Werder auf Schalke: Auf Augenhöhe mal anders

Werder auf Schalke: Ob es der Fußballgott am Samstag gut mit den Bremern meint?
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Mesut Özil trifft am 19. Spieltag wieder auf seinen Ex-Club.

Die Partien zwischen Werder Bremen und dem FC Schalke 04 sind regelmäßig von ganz besonderer Brisanz, nicht zuletzt weil die Begegnung ebenso regelmäßig das Prädikat Spitzenspiel trägt. In dieser Saison sehen die Vorzeichen ein wenig anders aus. Werder gastiert am Samstag, 07.02.2009, als Zehnter der Bundesligatabelle beim neuntplatzierten Schalke 04. Ab 15.30 Uhr rollt der Ball in der „Veltins-Arena“ – per Defintion kein Spitzenspiel aber dennoch ein Duell auf Augenhöhe von nicht minderer Brisanz.

 

Vom Wellental auf die Siegerstraße?

 

„Wenn wir gegen Schalke nicht punkten, wird es ganz eng die internationalen Plätze noch zu erreichen“, unterstreicht Werders Cheftrainer Thomas Schaaf ohne Umschweife die Bedeutung der Partie. „Wir müssen Punkte sammeln, um unsere Situation zu verbessern. Gegen Schalke wollen wir die Dinge so in Szene setzten, dass wir am Ende auch etwas davon haben. In der letzten Woche haben wir einmal gesehen wie es gehen könnte und einmal wie man es nicht macht“, verweist der Coach auf die schon in der Hinserie viel zitierten „zwei Gesichter“ der Bremer. Im Achtelfinale des DFB-Pokals setzten sich die Grün-Weißen überzeugend mit 2:1 bei Borussia Dortmund durch, ehe sie nur vier Tage später vor heimischer Kulisse mit 1:2 gegen Arminia Bielefeld scheiterten. Dieses „Wellental“, wie es der Trainer formuliert, will Werder am Samstag freilich verlassen und wieder auf der gut gepflasterten Siegerstraße voranschreiten. Gut möglich, dass die Begegnung mit Schalke da gerade recht kommt.

 

Schalke 04: Ein „Großer“ gerät ins Taumeln

 

Da will er mit seiner Mannschaft wieder hin: Schalke-Trainer Fred Rutten gibt die Richtung vor.

Gegen die vermeintlich „großen“ Gegner, das hat der Saisonverlauf gezeigt, tat sich Werder in der Regel deutlich leichter als gegen die „Kleinen“. Schalke ist eigentlich so ein „Großer“, geriet in dieser Spielzeit aber heftig ins Taumeln. Die Königsblauen rangieren auf Platz neun und hinken den eigenen Ansprüchen bislang deutlich hinterher. Zum Auftakt der Rückrunde mussten sich die „Knappen“ mit 0:1 bei Hannover 96 geschlagen geben – Trainer Fred Rutten und Manager Andreas Müller geraten zunehmend in die Kritik. Gute Stimmung sucht man auf Schalke derzeit vergebens. „Wir wissen, dass auf Schalke eine schwierige Situation herrscht. Ihnen fehlen auch die Punkte, auch sie haben für sich eine andere Position angedacht. Sie sind unzufrieden mit ihrer Situation“, so Schaaf, der dennoch vor der Klasse des wankenden „Riesen“ warnt: „Sie werden mit viel Engagement und Einsatz antreten und versuchen sich zu behaupten. Sie werden von ihrer Schnelligkeit profitieren wollen und gerade beim Umschalten von Defensive auf Offensive sind sie gefährlich. Dann spielen sie den Ball schnell in die Spitze, da müssen wir aufpassen.“

 

6000 Werder-Fans auf Schalke

 

Hart umkämpft: Die Duelle zwischen Werder und Schalke sind stets von besonderer Brisanz.

Werders Gegenmittel heißt Aktivität. „Gegen Bielefeld waren wir zu passiv, da haben wir den Gegner zur Entfaltung kommen lassen. Wir müssen aktiver sein, wir brauchen diese Aktivität, um gute Ergebnisse zu erzielen“, sagt Schaaf. An Aktivität außerhalb des Rasens wird es Werder in jedem Fall nicht mangeln. 6000 grün-weiße Anhänger werden in der Arena auf Schalke für eine stimmungsvolle Kulisse sorgen - eine Kulisse, die dem brisanten Duell auf Augenhöhe zwischen Werder Bremen und Schalke 04 gerecht werden dürfte. Ein Blick auf die Statistik verrät indes welch gewagtes Vorhaben es ist, drei punkte aus Schalke entführen zu wollen. In der laufenden Saison mussten sich die Königsblauen vor eigenem Publikum nur gegen den FC Bayern München (1:2) geschlagen geben. Werders letzte Begegnung auf Schalke endete im Oktober 2007 mit 1:1-Unentschieden, das Hinspiel dieser Saison in Bremen ging ebenfalls 1:1 aus – es ist also mal wieder höchste Zeit für einen Werder-Dreier.

 

von Timo Strömer