U 23: Der Kapitän geht von Bord

Frank Bender und Thoms Wolter haben ihre Nummer 14, Sandro Stallbaum, am Donnerstagabend verabschiedet.
U23
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

„Ich hatte bei Werder eine sehr schöne Zeit. Die werde ich immer in Erinnerung behalten", sagte Sandro Stallbaum, der mit Werders U 23 alle Höhen und Tiefen durchlebt hat. „Da erinnert man sich natürlich eher an die schönen Momente. Wie beispielsweise unsere Pokalsaison 2007/2008, wo wir Köln und St. Pauli besiegt haben und nur ganz knapp gegen Stuttgart ausgeschieden sind. Oder auch das Spiel in Düsseldorf vor 51.000 Zuschauern. Das bleibt natürlich in Erinnerung."

Ein wenig aufpassen musste Sandro Stallbaum schon, dass ihm am Donnerstagabend im Vereinsheim im Stadion „Platz 11" nicht die eine oder andere Träne kam. Der langjährige Mannschaftskapitän von Werders U 23 wurde von der gesamten Mannschaft und dem Trainerteam verabschiedet. Sogar einige ehemalige Weggefährten wie Martin Harnik, Dominic Peitz, Florian Mohr oder auch Jérôme Polenz, der mittlerweile in Australien spielt, ließen es sich nicht nehmen, sich per Videobotschaft von Kapt´n „Stalli" zu verabschieden.

Insgesamt 300 Mal lief „Stalli" für Werders U 23 in der Regionalliga und in der 3. Liga auf. Hinzu kamen noch einige heiße Duelle im DFB-Pokal. Auf ein weiteres Spiel hätte er sich jedoch noch gefreut: „Es wäre schön gewesen, wenn wir noch einmal gegen Oberneuland gespielt hätten und ich mich auf dem Platz hätte verabschieden können", so Stallbaum, der nach seiner Fußball-Karriere nun in der Steuerbranche arbeiten wird.

Auch seinen Trainer Thomas Wolter ärgerte es, dass Sandro Stallbaum sein Abschiedsspiel verwehrt geblieben ist. „Das ist einfach schade. Ich habe mit Sandro zehn Jahre lang zusammengearbeitet, kann mich noch genau daran erinnern, wie er 2003 das erste Mal im Training vor uns stand. Er ist nicht wie viel andere in der 1. und 2. Liga, sondern in der 3. und 4. Liga groß geworden und hat sehr viel aus sich gemacht. Daher finde ich diesen Abschied etwas zu leise."

Auch für den Bremer Coach war es am Donnerstagabend zugleich ein Abschied: Ab der kommenden Saison übergibt Thomas Wolter das Traineramt an Viktor Skripnik und übernimmt den Posten des sportlichen Leiters des Leistungszentrums. „Für mich ist das ja gar kein richtiger Abschied, sondern eher ein Übergang. Ich habe das jetzt 11 Jahre lang gemacht. Interessant ist es zu sehen, welche Spieler alle bei uns auf dem Platz gestanden haben und was sie aus sich gemacht haben", so Wolter.

Werders Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer blickt auch noch einmal auf die gemeinsame Zeit zurück: „Thomas Wolter und ich haben bei der U 23 elf Jahre lang zusammengearbeitet. Das war eine sehr erfolgreiche Zeit. Ich bin mir sicher, dass er in seiner neuen Funktion seinen erfolgreichen Weg weitergehen wird."

Neben Thomas Wolter und Sandro Stallbaum wurden am Donnerstagabend von Klaus-Dieter Fischer noch acht weitere Spieler gebührend verabschiedet: Jérôme Reisacher, Bernd Düker, Lukas Reineke, Jonathan Schmude, Florian Nagel, Yannik Jaeschke, Alexander Hahn und Leon Henze werden den Verein verlassen. „Sie alle haben sich bei Werder hervorragend eingebracht. Dafür möchten wir ihnen danken und wünschen ihnen viel Erfolg für ihre weitere Karriere."

Norman Ibenthal