Schaaf: „Sie können es jedem schwer machen“

Daniel Gygax (r.) bejubelt einen Treffer von Doppelschütze Albert Bunjaku beim 3:0 über Hertha BSC.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Nach einer Saison Unterbrechung führt Werders Bundesliga-Route am kommenden Samstag, 31.10.2009, um 15.30 Uhr wieder einmal nach Nürnberg. Der Pokalsieger von 2007 war nach überstandener Relegation in schnellstmöglicher Art und Weise in die Beletage zurückgekehrt. Doch aller Neuanfang ist verständlicherweise schwer.

 

Präsident a.D. Michael A. Roth bekommt von Raphael Schäfer den DFB-Pokal überreicht

Werders Cheftrainer Thomas Schaaf macht demnach keinen Hehl aus den Voraussetzungen der Partie. „Wir haben kein Problem damit, die Favoritenrolle anzunehmen. Die Ausgangssituation zeigt ja schon die Tabelle auf. Für Nürnberg geht es in diesem Jahr um den Klassenerhalt“, verdeutlicht der 48-Jährige. Mit acht Punkten belegt der „Club“ vor dem 11. Spieltag Bundesliga-Rang 16.

 

Nürnbergs erneuter Anlauf zu sportlicher Konstanz

 

Der Wiederaufstieg des 1. FC Nürnberg bedeutete gleichzeitig auch das Ende einer Ära. Michael A. Roth, mit längerer Pause zwischendurch fast 20 Jahre eine überaus illustre Persönlichkeit an der Spitze des Clubs, legte acht Tage nach dem entscheidenden Sieg über Energie Cottbus sein präsidiales Amt darnieder. Vor kurzem wurde der Textilunternehmer zum Ehrenpräsidenten ernannt. Während eine Ära am Pfalznerweiher also endete, hat eine andere vielleicht gerade erst ihren Anfang genommen. Michael Oenning, aktueller Operateur auf dem FCN-Trainerposten, legte in Windeseile immerhin schon das Fundament für den erneuten Anlauf zu sportlicher Konstanz. Am 3. Spieltag der vorigen Zweitliga-Saison hatte der gebürtige Coesfelder das Amt seines Vorgängers Thomas von Heesen übergeben bekommen.

 

Der vorläufige Höhepunkt einer Vita, die unter anderem vier Jahre im DFB-Nachwuchs sowie Co-Trainer-Stellen in Mönchengladbach, Wolfsburg und eben Nürnberg aufweist. „Michael Oenning ist ein guter Trainer mit einer angenehmen, sachlichen Art. Er kann Dinge auf den Punkt ansprechen“, lobt Thomas Schaaf.

 

Club-Trainer Michael Oenning.

Höchste Würdigung auf anderer Ebene erfuhr der studierte Deutsch- und Sportlehrer in Form der Verleihung des überaus renommierten Adolf-Grimme-Preises im Jahre 2003 zusammen mit Marcel Reif. Für den Kommentator fungierte Oenning als kompetenter Spielanalytiker und Stichwortgeber während der Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea, dessen Kommentierungen der WM-Spiele wurden ausgezeichnet.

 

Ergebnisse können täuschen

 

Sieben Jahre später nun „arbeitet Michael Oenning mit einer jungen, laufstarken Mannschaft, die aber auch über Spieler verfügt, die sich im Geschäft auskennen. Sie können es jedem Gegner schwer machen. Wir dürfen uns von den Ergebnissen nicht täuschen lassen. Sie sind eine harmonische Gemeinschaft mit guten Leuten, bei denen nur die Resultate noch nicht so stimmen“, erklärt Thomas Schaaf. Einer dieser jungen ist Rechtsverteidiger Dennis Diekmeier - bis 2008 in Werders Leistungszentrum ausgebildet. Der 20-Jährige sorgt auf dem Feld für positive Aufmerksamkeit und daneben ein Mal für Schreckminuten. Ein Allergie-Schock im Abschlusstraining vor dem Hertha-Spiel beschwor ernste Atem-Probleme. Vor allem FCN-Physiotherapeut Günter Jonczyk verhinderte dank der Sofortmaßnahmen Schlimmeres.

 

Der Kapitän verrichtet sein Tagwerk: Nürnbergs Alexander Wolf gegen Thomas Hitzlsperger.

Zu denen, die sich wiederrum auskennen im Geschäft, gehören Stützen, welche gemeinsam bereits 2007 den sensationellen DFB-Pokal-Triumph erwirkten wie zum Beispiel Torwart Raphael Schäfer, Alexander Wolf, Javier Pinola oder der ehemalige Bundesliga-Torschützenkönig Marek Mintal. Allerdings traf der Slowake seit dem 1. Spieltag gegen Schalke das Tor nicht. Die Ladehemmung der Identifikationsfigur steht sinnbildlich für diese größere Problemzone beim Club. Nur sieben Tore gelangen der Mannschaft bislang, darunter fällt ein 3:0 über Hertha BSC. „Gegen Berlin haben sie sich sehr dominant durchgesetzt“, verdeutlicht Thomas Schaaf und verlangt von seiner Mannschaft: „Wir müssen weiter unsere Defensive sicherer machen und sie vorn beschäftigen. Wir wollen sie in Not bringen, sie zu Fehlern zwingen. Dann werden wir auch erfolgreich sein.“

 

Oennings Ansatzpunkt

 

Dem möchte sich der 1. FC Nürnberg so erfolgreich wie möglich widersetzen, auch wenn „Werder eine sehr gefestigte und homogene Mannschaft ist, deren Leistungen beeindruckend sind“, wie Michael Oenning verdeutlicht. Und was muss seine Mannschaft tun? „Wir müssen diese Aufgabe hochkonzentriert angehen. Die Tatsache, dass Bremen innerhalb kürzester Zeit sehr viele Spiele hatte, wäre ein Ansatzpunkt. Wir wollen ihnen das Gefühl vermitteln, dass es schwer wird gegen uns.“

 

von Maximilian Hendel