Vorbericht: Perfektes Ende für eine perfekte Woche?

Im Hinspiel traf Naldo drei Mal für Werder, am Ende stand ein toller 6:2-Sieg. Hier fällt gerade das 3:1 für den damaligen Tabellenführer.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

4:1 in Berlin. Torsten Frings hat seinen Vertrag verlängert. Naldo ebenso. Was für eine Super-Woche für Werder! Nun gilt es, die positiven Zeichen und die blendende Stimmung mit ins Wochenende zu nehmen, wenn Werder am Samstag, 12.05.2007, um 15.30 Uhr gegen Eintracht Frankfurt zum letzten Mal in dieser Saison im Weser-Stadion aufläuft. Ein Sieg kann die Super-Woche zur perfekten Woche machen. Es gibt da ja noch etwas zu erledigen.

 

Darum geht es: 40.000 Fans träumen am Samstag von einem entscheidenden Schritt Richtung Schale.

Kein Wunder, dass das Team von Thomas Schaaf kräftig mit den Hufen scharrt: "Der Wille ist da, das Beste abzurufen. Das merkt man schon die ganze Woche im Training. Jeder freut sich auf die letzten beiden Partien. Wir könnten auch heute sofort antreten und würden richtig was reißen." Als Tabellendritter ist die Mannschaft quasi gezwungen, gegen die Eintracht richtig was zu reißen, wenn sie den Kampf um die Meisterschaft offen halten will. Zwei Punkte fehlen auf Platz eins – sie müssten nicht fehlen... "Jeder will sich beweisen, sicher auch, weil wir wissen, dass wir nicht jede Aufgabe in dieser Saison optimal erfüllt haben", sagt Thomas Schaaf. "Jetzt haben wir noch zweimal die Möglichkeit, Außergewöhnliches zu zeigen." Auch Vertragsverlängerer Naldo spricht von der "Gelegenheit, etwas wieder gut zu machen". Speziell für die ausgelassene Riesenchance beim 2:3 in Bielefeld müsste sich die Mannschaft noch immer bei den Fans und beim Klub entschuldigen, sagt der Brasilianer.

 

Der Verteidiger war der Held des Hinspiels, bei Werders drittem Sechs-Tore-Streich der Vorrunde trug er in der Commerzbank-Arena drei Treffer zum 6:2 bei. Die letzten sechs Spiele hat Werder gegen Frankfurt allesamt gewonnen, im Weser-Stadion insgesamt 23 von 37 Bundesliga-Duellen. Dennoch könnte sich die Eintracht als unbequemer Gegner herausstellen. "Frankfurt hat eine sehr gute Kontermannschaft, gegen die müssen wir unsere Aufgabe erstmal erledigen", warnt Thomas Schaaf. Das Team von Cheftrainer Friedhelm Funkel hat zwar erst drei Auswärtsspiele in dieser Spielzeit gewonnen, aber schon acht Mal einen Punkt ertrotzt, unter anderem auf Schalke, in Stuttgart, Leverkusen und Nürnberg. Ein weiterer Punkt in Bremen und der derzeit Vierzehnte der Bundesliga hätte gute Aussichten, die Klasse zu halten. Für Werder wäre eine Punkteteilung am Samstag hingegen ganz gefährlich, dann könnte die Meisterschaft schon futsch sein.

 

Eintracht-Coach Friedhelm Funkel würde dem Schalker Kollegen Mirko Slomka gern helfen – Werder wird etwas dagegen haben.

Mit zwei Kontrahenten vor der Nase ist der Herbstmeister auf Ausrutscher der anderen angewiesen. "Wir müssen noch zweimal warten, dass etwas passiert", sagt Thomas Schaaf stoisch. "Je früher eine Mannschaft patzt, desto besser." Auch er weiß: Die Aussichten, dass das an diesem 33. Spieltag passiert, sind nicht zu verachten. Spitzenreiter Schalke hat das Vergnügen, sich dem Erzrivalen Dortmund in dessen enormer Höhle des Löwen stellen zu dürfen. Stuttgart tritt in Bochum an, das zuletzt mit Lust und Gekas Hannover, Leverkusen, Frankfurt, Schalke und den HSV besiegte und nun nach den UEFA-Cup-Sternen greift. Große Geheimnisse um die Spielstände der parallelen Partien werden am Samstag übrigens nicht gemacht. Zwischenstände und Blitztabelle werden im Stadion eingeblendet wie bei allen 16 Heimspielen zuvor. "Die meisten Zuschauer sind ohnehin mit einem Radio ausgestattet, die Reaktionen haben wir also sowieso auf der Tribüne", erklärt Werders Mediendirektor Tino Polster. "Dann lieber gleich ganz offen, eindeutig und für jeden Fan nachvollziehbar."

 

Bei der Eintracht, die mit etwa 2.500 Anhängern zum proppevollen Stadion beitragen wird, glaubt man noch nicht an endgültige Entscheidungen an den Brennpunkten der Liga. "Das geht wieder bis zum letzten Spieltag", sagt Friedhelm Funkel, der sich vor allem für das Spiel Aachen (16.) gegen Wolfsburg (15.) interessieren wird. Den Adler nicht tragen werden am Samstag die kranken oder verletzten Weissenberger, Jones, Thurk, Pröll, Meier und Rehmer. Vermutlich läuft jene Elf auf, die Alemannia Aachen vergangene Woche mit einem deutlichen 4:0 tief in den Schlamassel bugsierte. Ob sie auch Werders perfekter Woche im Weg stehen wird?

 

von Enrico Bach