Aycicek: "Wir stehen vor einer großen Chance!"

Levent Aycicek freut sich auf das Duell mit den "Wölfen" am Sonntagnachmittag und hofft auf die Unterstützung der Fans.
U23
Mittwoch, 02.04.2014 // 10:44 Uhr

WERDER.de: Am Sonntag steigt das Spitzenspiel der Regionalliga Nord. Wie blickst du der Partie entgegen?
LEVENT AYCICEK: Wir freuen uns natürlich riesig auf das Spiel. Wir haben eine sehr gute Rückrunde gespielt und sind nun an Wolfsburg dran. Wenn wir gewinnen, ist es nur noch ein Punkt Abstand und wir haben noch ein Spiel weniger absolviert. Das ist für uns eine große Chance. Ein echtes Spitzenspiel halt.

Mit Werders U 23 steht Jung-Profi Levent Aycicek am kommenden Sonntag, 06.04.2014, vor einem der wohl interessantesten Spiele in der Regionalliga Nord. Um 14 Uhr empfangen die Grün-Weißen als Tabellenzweiter den Spitzenreiter VfL Wolfsburg II im Stadion „Platz 11". Mit WERDER.de sprach der 20-Jährige über das Nordderby, seine ersten Bundesligaminuten und seine Zukunft an der Weser.

Ihr seid die beste Heimmannschaft und das beste Rückrundenteam, Wolfsburg dafür das beste Auswärtsteam und die beste Hinrundenmannschaft. Beste Fußballunterhaltung sollte da doch garantiert sein...
Eigentlich schon. Die Statistiken belegen zumindest, dass die beiden besten Teams der Liga aufeinandertreffen. Letztendlich wird man das aber erst Sonntag erfahren. Wir wollen so in die Partie gehen, wie wir die letzten Spiele auch angegangen sind. Das Trainerteam wird uns gut einstellen. Ich schaue der Begegnung optimistisch entgegen.

Aus den letzten zehn Spielen gab es neun Siege und nur eine Niederlage. Wie erklärst du dir euren guten Lauf?
Es passt einfach sehr viel in der Mannschaft. Wir verstehen uns als Team richtig gut und treten so auch in den Spielen auf. Da kämpft jeder für jeden. Es ist überhaupt nicht wichtig, wer das entscheidende Tor schießt oder bester Mann auf dem Platz ist, sondern wichtig ist für uns nur, dass wir erfolgreich sind. Hinzu kommt, dass viele von uns schon jahrelang zusammen spielen und einige auch immer wieder bei den Profis dabei sind. Von den Erfahrungen, die sie dort machen, profitiert natürlich die gesamte Mannschaft.

An das Hinspiel gegen Wolfsburg erinnerst du dich sicherlich nicht ganz so gerne zurück. 1:6 habt ihr verloren. Was war da los?
Nach einer Minute haben wir 1:0 geführt und sieben Minuten später stand es schon 1:2 gegen uns. An dem Tag ist bei uns nicht viel zusammen gelaufen. Wolfsburg war spielerisch klar besser. Da hatten wir keine Chance. Aber das Spiel ist abgehackt und aus den Köpfen raus. Jetzt haben wir die Möglichkeit es besser zu machen. Wir wollen gewinnen.

Auf wen muss man bei Wolfsburg besonders achten?
Sie haben einige gute Spieler in ihren Reihen. Allen voran sicherlich die beiden Torjäger Justin Eilers und Kevin Scheidhauer, dazu mit Willi Evseev einen starken Mann im Mittelfeld. Und nicht zu vergessen Onel Hernandez, der ja erstmals auf seine alten Teamkollegen trifft.

Aus der U 23 machen gerade in dieser Saison viele Talente auf sich aufmerksam. Mit Oliver Hüsing hat erst gestern ein weiteres Talent seinen ersten Profi-Vertrag unterschrieben. Spürt man als junger Spieler, dass gerade jetzt die Chancen gut stehen, an das Tor zur Bundesliga zu klopfen?
Ja, aber das war auch in der Vergangenheit bei Werder so. Leistung zahlt sich am Ende aus. Wir haben viele talentierte Spieler in der U 23. Gerade für einen jungen Spieler ist es natürlich Motivation genug, wenn man Aussicht darauf hat, bei den Profis mitzutrainieren oder sogar in den Kader am Wochenende zu rutschen.

Du selbst bist erst vor wenigen Wochen zu deinem ersten Bundesligaspiel gekommen und hast sogar gleich ein Tor geschossen. Sicherlich ein tolles Gefühl, auch wenn das Ergebnis nicht gestimmt hat...
Ja, auf jeden Fall. Da ist für mich schon ein Traum in Erfüllung gegangen. Ich habe im Training immer versucht, mein Bestes zu geben und freue mich, dass der Coach mich gegen Dortmund und zuletzt gegen Wolfsburg dafür belohnt hat. Über das Tor gegen Dortmund konnte ich mich angesichts des Ergebnisses natürlich nicht ganz so groß freuen, aber das war dennoch natürlich ein sehr schönes Gefühl.

Hinter dir liegt eine lange Leidenszeit. 17 Monate warst du verletzt oder hast an deinem Comeback gearbeitet. Sicherlich nicht einfach.
Nein, das war eine schwere Zeit für mich. Ich habe monatelang nur im Kraftraum und auf den Behandlungsbänken verbracht und konnte die Spiele immer nur von der Tribüne aus verfolgen. Manchmal kam man da schon an den einen oder anderen Tiefpunkt, an dem man sich Gedanken über die Zukunft macht. Da bin ich meiner Familie sehr dankbar, sie hat mich immer unterstützt und mir viel Kraft gegeben, diese Zeit durchzustehen. Ich hoffe, mit den Verletzungen bin ich jetzt bis zum Ende meiner Karriere auch durch.

Wann wird man dich im Trikot des DFB wieder sehen?
Das kann ich nicht sagen. Vor ein paar Monaten war ich zuletzt beim Lehrgang dabei. Ich würde mich natürlich über eine Einladung freuen, schließlich habe ich meine gesamte Jugend lang für den DFB gespielt. Aktuell liegt aber die volle Konzentration auf Werder.

Wie sehen deine ganz persönlichen Ziele für die Zukunft aus?
Ich würde mich natürlich darüber freuen, wenn ich in dieser Saison noch zu einigen Einsätzen in der Bundesliga kommen würde und im Sommer dann eine super Vorbereitung spielen kann. Kurzfristig möchte ich mit der U 23 aber erst einmal das Spiel am Sonntag gewinnen und bis zum Schluss oben in der Tabelle dabei bleiben.

Die Profis spielen am Samstag gegen Schalke, die U 23 gegen Wolfsburg. Bei welchem Spiel wärst du lieber dabei?
Natürlich bei beiden (lacht).

Am Sonntag hofft ihr auf eine gute Kulisse im Stadion „Platz 11". Was würdest du den Fans sagen, warum sie sich das Spiel nicht entgehen lassen sollten?
Das habe ich meinen Eltern auch schon gesagt (lacht). Es ist einfach DAS Topspiel der Regionalliga Nord. Die ganze Mannschaft freut sich wahnsinnig auf diese Partie und da wäre es natürlich schön, wenn wir auf die Unterstützung von unseren Fans zählen könnten.

Interview: Norman Ibenthal