Vom Spätzünder zum Dauerbrenner

Will mit Werders U 23 so lange wie möglich an Wolfsburg dran bleiben: Torben Rehfeldt (Foto: nordphoto).
U23
Mittwoch, 09.04.2014 // 12:39 Uhr

„Daran sieht man. Wie schnell es im Fußball gehen kann", blickt Torben Rehfeldt auf die vergangenen zwölf Monate zurück. Von der Bremen-Liga spielte sich Werders Talent bis in den Bundesliga-Kader....

„Daran sieht man. Wie schnell es im Fußball gehen kann", blickt Torben Rehfeldt auf die vergangenen zwölf Monate zurück. Von der Bremen-Liga spielte sich Werders Talent bis in den Bundesliga-Kader.

Ein Entwicklung, die er sich vor rund einem Jahr nicht hätte träumen lassen. Denn vor fast genau einem Jahr trainierte der 20-Jährige zwar regelmäßig mit der U 23 mit, kam jedoch eher für die U 21 in der Bremen-Liga zum Einsatz. Keine einfache Zeit für den Abwehrspieler: „Ich bin damals gerade aus der U 19 gekommen, die Umstellung vom Jugend- in den Herrenfußball war am Anfang für mich schwer. Ich konnte mich in der U 23 nicht festsetzen. Dazu noch der Abi-Stress. Das hat schon geschlaucht", erinnert sich der gebürtige Hamburger, der lediglich fünf (meist) Kurzeinsätze im Regionalligateam verzeichnete. „Da bin ich schon ab und zu an einem Punkt gewesen, an dem ich mich gefragt habe, ob ich es im Fußball noch einmal höher schaffen kann."

Ernsthafte Zweifel an der sportlichen Zukunft kamen Torben Rehfeldt jedoch nie auf. „Die Trainer und auch die Mannschaft haben mir immer ein positives Feedback gegeben. Und auch ich selbst hatte das Gefühl, dass nicht viel fehlt. Das hat mir genug Motivation gegeben, um dran zu bleiben, intensiv an mir zu arbeiten und die Schule vernünftig abzuschließen. Heute bin ich froh, dass ich nicht aufgeben habe, sondern noch mehr getan habe."

Dieses „mehr getan" ist vielleicht der Ausschlag gewesen, warum es seit dieser Saison sportlich bergauf geht. Nach erfolgreichem Schulabschluss schob der Innenverteidiger fleißig Extra-Schichten. „Noch heute versuche ich drei bis vier Mal die Woche zusätzlich ins Fitness-Studio zu gehen, um eine andere Belastung zu haben und mich individuell noch mehr zu fordern. Dafür war vorher nie so viel Zeit. Es macht sich schon bemerkbar, wenn man sich nur auf eine Sache konzentrieren muss."

In Werders U 23 hat sich 20-Jährige zum Dauerbrenner entwickelt und hat bislang nur zwei Spiele verpasst. Im Heimspiel gegen Rehden musste er Profi Lukas Schmitz den Vortritt lassen und als die U 23 Mitte November gegen Norderstedt antrat, erlebte er sein bislang sportliches Highlight: seinen ersten Bundesliga-Spieltag. Denn nach einigen Trainingseinheiten bei den Profis berief ihn Cheftrainer Robin Dutt für das Spiel gegen Mainz 05 in den Bundesligakader. „Ein tolles Gefühl. Als ich mit der Mannschaft zum Warmmachen raus gekommen bin, war das Gänsehaut pur. Diesen Moment werde ich nie vergessen. Da weiß man, wofür man die ganze Zeit arbeitet."

Zum Einsatz ist Torben Rehfeldt, der im Sommer ein Fernstudium mit den Schwerpunkten BWL und Wirtschaftspsychologie aufnehmen möchte, in der höchsten deutschen Spielklasse noch nicht gekommen. Dafür spielt er mit Werders U 23 derzeit in der Regionalliga stark auf. Nur eins der letzten elf Spiele ging verloren, Werder hat sich zum ärgsten Verfolger des VfL Wolfsburg im Titelrennen entwickelt.

Norman Ibenthal