Werder-Legende "Kalli" Kamp wird 70

Karl-Heinz Kamp, genannt "Kalli", ist der dienstälteste Werderaner (Foto: Heidmann).
Karl-Heinz Kamp
Montag, 26.09.2016 // 11:15 Uhr

Von Martin Lange

Ein Werder-Urgestein feiert runden Geburtstag: Karl-Heinz "Kalli" Kamp, Ex-Bundesliga-Spieler, langjähriger Co-Trainer und heutiger Scout, wird an diesem Montag 70 Jahre alt.

Am 26. September 1946 in Bingen am Rhein geboren, stellte sein Leben im Jahr 1970 die entscheidende Weiche Richtung Norddeutschland: Zuvor beim SC Opel 06 Rüsselsheim als Torjäger geschätzt und bei den Gegnern gefürchtet, wechselte Kalli Kamp im Alter von knapp 24 Jahren an die Weser. Und schon die erste Saison zeigte, dass es eine ausgesprochen gute Entscheidung war: Er absolvierte alle 34 Bundesliga-Spiele, obwohl die Torausbeute für einen Torjäger mit fünf Treffern vergleichsweise gering ausfiel. „ Als ich hier war, stellte sich raus, dass andere doch etwas torgefährlicher waren“, blickte er später zurück. „Ich konnte dafür ganz gut laufen und wurde auf andere Weise wertvoll.“ In der Tat: Der junge Fußballer beeindruckte schon damals mit vorbildlicher Mannschaftsdienlichkeit, Zweikampfstärke und ausgeprägtem Kampfgeist.

Kalli Kamp gehörte in der Folgezeit zu den prägenden Spielern des SV Werder in den 1970er Jahren – als oft unauffälliger, aber zuverlässiger und unverzichtbarer Arbeiter im Mittelfeld. Er machte sich einen Namen mit seiner „Pferdelunge“ und war für viele der positive Prototyp des „Wasserträgers“. Zum Ende seiner Karriere rückte er dann noch etwas weiter nach hinten und überzeugte auch als Abwehrspieler. 1984 standen schließlich 361 Bundesliga- und 39 Zweitliga-Spiele für die Grün-Weißen zu Buche. „Keiner war fleißiger als er“, sagte Kamps früherer Mitspieler Horst Dieter Höttges einst über ihn. „Kalli ging als Spieler immer die weitesten Wege, als Trainer war er später immer hellwach und geduldig.“

Lief in 361 Bundesliga-Spielen für Werder auf: Karl-Heinz Kamp (Archivfoto: nordphoto).

Klar, dass der Verein ein solches Vorbild an Zuverlässigkeit frühzeitig mit weiteren Aufgaben betraute. Bereits im Jahr 1980 wurde Kalli Kamp Trainer der Amateurmannschaft, nach dem Ende seiner Spielerkarriere ab 1984 schließlich auch parallel dazu Co-Trainer des Bundesliga-Teams. Die Amateure betreute er bis 1995 und holte in dieser Zeit zwei Mal den Titel des Deutschen Amateurmeisters (1985, 1991) an die Weser. Als Co-Trainer arbeitete er bis 2006 unter Otto Rehhagel, Dixie Dörner, Felix Magath, Wolfgang Sidka und Thomas Schaaf, die stets seine präzisen Analysen und seine Meinung schätzten. Er wurde mehrfach Deutscher Meister und DFB-Pokalsieger und gewann 1992 mit dem Team den Europapokal der Pokalsieger. Seit 2006 reist Kalli Kamp mit geschultem Auge als Scout für den SV Werder durch die Welt. 2010 ernannte ihn der Verein zum Ehrenmitglied.

„Kalli Kamp hat sich nie in den Vordergrund gedrängt, sondern immer durch Bescheidenheit, Kompetenz und Fleiß überzeugt“, würdigt Werder-Präsident und Geschäftsführer Dr. Hubertus Hess-Grunewald die langjährige Arbeit des Jubilars für den Club. „Mit seiner unaufgeregten Art ist er ein sehr angenehmer Mensch und Kollege. Dass er erst als Spieler, dann als Trainer und nun als Scout stets dem SV Werder die Treue gehalten hat, ist beeindruckend. Diese Kontinuität passt zu Kalli. Mit seinem unfassbar ausgeprägten Sachverstand und seiner unglaublich guten Fähigkeit, den Fußball fundiert zu analysieren, ist er bis heute ein ausgesprochen wertvoller Mitarbeiter für uns.“