viel wichtiger war doch, dass wir uns für die EM qualifiziert haben. Ich bin froh, dass ich dem Team mit meinen Toren dabei helfen konnte. Aber klar, vier Tore in einem Spiel macht man sicher nicht so oft.

DAVIE SELKE: Der Erfolg der Mannschaft steht absolut im Vordergrund. Letztendlich ist es egal, wer die Tore macht. Aber natürlich habe ich mich darüber gefreut. Ich habe die vier Treffer in der ersten Runde gemacht, Florian in der zweiten. Eigentlich wäre ich jetzt wieder dran (schmunzelt).

Vielen Dank für das Gespräch und euch beiden viel Erfolg mit euren Teams!

Interview: Norman Ibenthal