Spitzen-Spiel im Weser-Stadion - 40.200 Zuschauer können dabei sein

Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Am Samstag, 26.10.2002, um 15.30 Uhr steigt im Weser-Stadion das Spitzen-Spiel des 10. Spieltages der Fußball-Bundesliga. Der SV Werder Bremen als Tabellen-Dritter empfängt den punktgleichen Zweiten Borussia Dortmund. Beide Teams rangieren mit 17 Punkten hinter Tabellenführer Bayern München, der bereits fünf Zähler mehr auf dem Konto hat. Nur vier Tore trennen den SV Werder von den Dortmundern. Doch nicht nur die sportliche Brisanz wird für eine besondere Atmosphäre sorgen. Durch eine Zusatztribüne auf der Südseite bietet das Weser-Stadion erstmals in dieser Saison 40.200 Zuschauern Platz.

 

Die wenigen Chancen müssen genutzt werden

 

Werders Cheftrainer Thomas Schaaf freut sich auf die zusätzliche Unterstützung durch die Zuschauer. "Ich hoffe auf ein ausverkauftes Haus und das wir den Zuschauern etwas bieten können. Der Coach beschäftigt sich trotz des Stadionumbaus aber nur mit dem Gegner aus Dortmund. "Das Spiel zieht unheimlich viel Aufmerksamkeit auf sich. Beide Teams spielen nach vorne. Es wird ein sehr interessantes Spiel", prognostiziert Schaaf. Die Vorzeichen dafür stehen gut. Denn am Samstag trifft mit dem SV Werder der momentan drittstärkste Sturm auf die beste Abwehr der Liga. "Dortmund hat nicht allzu viele Tore geschossen aber am wenigsten Gegentore bekommen. Sie spielen sehr effektiv", weiss Schaaf. Glaubt man aber der Statistik, so werden die Zuschauer voll auf ihre Kosten kommen. In 68 Aufeinandertreffen fielen im Schnitt 3,3 Tore und im Weser-Stadion gab es zwischen dem SV Werder und Borussia Dortmund noch nie ein 0:0. Trotz der Bremer Torgefährlichkeit will Thomas Schaaf aber nicht nur stürmen lassen. "Wir werden nach vorne spielen, unsere Defensiv-Ordnung aber beibehalten." Das es schwer wird gegen die gute BVB-Abwehr Tore zu erzielen weiss Werders Trainer. "Wir werden nur wenige Chancen bekommen. Diese müssen wir nutzen." Dennoch spricht alles für einen Werder-Sieg. In 34 Spielen gegen den BVB vor heimischer Kulisse ging der SV Werder 25 Mal als Sieger vom Platz. Dagegen stehen fünf Unentschieden und vier Niederlagen. Bis auf die Langzeit-Verletzten ist der Kader komplett, so dass Werders Coach aus dem vollen Schöpfen kann. Eine besondere Vorbereitung auf die Dortmunder gab es nicht. "Ich habe den Spielern nicht die Fernbedienung in die Hand gedrückt, aber sie werden das Champions-League-Spiel des BVB gegen Eindhoven zur Vorbereitung bestimmt geguckt haben", erklärt Schaaf.

 

Keine Sonderbewachung für Rosicky

 

Den Gegner Borussia Dortmund schätz Schaaf so ein: "Dortmund hat eine sehr gute Mannschaft zusammen. Sie sind offensiv ausgerichtet und im ständigen Positionswechsel. Die zentralen Figuren im Spiel des BVB sind Jan Koller und Thomas Rosicky." Eine Sonderbewachung für den BVB-Spielmacher Rosicky wird es aber nicht geben "Die Zeiten sind vorbei, dass ein Spieler in Manndeckung genommen wird. Man kann es sich heute nicht mehr erlauben einen Spieler für so etwas aus dem Spiel zu nehmen", erklärt Schaaf. Ob der Torschützenkönig der vergangenen Saison Marcio Amoroso im Weser-Stadion von Beginn an stürmen wird bleibt abzuwarten. "Rein gefühlsmäßig glaube ich nicht dass Amoroso spielt", vermutet der Werdercoach.

Zur Rückkehr von Thorsten Frings an seine alte Wirkungsstätte flachste Schaaf: "Wir müssen aufpassen, dass er sich nicht in unsere Kabine verläuft." Frings wird es am Samstag auf jeden Fall nicht einfach haben, denn Schaaf weiss genau wie er den Vize-Weltmeister aus dem Spiel nehmen kann. "Wir werden unsere Kenntnisse über Stärken und Schwächen zum Vorteil für Werder ausnutzen."

 

Gerrit Nolte