Werder will endlich wieder bei den "Löwen" punkten

Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Der Auftrag für den dritten Spieltag ist klar: "Wir haben etwas gut zu machen", gibt Cheftrainer Thomas Schaaf seiner Mannschaft vor dem Spiel beim TSV 1860 München (24.8.2002, 15.30 Uhr) mit auf den Weg.

 

In der vergangenen Saison hatte der SV Werder in beiden Begegnungen gegen die "60er" mit 1:3 das Nachsehen. "Zwei Mal gegen den selben Gegner zu verlieren, hat uns natürlich mächtig geärgert", erklärte Schaaf. Große Sorgen bereitet dem Coach derzeit noch die Frage, wer bei der Wiedergutmachung im Olympiastadion mitwirken kann. Neben den beiden Langzeitverletzten Manuel Friedrich (Kreuzbandriss) und Ivica Banovic (Schulter-OP) droht auch Mladen Krstajic auszufallen. Der Jugoslawe zog sich beim Länderspiel am Mittwoch eine Zerrung zu. Sein Einsatz ist ebenso fraglich wie der von Abwehrkollege Frank Baumann. Der Kapitän wird erst kurz vor der Partie entscheiden, ob er nach seiner verletzungsbedingten Pause bereits wieder die nötige Fitness besitzt. Schaaf nimmt bei der Entscheidung über einen Einsatz seinen Vize-Kapitän in die Verantwortung: "Er muss selbst entscheiden, ob er sich in der Lage fühlt, der Mannschaft weiterzuhelfen und die hohen Ansprüche, die von außen an ihn gestellt werden, zu erfüllen."

 

Schaaf warnt vor "Löwen"-Offensive

 

Gerade in der Defensive würde dem SV Werder der Einsatz der Stammformation gut tun, denn Thomas Schaaf hat beim aktuellen Gegner vor allem eine starke Offensivabteilung ausgemacht: "Mit Markus Weißenberger und Thomas Häßler, dazu in vorderster Reihe Martin Max, können die Münchener einen enormen Druck entwickeln", warnt der Trainer sein Team. Dem Offensivdrang der Gastgeber will der SV Werder ebenfalls offensiv begegnen. "Wir wollen mutig nach vorne spielen und mit einer effektiven Chancenverwertung dem Gegner das Leben schwer machen", fordert Schaaf. Dabei könnte den Grün-Weißen die ebenfalls von Verletzungen gebeutelte Abwehrreihe der "Löwen" entgegen kommen. Trainer Peter Pacult muss Martin Stranzl (Jochbeinbruch) ersetzen. Zudem fallen im Mittelfeld Roman Tyce (Kreuzbandriss) und Vidar Riseth (Trainingsrückstand) aus. Ein Fragezeichen steht seit Donnerstag auch hinter Angreifer Paul Agostino. Der Australier musste das Training mit einer Oberschenkelverletzung abbrechen.

 

Wie Thomas Schaaf fordert auch Sportdirektor Klaus Allofs einen Sieg: "Nach dem Erfolg im Nordderby wollen wir natürlich am Samstag nachlegen", so Allofs, der eine gute Ausgangsposition für den SV Werder ausgemacht hat: "Nach dem ersten ‚Dreier‘ sind wir jetzt ordentlich im Tritt. Der Druck von außen hat somit etwas abgenommen und ist auch bei einem Auswärtsspiel immer etwas weniger groß. Das könnte uns entgegen kommen." Zumindest der Sportdirektor versprüht bereits Optimismus: "Ich bin guter Dinge."

 

Einsatz von Ernst und Tjikuzu wieder möglich

 

Hinweise auf die Startaufstellung waren Trainer Thomas Schaaf am Donnerstag noch nicht zu entlocken. Mit Banovic muss zumindest ein Spieler der Startformation des Nordderbys ersetzt werden. Dagegen stehen Fabian Ernst und "Raschi" Tjikuzu nach abgesessener Sperre wieder zur Verfügung. Auch Ailton könnte in die Anfangself zurückkehren. Doch Schaaf zeigt sich zunehmend genervt von den Fragen zum zuletzt formschwachen Brasilianer. "Er ist wie alle anderen Spieler ein Teil der Mannschaft und muss sich durch gute Trainingsleistungen für einen Einsatz empfehlen – nicht mehr und nicht weniger", betonte der Coach, dass Ailton in keiner weise eine Sonderrolle einnimmt. So werden wohl bis zum Anpfiff beim SV Werder einige (Aufstellungs-)Fragen offen bleiben. Wer an der Revanche gegen die "Löwen" im Olympiastadion mitwirken wird, entscheidet sich erst am Samstag.

 

Martin Lange