U 23 gleicht nach 0:2-Rückstand noch aus

Florian Trinks kam mit Werders U 23 nicht über ein 2:2 gegen Jena hinaus.
U23
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Es war eine packende Schlussphase am Freitagabend im Stadion „Platz 11". Zwei Werder-Tore, ein Pfostenschuss, eine gelb-rote Karte und eine drückende grün-weiße Mannschaft in der letzten Viertelstunde...

Es war eine packende Schlussphase am Freitagabend im Stadion „Platz 11". Zwei Werder-Tore, ein Pfostenschuss, eine gelb-rote Karte und eine drückende grün-weiße Mannschaft in der letzten Viertelstunde. Dennoch sind die Bremer U 23-Talente nicht über ein 2:2-Unentschieden gegen den FC Carl Zeiss Jena hinausgekommen.

Zwei unglückliche Gegentore in erster Halbzeit

Die Gründe, warum es gegen die Thüringer nicht für den ersten Heim-Dreier gereicht hat, sind vor allem in der ersten Hälfte zu finden. Bremen bestimmte zwar deutlich das Spielgeschehen und hatte auch „einige guten Chancen", wie Lennart Thy später sagte, doch die Tore machten die Gäste. Und zwar mitten in den Drangphase der Grün-Weißen: Ein von Jan Simak stramm geschossener Freistoß aus rund 18 Metern - Malte Grashoff war zuvor der Ball an die Hand gesprungen - ging erst durch die Werder-Mauer und anschließend sah auch Bernd Düker beim Abwehrversuch nicht ganz glücklich aus (24.). „Da darf die Mauer nicht so auseinandergehen", kritisierte später Frank Bender, der Thomas Wolter auf der Trainerbank vertrat.

Und kurz darauf legte der FCC sogar noch einen drauf: Nach einer Ecke von Simak fiel der Ball Sebastian Hähnge vor die Füße, der aus kurzer Distanz keine Probleme hatte, das Leder über die Linie zu drücken (29.). „Wenn man es einem Team beim Toreschießen so leicht macht, ist das natürlich schwierig für uns", so Bender, der sein Team in der Halbzeit jedoch wieder aufbaute. „Wir waren überzeugt, dass wir hier noch gewinnen konnten."

„Wir haben versucht, Ruhe zu bewahren. Wir wussten, dass wir trotz des Rückstandes die bessere Mannschaft waren", verriet Lennart Thy später. Doch zunächst sah es nicht danach aus, als ob Werder noch einmal in diese Begegnung zurückfinden würde. Jena konnte zwar keine nennenswerten Aktionen setzen, doch auch Bremen sorgte durch Sandro Wagner (52.), Lennart Thy (63) und den eingewechselten Felix Kroos (69.) nur vereinzelt für Gefahr.

Starke Bremer Schlussphase

Das sollte sich in der Schlussphase jedoch schlagartig ändern. Gegen die mittlerweile dezimierten Thüringer - Alexander Voigt sah die gelb-rote Karte - drehte Werder in der letzten Viertelstunde noch einmal auf. Nach einem Anspiel in zentraler Position, drehte sich Lennart Thy blitzschnell, ließ seine Gegenspieler stehen und traf zum hochverdienten Anschlusstreffer (82.). Werder wollte nun mehr und setzte Jena mächtig unter Druck. Mit Erfolg: Lennart Thy brachte den Ball von links vor das Tor, Florian Nagel leitete per Hacke auf Sandro Wagner weiter, der aus kurzer Distanz ausglich (86.). Fast wäre Werders U 23 sogar noch der nicht unverdiente Siegtreffer gelungen. Ein Schuss von Sandro Wagner aus 18 Metern landete aber am Pfosten und die Nachschussmöglichkeit verstolperte Niclas Füllkrug unglücklich (88.).

„Die Mannschaft hat sich für die gezeigte Moral noch belohnt. Ein Sieg wäre sogar noch möglich gewesen", so das Fazit von Frank Bender, der sich zwar über den Punktgewinn freute, das Unentschieden dennoch als „gefühlte Niederlage" bezeichnete. Ähnlich sah es auch Lennart Thy: „Das 2:2 ist mehr als verdient. Wir haben uns aber den Sieg heute durch zwei unglückliche Gegentore verbockt."

Norman Ibenthal

Werder Bremen: Düker - Schön (82. Hörber), Schoppenhauer, Hahn, Hartherz - Trybull, Grashoff (57. Füllkrug), Trinks (68. Kroos), Nagel - Thy, Wagner

FC Carl Zeiss Jena: Berbig - Zickert, Kai-Fabian Schulz, Maul, Miatka - Voigt, Christoph Siefkes (73. Lindemann), Landeka, Simak (79. Eckardt) - Hähnge, Edri (39. Pichinot)

Tore: 0:1 Simak (24.), 0:2 Hähnge (29.), 1:2 Thy (82.), 2:2 Wagner (86.)

Gelbe Karten: Thy (Werder) - Schulz, Hähnge (beide Jena)
Gelb-Rote Karte: Voigt (Jena)

Schiedsrichter: Marcel Göpferich
Stadion „Platz 11": 780 Zuschauer