Werders „Dinge“: Punkten und oben festsetzen

Den Fokus auf Dortmund: Werders Geschäftsführer Klaus Allofs und Cheftrainer Thomas Schaaf wissen um die Stärken der Borussia.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Im DFB-Pokal der vergangenen Saison verschoss Diego in Dortmund kurz vor dem Ende der Partie einen Elfmeter - Werder verlor 1:2.

Werders Nationalspieler sind just von ihren Auswahlmannschaften zurückgekehrt, doch Zeit zum verschnaufen bleibt kaum. Der Bundesligalltag steht auf dem Programm und Borussia Dortmund, am Samstag, 18.10.2008, um 15.30 Uhr zu Gast im Weser-Stadion, ist vermutlich kein minder schwerer Brocken als die nationalmannschaftlichen Herausforderungen vergangener Tage. „Wir müssen jetzt schnell wieder von den Länderspielen Abstand nehmen und uns auf unsere Dinge konzentrieren“, betont Werders Cheftrainer Thomas Schaaf. „Unsere Dinge“ bedeuten in diesem Fall gegen den BVB zu punkten und auf Tuchfühlung mit der Tabellenspitze zu bleiben.

 

Auf zur ersten Runde gegen die Dortmunder „Wundertüte"

 

Das Kräftemessen mit den Dortmundern ist dabei der Auftakt für insgesamt drei Partien gegen die Schwarz-Gelben in dieser Spielzeit. Wie schon in der Saison 2007/2008 trifft Werder, zusätzlich zu den beiden Bundesligaduellen, auch im DFB-Pokal auf die Westfalen. Nicht unbedingt ein gutes Omen für die Bremer, zumal zwei der drei vergangenen Spiele verloren gingen (0:3 in Dortmund, 2:0 in Bremen und 1:2 im DFB-Pokal), aber eben auch die Möglichkeit in der Neufassung des Best-of-Three, wie es im amerikanischen Sport heißt, die Ausbeute zu maximieren. „Wir sind im Pokal gegen Dortmund unglücklich ausgeschieden. Diesmal wollen wir es natürlich besser machen“, pocht auch Vize-Europameister Clemens Fritz auf eine erfolgreichere Neuauflage.

 

Die Begegnung mit Dortmund verspricht auch am Samstag eine interessante Partie zu werden: Werder als Tabellensiebter empfängt mit dem BVB den sechsten der Liga.

Allerdings bleibt abzuwarten, wie die Dortmunder Im Weser-Stadion auftreten werden. Dem Team von Coach Jürgen Klopp, dem extrovertierten Gute-Laune-Trainer mit scheinbar fest installierter Wohlfühl-Garantie für dessen Spieler, eilt in dieser Saison so ein bißchen der Ruf der „Wundertüte“ voraus. Starken Auftritten, wie dem 3:0-Erfolg über den VfB Stuttgart am 6. Spieltag, stehen eher mäßige Leistungen wie das 1:1 gegen Hannover 96 (Spieltag 7.) oder gar miserable Partien (1:4 gegen 1899 Hoffenheim am 5. Spieltag) gegenüber. Ähnlich verhält es sich mit der internationalen Präsenz der Borussen. Einer 0:2-Heimpleite gegen Udinese Calcio in der ersten Runde des UEFA-Pokals folgte auswärts eine Energieleistung. Dortmund setzte sich in der regulären Spielzeit mit 2:0 durch, musste sich aber im Elfmeterschießen geschlagen geben. Schaaf weiß, dass die Bremer am Samstag „ein starker Gegner“ erwartet. „Das Spiel in Udinese hat gezeigt wozu sie auswärts fähig sind. Das werden sie auch hier versuchen und uns alles abverlangen.“

 

Dortmunder Verletzungspech, Owomoyelas Comeback

 

Hofft auf sein Comeback in Bremen: Patrick Owomoyela in den Armen von Dortmunds Coach Jürgen Klopp.

Dabei werden die Borussen allerdings auf Tomas Hajnal verzichten müssen. Dortmunds Mittelfeldmotor laboriert an einem Muskelfaserriss und steht für das Spiel gegen die Bremer nicht im Kader. Damit sind die Möglichkeiten im Mittelfeld für Trainer Klopp alles andere als komfortabel, denn auch Florian Kringe und Marc-Andre Kruska (beide Oberschenkelprobleme) sowie Nuri Sahin (muskuläre Beschwerden) drohen auszufallen. Patrick Owomoyela, neben Nelson Valdez und Mohamed Zidan einer von drei Ex-Bremern im Dress des BVB, wittert dagegen die Chance auf sein Comeback. Verletzungen warfen den Verteidiger immer wieder zurück, nun will der 28-Jährige wieder angreifen. Das Spiel in Bremen dürfte dafür den idealen Rahmen bilden.

 

Für Werder liegt das Augenmerk am Samstag auch darauf, die herbe 1:4-Niederlage am vergangenen Spieltag gegen den VfB Stuttgart aufzuarbeiten. „Die Niederlage in Stuttgart wollen wir mit einem Sieg gegen Dortmund wieder wettmachen. Wir haben schon genug Punkte liegen gelassen, nun wollen wir uns wieder oben festsetzen“, konzentriert sich auch Nationalspieler Fritz auf Werders „Dinge“ in diesen Tagen.

 

von Timo Strömer