Der Showdown beginnt: „Alles nochmal aufbieten“

Die Champions League winkt: Naldo und Co. wollen Wiedergutmachung für die Schlappe im Hinspiel gegen Vicente Sanchez und den FC Schalke.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Irgendwann muss doch jede Serie einmal ihr Ende finden. Dafür könnte es keinen treffenderen-, vor allem aber auch wichtigeren Zeitpunkt geben als am Samstag, 01.05.2010, wenn Werder Bremen um 15.30 Uhr zum letzten Auswärtsspiel der Bundesliga-Saison beim FC Schalke 04 antreten muss. Vor über achteinhalb Jahren gewannen die Grün-Weißen - mit 4:1 - letztmals bei den Königsblauen. Torsten Frings zeichnete sich damals als überragender Akteur auf dem Platz aus. Der heutige Kapitän weiß demnach aus guter Erfahrung, wie dieser schwere Gang nach Gelsenkirchen zu bewältigen ist.

 

Achteinhalb Jahre kein Sieg auf Schalke - der Kapitän weiß, wie es geht

 

Im Hinspiel war Angreifer Kevin Kuranyi der entscheidende Faktor, das wollen Torsten Frings und Co. diesmal verhindern.

Es wäre nötiger denn je: Noch zwei Schritte fehlen zum Einzug in die Champions-League-Qualifikation. Aber die Bremer werden gejagt - und das vielleicht sogar bis zur letzten Sekunde dieser langen, hochspannenden Spielzeit. Punktgleich und mit minimal unterschiedlicher Tordifferenz lauert Bayer Leverkusen auf einen Ausrutscher. Gleiches gilt für Borussia Dortmund (Ein Zähler Vorsprung für Werder), den Fünften. Thomas Schaaf outete sich auf der heutigen Pressekonferenz als ausgewiesener Anhänger dieser Dramatik: „Oft stehen die Fakten zu diesem Zeitpunkt schon, nun sind wir mittendrin in der Spannung und voll konzentriert, da bleibt man hellwach“, äußerte der Cheftrainer unter derart vorfreudiger Gesichtsmimik, dass es ansteckend wirkte. „Da muss man alles nochmal aufbieten können“, gab er seiner Mannschaft kurz vor Beginn des Bundesliga-Showdowns und des anschließenden Sahnehäubchens DFB-Pokalfinale mit auf den Weg.

 

Knapp 250 Kilometer entfernt, tief im Westen, träumen die Königsblauen erneut von der ersten Meisterschaft seit nunmehr 53 Jahren. Aber Trainer Felix Magath drosselte noch einmal geflissentlich die hohen Erwartungen beim bereits sicheren Königsklasse-Teilnehmer und bestand darauf, dass „wir für den Klub etwas erreicht haben, was man sich vorher nicht vorstellen konnte. Es ist eine Bombensaison, egal wie das jetzt weiter ausgeht.“ In welche Richtung es läuft, ob auf dem Silberrang bleibend oder sogar noch bis ganz nach oben, wird Werder Bremen vorentscheidend beeinflussen. Die Ambitionen von S04 sind zweifellos, dafür werden sie alles in die Waagschale werden, „ihr sehr kraftvolles Spiel, ihre große Laufstärke, ihre Gefährlichkeit bei Standardsituationen“, beschrieb Thomas Schaaf detailliert. „Sie arbeiten mit einem hohen Aufwand, das ist schon beeindruckend“, honorierte Werders Geschäftsführer Klaus Allofs.

 

Schalke ist: „Kraftvoll, laufstark, gefährlich bei Standards“

 

Gelingt Schalkes Trainer Felix Magath die erste Meisterschaft der Königsblauen seit 1958?

Vor allem durch diese prägenden und optimierten Fähigkeiten, weniger durch spielerische Glanzstücke erzwang der FC Schalke förmlich schon 64 Punkte von den Kontrahenten. Nun weissagte Felix Magath für dieses absolute Spitzenspiel zusätzlich noch unerwartete Überraschungsmomente: „Vielleicht anders als in dieser Saison wollen wir eine Partie spielen, die mehr nach vorne orientiert ist, wir wollen marschieren, weil es auch dem Gegner entsprechenden würde. Denn Werder ist offensiv sehr stark, vielleicht sogar das beste Team der Liga im Angriffsspiel. Andersherum aber sind sie des Öfteren anfällig im Defensivbereich“, heißt das in seinem taktischen Vokabular. Die Übersetzung in die Motivationssprache lieferte der 56-Jährige gleich mit: „Ich erwarte, dass wir überhaupt keinen Druck mehr verspüren, sondern frei weg unserem phantastischen Publikum vielleicht unser bestes Heimspiel bieten werden.“

 

Bereits verbürgt bleibt Schalkes „vielleicht bestes Spiel der Hinrunde“, erinnerte Magath. Es war eben jenes 0:2-Hinspiel aus Bremer Sicht im Dezember 2009 im Weser-Stadion, das den Grün-Weißen ihre furiose Serie aus 23 Pflichtspielen ohne Niederlage kostete. „Da haben wir nicht gut gespielt“, gestand Thomas Schaaf. Umso bedeutsamer ist es, bei dieser Wiedergutmachung „selbstbewusst zu agieren, top drauf-“, schlichtweg „stark genug zu sein“, reihte Werders Cheftrainer auf. Stark genug, um einen FC Schalke zu bezwingen, der sein angestammtes Personal komplett aufbieten kann. Von Torwart Manuel Neuer an, über die kompromisslosen Defensiv-Bollwerker, bis hin zum gereift wirkenden Spielmacher Ivan Raktic und dem treffsicheren Angreifern-Duo Kevin Kuranyi und Jefferson Farfan.

 

von Maximilian Hendel

 

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