Wurtz: "Den nächsten Schritt machen"

Werders Nummer 27 möchte bald auch für die Profis jubeln.
U23
Freitag, 16.11.2012 // 16:21 Uhr

Schon mit vier Jahren fing Johannes Wurtz mit dem Kicken an. „Meine ganzen Freunde haben schon Fußball gespielt, so dass sich für mich gar nicht die Frage stellte, mit einer anderen Sportart anzufangen", wusste „Jojo" sofort, dass Fußball die Sportart ist, die er betreiben möchte. Über seinen Heimatverein DJK Bexbach führte ihn sein Weg 2005 zum 1. FC Saarbrücken. In der Jugend probierte Johannes einige Positionen aus, sah sich aber immer im Offensivbereich. „In der A-Jugend habe ich zunächst als Rechtsverteidiger begonnen. Dort habe ich meine Rolle aber immer sehr offensiv interpretiert und habe einige Tore geschossen. Somit landete ich dann im Angriff", erklärt der 20-Jährige.

Johannes Wurtz gilt als eines der hoffnungsvollsten Talente bei Werder Bremen. Im Sommer wechselte der 20-Jährige vom 1. FC Saarbrücken an die Weser. Über die Regionalliga-Mannschaft möchte er den Sprung in die Bundesliga schaffen.

Seine Bilanz als Stürmer konnte sich sehen lassen. In der Saison 2010/2011 erzielte der einstige Rechtsverteidiger 43 Tore in 26 Spielen und führte seine Mannschaft als Kapitän in die A-Junioren-Bundesliga. Kurz zuvor durchlief der junge Fußballer allerdings eine lange Leidenszeit, die längste und schwerste in sein bislang jungen Karriere. In der B-Jugend hatte „Jojo" aufgrund seines Wachstums immer wieder Schmerzen beim Fußballspielen. „Sieben Monate ging das so und ich wusste einfach nicht was los war. Ich war total verzweifelt, da ich mir sehr viel für die Saison vorgenommen hatte. Ich habe dann alle zwei Wochen probiert, zu spielen und jedes Mal hatte ich Schmerzen im Knie. Das ist schon nicht leicht, wenn man nicht weiß, was mit einem los ist und man nicht Fußball spielen kann", blickt Werders Nummer 27 zurück.

Die Probleme verschwanden, die Torfabrik lief und so dauerte es auch nicht lange, bis er seine ersten Erfahrungen in der Profi-Mannschaft vom 1. FC Saarbücken sammelte. Johannes Wurtz spielte eine gute erste Saison in der 3. Liga, schoss in 36 Spielen neun Tore und bereitete sechs weitere Treffer vor. Schon wurden die ersten Bundesligisten auf den Stürmer aufmerksam. Dass sich der Angreifer für Werder entschieden hat, lag vor allem an dem Engagement von Thomas Schaaf, Klaus Allofs, Uwe Harttgen und Thomas Wolter. „Zwei Mal habe ich mit Werder intensive Gespräche geführt. Mir wurde eine Perspektive aufgezeigt, mit der - wenn ich sie erreiche - durchaus zufrieden sein kann", erklärt Johannes Wurtz.

Dass er nun in der Regionalliga Nord spielt anstatt mit dem 1. FC Saarbrücken in der 3. Liga, sieht Johannes Wurtz nicht als Rückschritt an. „Ich wusste ja vorher, worauf ich mich einlasse. Aber natürlich ist es mein Ziel, eine Chance in der Bundesligamannschaft zu erhalten und diese zu nutzen. Deswegen bin zu Werder gekommen. Vor allem wenn man berücksichtigt, dass ich die letzte Spielzeit in der 3. Liga neun Tore erzielt habe, weiß man schon, dass noch Luft nach oben ist", so der ehrgeizige Stürmer. Auch in der Regionalliga läuft es bis jetzt rund - abgesehen von der Gelb-Roten Karte, die er im Heimspiel gegen Kiel sah. Er ist einer der treffsichersten Torschützen in seinem Team.

Auch in der Stadt Bremen ist „Jojo" angekommen. Zu Besuch im heimischen Saarland war er seit seinem Wechsel noch nicht wieder. „Ich vermisse das Saarland zwar, aber eine Reise ist immer mit Stress verbunden und für die Regeneration nicht fördernd. Das heißt aber nicht, dass ich mich in Bremen nicht wohlfühle. Im Gegenteil, ich habe schon viele tolle Menschen kennengelernt und auch in der Stadt finde ich mich schon super zurecht. Hier lässt es sich auf jeden Fall sehr gut leben", so der Nachwuchskicker bezüglich seiner Wahlheimat Bremen.

Neben dem neuen Lebensabschnitt „Bremen" kommt hinzu, dass der 20-Jährige jetzt das erste Mal alleine den Haushalt schmeißt. Wirkliche Hobbies verfolgt Johannes nicht. „Ich unternehme viel mit den Jungs aus der U 23. Wir sind eine super Truppe und verstehen uns untereinander alle richtig gut. Wir gehen zusammen Mal in die Stadt oder ins Kino. Für andere Hobbies bleibt während der Saison einfach wenig Zeit", erklärt „Jojo" sein Leben als Fußballprofi.

Sollte es mit dem Sprung in den Profikader von Cheftrainer Thomas Schaaf nicht gelingen, weiß der Youngster auch, wie seine Zukunft aussehen könnte: „Wenn es wirklich so sein sollte, dass ich an den Punkt komme, dass ich mich nicht weiterentwickle, muss man sich umschauen. Ich würde dann wahrscheinlich ein Fernstudium beginnen. Zurzeit würde ich in Richtung Sportwissenschaften tendieren. Aber noch beschäftige ich mich damit nicht, weil ich erst Mal den nächsten Schritt machen möchte", so Johannes Wurtz über seine alternativen Zukunftspläne.

Manuel Cassens