"Das ist unsere Heimat"

Dr. Hubertus Hess-Grunewald über den Standort in der Pauliner Marsch

Dr. Hubertus Hess-Grunewald möchte mit den Anwohnern und der Politik im Dialog sein (Foto: WERDER.DE).
Interview
Mittwoch, 16.08.2017 // 16:36 Uhr

Das Interview führte Dominik Kupilas

Das "Wohnzimmer" Weser-Stadion mal aus einer anderen Perspektive sehen. Werders Präsident und Geschäftsführer Dr. Hubertus Hess-Grunewald hat sich gemeinsam mit Werder-Profi Ludwig Augustinsson in der vergangenen Woche auf dieses Abenteuer eingelassen. Nach einem beeindruckenden Rundflug mit der JU 52 über Bremen, die Pauliner Marsch und das Weser-Stadion, hat WERDER.DE mit Dr. Hess-Grunewald über den Standort des Weser-Stadions und die Modernisierungspläne fürs Leistungszentrum des SV Werder gesprochen.

WERDER.DE: Wir hatten letzte Woche die Möglichkeit mit der JU 52 über Bremen zu fliegen und die Stadt aus einer völlig neuen Perspektive zu erleben. Wie hat es dir gefallen?

Dr. Hess-Grunewald: „Es war ein überwältigendes Erlebnis. Man bekommt die Fliegerei noch einmal in seinen Ursprüngen mit, ganz anders als in den Linienflügen, die man sonst so kennt.“

WERDER.DE: Ein Highlight war sicherlich, so dicht über das Weser-Stadion und das Trainingsgelände zu fliegen?

Dr. Hess-Grunewald: „Absolut. Unser Weser-Stadion, die vielen Sportplätze und das Stadion "Platz 11" eingebettet in der Pauliner Marsch zu sehen, ist einmalig. Da geht einem das Herz auf! Das ist unsere Heimat!“

Ein einmaliger Standort, eine außergewöhnliche Perspektive: das Weser-Stadion zwischen Weser und Osterdeich (Foto: WERDER.DE)

WERDER.DE: Trotzdem kommt beim SV Werder und bei vielen Bremern immer wieder eine Standortdiskussion auf. Kannst du uns erklären, wo das Problem liegt?

Dr. Hess-Grunewald: „ Dieser Standort hat natürlich eine sehr idyllische, eine einmalige Lage: das Stadion ist sehr nahe zur Innenstadt, auf der einen Seite fließt die Weser und auf der anderen Seite liegt der Osterdeich. Dazwischen befindet sich die Pauliner Marsch und neben den vielen Kleingärten eben seit 100 Jahren auch der Standort von Werder Bremen. Das ist unsere Heimat, ein Stück unserer Identität." 

WERDER.DE: Und doch könnte dieser Standort gefährdet sein ...

Dr. Hess-Grunewald: "Wenn wir unser Leistungszentrum modernisieren wollen, dann wollen wir das an diesem Standort tun. Das heißt aber, dass wir baulich auf mehrere Dinge achten müssen: Zum einen die Rechte der Anwohner zu bewahren und mit ihnen und dem Beirat in den Dialog zu treten und zum anderen die Mitarbeit und Unterstützung der Politik auf die wir in diesem Punkt angewiesen sind. Zudem dürfen wir auch das Hochwasser nicht außer Acht lassen. Wir können nicht so tun, als ob hier auf Ewigkeiten alles trocken bleiben würde. Diese Gemengelage aus den einzelnen Themenkomplexen beschreibt die Problematik dieses Standortes und seinen Reiz zugleich.“

WERDER.DE: Du hast es angesprochen: Um bei der Nachwuchsförderung den allerhöchsten Standard gewährleisten zu können, muss das Leistungszentrum modernisiert werden. Wie ist da der aktuelle Stand?

Dr. Hess-Grunewald: „ In der Geschäftsführung des SV Werder haben wir uns zunächst einmal darauf verständigt, dass etwas passieren muss und das wir sehr gerne an dem bisherigen Standort in der Pauliner Marsch bauen wollen. Auch die Bremer Sport-Senatorin hat diesbezüglich eingesehen, dass Veränderungen erforderlich sind. In den nächsten Tagen werden wir erste Zeichnungen vom Architekten erhalten, um zu sehen, was architektonisch überhaupt möglich ist. Anschließend werden wir im Dialog mit den Anwohnern und der Politik besprechen, wie ein solches Projekt umsetzbar ist.“

Dr. Hubertus Hess-Grunewald und Werder-Neuzugang Ludwig Augustinsson vor der JU 52 (Foto: WERDER.DE).

WERDER.DE: Gäbe es denn überhaupt Standort-Alternativen zu der Pauliner Marsch?

Dr. Hess-Grunewald: "Damit setzen wir uns im Moment gar nicht auseinander. Wenn wir irgendwann zu dem Punkt kommen sollten, an dem es an diesem Standort nicht weitergeht dann müsste man sich darüber Gedanken machen. Das würde dann aber auch bedeuten, dass wir neben dem Leistungszentrum auch bessere Bedingungen für die Profis schaffen würden. Die Konsequenz wäre dann, das der SV Werder die Stadt Bremen verlässt und nach Niedersachsen umzieht. Und das will letztendlich niemand."

WERDER.DE: Rund um das Weser-Stadion ist das Thema "Hochwasserschutz" in den letzten Jahren  ein immer wichtigeres Thema geworden. Insbesondere im letzten Jahr waren auch immer wieder Baumaßnahmen zu beobachten. Wie ist da der aktuelle Stand?

Dr. Hess-Grunewald: „ Der technische Hochwasserschutz ist abgeschlossen. Wir haben das Stadion jetzt zusätzlich mit einer Spundwand gesichert. Damit sind wir jetzt gegen 6,50 m Hochwasser gesichert. Zudem sind auch die infrastrukturellen und verschönernden Maßnahmen in der Fertigstellung. Erst in der letzten Woche wurde die Grünfläche hinter der Westkurve eingeweiht. Alles in allem ist das Gebiet rund um das Weser-Stadion nochmal schöner geworden und die Aufenthaltsqualität konnte gesteigert werden.

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