Spätes Tor sorgt für Niederlage bei 96

Musste mit seinem Team die zweite Saisonniederlage einstecken: U 23-Coach Thomas Wolter.
U23
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Werder musste sich im Topspiel um die Spitzenplätze am Donnerstagnachmittag dem Gegner aus Hannover geschlagen geben. In einem spannenden Spiel verlor die U 23 bei Hannover 96 II mit 2:3. In der 88. Minute war es Kevin Behrens der den Hannover-Sieg per Kopf sicher machte.

Werder musste sich im Topspiel um die Spitzenplätze am Donnerstagnachmittag Hannover 96 II geschlagen geben. In einem spannenden Spiel verlor die U 23 bei den Roten im Beekestadion mit 2:3. In der 88. Minute war es der Ex-Bremer Kevin Behrens, der den Hannover-Sieg per Kopf perfekt machte.

Die Hannoveraner legten gleich los wie die Feuerwehr und bekamen nach ein paar Sekunden einen Foulelfmeter zugesprochen, nachdem Francois Affolter den 96er Deniz Kadah im Strafraum gelegt hatte. Den fälligen Strafstoß verwandelte Niko Gießelmann sicher und ließ Torhüter Richard Strebinger keine Chance (2.). Werder ließ sich von der frühen 1:0-Führung der Gastgeber nicht beeindrucken. „Werder hat nach dem Rückstand das Spiel kontrolliert", konstatierte auch 96-Trainer Valerien Ismael nach dem Schlusspfiff.

Bis zum ersten Warnschuss von Florian Trinks dauerte es allerdings bis zur 14. Minute, doch dann wurden die Bremer immer gefährlicher. Kurz darauf spielten sich die Grün-Weißen auf der linken Seite durch: Hernandez flankte in die Mitte, Niclas Füllkrug wollte den Ball elegant mit der Hacke veredeln, erwischte den Ball dabei aber nicht voll (17.). Kurz darauf machte der gebürtige Hannoveraner es dann besser: Auf halbrechts bekam er den Ball in den Lauf gespielt und vollendet mit dem Außenrist in das lange Eck zum 1:1 (23.).

Werder drückt - Erfolg bleibt aus

Auch 96-Trainer Valerien Ismael bemerkte, dass die Bremer zunehmend gefährlicher wurden und wechselte schon früh in der Partie. Für den Rechtsverteidiger Florian Rutter kam Masahito Noto in das Spiel. Doch die Werderaner rannten weiter auf 96er Tor an. Onel Hernandez hatte die nächste gute Möglichkeit: Nachdem Torhüter Samuel Radlinger das Tor verlassen hatte und sein Abwehrkollege den Ball unfreiwillig zum Kubaner spitzelte, wurde sein Schuss noch zur Ecke geklärt (31.). Werder drängte weiter auf das zweite Tor und hatte durch Florian Trinks zwei Chancen zur Führung, die er allerdings jeweils aus kurzer Distanz vergab (38./42.). So ging es dann für die 96er mit einem schmeichelhaften Unentschieden in die Kabine.

Nach Wiederanpfiff machten die Grün-Weißen da weiter, wo sie in der ersten Halbzeit aufgehört hatten und wurden belohnt. Nach einer kurz ausgeführten Ecke kam der Ball auf den zweiten Pfosten, wo Niclas Füllkrug ungedeckt per Flugkopfball zum 2:1 einnickte (49.). Gut zehn Minuten später hatte der Klub von der Weser dann die Chance auf 3:1 zu erhöhen und Affolter seinen Fehler aus der 1. Minute wieder gut zu machen. Erst scheiterte der Verteidiger mit einem strammen Linksschuss an Samuel Radlinger und kurz darauf stocherte er den Ball an den Innepfosten (57./63.). Die Roten wirkten weiterhin defensiv unorganisiert und alles schien nur eine Frage der Zeit zu sein, bis Werder das 3:1 erzielen würde. In der 68. Minute wäre es dann fast wieder soweit gewesen. Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld legte Füllkrug auf Johannes Wurtz ab, dessen Schuss aber in letzter Sekunde zur Ecke abgefälscht wurde (67.).

96 nutzt Chancen

Kurz darauf meldeten sich die Spieler von Trainer Valerien Ismael wieder mit einer Offensivaktion zurück. Stürmer Deniz Kadah steckte auf Lars Fuchs durch, der aber im eins gegen eins an Werder Torhüter Richard Strebinger scheiterte (70.). Knapp fünf Minuten später fiel dann der Ausgleich: Deniz Kadah profitierte von einem Querschläger Florian Hartherzs, den Richard Strebinger noch glänzend parierte, aber unglücklich vor die Füße des 96-Stürmers legte. Eine einfache Beute des Toptorschützen der Roten, der nur noch ins leere Tor einschieben musste. (75.). Kurz darauf dann eine bittere Szene aus Werder-Sicht: Dennis Wegner wurde am Rande des Sechzehners von 96-Keeper Samuel Radlinger umgekickt, nachdem er eine Rückgabe nicht kontrollieren konnte und ihm der Ball versprang. Der Schiedsrichter entschied weder auf Freistoß noch auf Elfmeter und ließ das Spiel weiterlaufen. 

Kurz vor Schluss setzte der ehemalige Werderaner Kevin Behrens dann den K.O.-Schlag. Nach einer Flanke von Masahito Noto, legte Deniz Kadah auf Kevin Behrens ab, der den Ball aus kurzer Distanz einköpfte (88.). Werder stemmte sich nochmal gegen die anbahnende Niederlage, wurde letztendlich aber nicht mehr für das Engagement belohnt. Das Aluminium verhinderte beim Schuss von Jonathan Schmude in der Nachspielzeit den erneuten Ausgleich. Durch diesen Sieg erobern die 96er den ersten Platz der Regionalliga Nord und ziehen an Werders nächsten Gegner, Holstein Kiel, vorbei.

„Wir haben ein super Spiel abgeliefert und uns am Ende leider nicht für diese Leistung belohnt. Wir hätten das Spiel nach dem 2:1 für uns entscheiden müssen und das dritte Tor nachlegen müssen", resümierte Trainer Thomas Wolter die Partie und fügte hinzu: „Wir haben jetzt ein paar Tage Zeit, um den Kopf wieder frei zu kriegen und dann geht es gegen den nächsten starken Gegner Holstein Kiel."

Manuel Cassens 

Hannover 96 II: Radlinger - Rutter (28. Noto), Löhden, Fölster, Mesfin (70. Smiljanic) - Schünemann (90.+2 Rusteberg), Gießelmann , Gökdemir, Lars Fuchs, Kevin Behrens - Kadah

Werder U 23: Strebinger - Busch (90. Schmude), Affolter, Kroos, Hartherz - Hernandez, Trinks (73. Nagel), Grashoff, Füllkrug , Wurtz - Dennis Wegner

Tore: 1:0 Gießelmann (FE, 21.), 1:1 Füllkrug (23.), 1:2 Füllkrug (49.), 2:2 Deniz Kadah (75.), 3:2 Kevin Behrens (88.)

Gelbe Karten: Affolter, Grashoff (Werder) - Noto, Gökdemir , Kadah (Hannover 96)

Schiedsrichter: Franz Bokop (Vechta)

Stadion Mühlenholzweg Hannover: 499 Zuschauer