U23 beschenkt sich selbst: 2:1 gegen Meppen

"Hier entlang, bitte" - Julian von Haacke (l.) und seine Bremer baten den SV Meppen zum heißen Tanz um wichtige Punkte. (Fotos: nph)
U23
Mittwoch, 11.12.2013 // 21:31 Uhr

Wo Werder draufsteht, ist eben auch Werder drin. Im Topspiel gegen den SV Meppen lag Bremens U23 nach frühem Gegentreffer eine Halbzeit lang 0:1 zurück und bekam kaum ein Fuß auf den Boden. Meppen dominierte zeitweise nach Belieben und es schien, als könnten die Gäste wichtige Punkte von der Weser entführen. Dann aber drehten die Grün-Weißen auf, kamen durch Ayciceks Traumtor zum Ausgleich und erzielten dank von Haacke wenig später sogar die Führung. Nach einer aufreibenden zweiten Hälfte mit jeder Menge Werder-Wahnsinn endet das Spiel 2:1 (0:1). Ein Ergebnis, mit dem sich sehr gut überwintern lässt. Erst recht, wenn man auf die Tabelle schaut.

Nach zuletzt zwei Siegen in Folge hieß Werder Bremens U23 zum letzten Heim- und Pflichtspiel vor der Winterpause den Tabellenvierten SV Meppen willkommen. Auf dem Papier ein echtes Top-Match, zumal die Bremer, Tabellensechster, exakt dieselbe Punktzahl (33) auf dem Konto hatten wie ihre Gäste. Das Siegerteam dieser Nachholpartie könnte somit bis auf die vordersten Plätze vorrücken. Dementsprechend motiviert gingen beide Mannschaften ins Spiel. Die Bedingungen für ein wahres Kampfspiel waren also perfekt. Hinzu kamen Flutlicht, Nebel und fast 500 gespannte Zuschauer.

Robben trifft früh für Meppen

Nach einer intensiven Anfangsphase war der Ball nach 12 Minuten zum ersten Mal im Bremer Tor, doch der Linienrichter entschied korrekt auf Abseits, so dass es zunächst beim 0:0 blieb. Wenige Sekunden später aber zählte der Treffer, den der SV Meppen durch Jens Robben erzielt hatte. Nach einem gut gestaffelten Angriff über die linke Seite musste der Namensvetter des Bayern-Stars nur noch einschieben (14.). Dass Team von Werders U23-Coach Viktor Skripnik nahm die neue Situation sofort an und spielte mit hohem Aufwand weiter. Die besseren Möglichkeiten hatten jedoch die in schwarz-blau-gekleideten Gäste. Ein Schlenzer aus 20 Metern von Sergej Schmik strich nur wenige Zentimeter am linken Torgiebel vorbei (18.).

Melvyn Lorenzen sorgte nur wenig später für die erste richtig gute Chance für die Grün-Weißen. Nach starkem Zuspiel aus dem Mittelfeld entschied er ein Laufduell über 25 Meter für sich und schloss aus spitzem Winkel halblinker Position ab. Der Ball landete knapp neben dem rechten Pfosten (25). Tobias Schwede (36.) und Luca Zander per Kopf (37.) versuchten gegen Ende des ersten Durchganges, die Zügel anzuziehen - und das gelang. Zwar erzielten sie trotz ihrer mehr oder minder hochkarätigen Halbchancen keinen Treffer, doch die Werder-Maschinerie lief zu diesem Zeitpunkt deutlich besser und zwang die Neidhart-Elf in die eigene Defensive.

Aycicek und von Haacke drehen das Spiel

Inmitten dieser Sturm- und Drangphase bat der Unparteiische Sebastian Hübner in die Kabinen. Nach der Pause dann das: nahezu mit der ersten Aktion kam Meppen durch Schmik brandgefährlich vor den Bremer Kasten und schloss aus acht Metern ab, doch SVW-Schlussmann Tobias Duffner verhinderte mit einer guten Parade das 0:2 (46.). Quasi im Gegenzug traf Werder. Nach herausragender Vorarbeit von Julian von Haacke, der die Lücke fand und auf Levent Aycicek spielte, fand sich der Bremer Kreativgeist freistehend vor Benjamin Gommert wieder und überwand diesen mit einem frechen Heber. Weltklasse. Ein toll herausgespielter Treffer mit einem überaus sehenswerten Abschluss (51.). Die Tormusik war erst wenige Momente verstummt, da war der Ball wieder im Netz. Nach einem guten Querpass drang von Haacke alleine in den Meppener Strafraum, guckte sich die Ecke aus und schlenzte die Kugel rechts am Keeper vorbei in die untere Ecke (55.). Innerhalb von wenigen Augenblicken drehte Werders U23 das Spiel. Bemerkenswert.

Die Partie nach dem Werder-Doppelpack? Völlig offen. Meppen drängte auf das 2:2, die Bremer aber spielten ebenfalls munter nach vorn und hätten durch von Haacke das 3:1 machen können (65.), durch Davie Selke sogar machen müssen (67.). Nach einer packenden Schlussphase, in der Duffner mehrfach für Werder parierte und den Sieg festhielt, erklang endlich der ersehnte Abpfiff. Zwei Wochen vor dem Weihnachtsfest beschenkt sich Werder dank einer starken zweiten Halbzeit selbst und klettert in der Tabelle von 6 auf 4. Mit nun 36 Punkten sind die Bremer punktgleich mit dem Tabellendritten Goslarer SC und -zweiten, VfB Oldenburg. Spitzenreiter VfL Wolfsburg II führt die Liga weiter mit zwei Punkten Vorsprung an. 

Von Cord Sauer

Werder Bremen: Duffner - Zander (78. Rehfeldt), Pavlovic, Schoppenhauer, Sternberg -
Aleksandar Stevanovic, Aycicek, Schwede, von Haacke (87. Hilßner - Lorenzen (88. Dudda), Selke

SV Meppen: Gommert - Schmik, Alexander Hahn, Jan-Christian Meier, Schepers (83. Selishta) - Kacar (63. Pasiov), Twyrdy, Robben, Latkowski (63. Scherping) - Martin Wagner, Kremer

Tore: 0:1 Robben (12.), 1:1 Aycicek (51.), 2:1 von Haacke (55.)

Gelbe Karten: Schwede (83.), Duffner (90.) (Beide Werder) / Kacar (42.), Jan-Christian Meier (63.) (Beide Meppen)

Rote Karten: keine
Schiedsrichter: Sebastian Hübner (Braunschweig)
Stadion „Platz 11": 490 Zuschauer