Der Traum vom Wohnzimmer

Ole Käupers Weg bei Werder

Lebenslang Grün-Weiß: Ole Käuper spielt seit der U 9 für den SV Werder (Foto: nordphoto).
U23
Mittwoch, 16.03.2016 // 16:36 Uhr

Von Marcel Kuhnt

Es war ein logischer Schritt, den Ole Käuper letzte Woche machte. Das Werder-Talent verlängerte seinen Vertrag um weitere drei Jahre und wird somit bis 2019 das Trikot der Grün-Weißen tragen. Verwunderlich ist es nicht, dass der 19-Jährige weiterhin mit der Raute auf der Brust auflaufen will. Als Bremer Junge ist das Ehrensache.

"Ich bin seit der U 9 hier und kenne eigentlich gar nichts außer Werder Bremen. Es war schon immer mein Ziel im Weser-Stadion zu spielen, für meine Heimatstadt aufzulaufen. Ich glaube, es gibt nichts Geileres", erzählt Käuper, wenn er auf seine Heimat und seine Wünsche angesprochen wird. Dass er damit natürlich ein Heimspiel der Profis meint, lässt er durchblicken. Im Wohnzimmer des SV Werder ist er nämlich bereits beim 2:1-Erfolg der U 23 gegen Holstein Kiel  für kurze Zeit aufgelaufen. "Es war zwar ein tolles Erlebnis zum ersten Mal im Weser-Stadion zu spielen, aber es ist natürlich nicht zu vergleichen mit einem Bundesligaspiel, wenn du vor 40.000 Zuschauern antrittst", sagt Käuper.

Käuper: "Ich habe mich ins Team gearbeitet"

Fester Bestandteil der U 23: Ole Käuper im Training (Foto: WERDER.DE).

Dieser erste Auftritt im Weser-Stadion war auch der Lohn für die harte Arbeit sowie den Einsatz, den Käuper Woche für Woche auf dem Trainingsplatz oder bei den Einsätzen der U 23 an den Tag legt. Trotz seines jungen Alters ist er bereits fester Bestandteil der Mannschaft von Alexander Nouri und kann auf 15 Einsätze in dieser Saison zurückblicken – sieben davon von Anfang an. Dabei ist die Spielzeit für ihn gar nicht gut gestartet: "Am Anfang der Saison war es schwierig. Da hatte ich mit Verletzungen zu kämpfen. Aber jetzt habe ich mich ins Team gearbeitet und bin zufrieden."

Die Situation, einer der Jüngsten im Kader zu sein, kennt der Mittelfeldstratege nicht erst seit dieser Saison. Beim Durchlaufen der Nachwuchsteams war er immer einer der Jüngeren, was mit seinen guten Leistungen zusammenhängt. Mehrfach half Käuper in den älteren Teams aus und lernte sich durchzusetzen. "Am Anfang war es sehr hart, wenn du immer der Jüngste bist. Ich glaube, dass mich das im Nachhinein weitergebracht hat, weil ich mit Älteren spielen konnte und so auch das Tempo annehmen musste. Wenn man sich daran gewöhnt hat, profitiert man davon sehr", so Käuper.

Es war sehr hart, die anderen Fußballspielen zu sehen.
Ole Käuper

Trotz seiner beinahe makellosen Entwicklung musste der gebürtige Bremer auch Rückschläge hinnehmen. Neben dem frühen Vorrunden-Aus bei der U 17-EM war es vor allem eine langwierige Fußverletzung. Lange war Käuper außer Gefecht gesetzt. "Es war sehr hart die anderen Fußballspielen zu sehen, während du selbst nichts machen konntest. Ich konnte ja noch nicht mal laufen. Das war eine lange, schwierige Zeit. Ich bin einfach froh, dass ich wieder spielen kann und hoffe, verletzungsfrei zu bleiben."

Doch das ist alles Vergangenheit, weshalb er lieber in die Zukunft blickt und auf sein erstes Tor in der 3. Liga hinfiebert: "Früher habe ich viele Tore geschossen. Im Moment hapert es ein wenig, aber ich bin fest davon überzeugt, wenn ich das erste Mal treffe, dass dann der Knoten wieder platzt." Und wenn dieser Knoten endlich platzt, rückt mit Sicherheit auch das Ziel von Ole Käuper wieder ein Stück näher: ein Heimspiel im ausverkauften Weser-Stadion.