Champions-League-Generalprobe in der BayArena

Ivan Klasnic im Duell mit Roque Junio im Hinspiel am 24.09.2005.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Für die deutschen Nationalspieler in den Reihen von Werder Bremen werden die deutsch-italienischen Wochen mit dem Bundesligaspiel gegen Bayer 04 Leverkusen kurz unterbrochen. Vor dem Champions-League-Rückspiel gegen Juventus Turin müssen sich die Profis von Werder Bremen am Samstag, 04.03.2006, ab 15.30 Uhr in einer Generalprobe in der Leverkusener BayArena behaupten.

 

Dass dies keine leichte Aufgabe wird, zeigt ein Blick auf die Bilanz der Rheinländer. Mit vier Siegen in der Rückrunde erarbeitete sich das Team von Cheftrainer Michael Skibbe bereits so viele Erfolge wie in der gesamten Vorrunde. Nach der Winterpause mussten sich die Leverkusener nur Bayern (0:1) und Schalke (4:7) geschlagen geben. Und vor allem im heimischen Stadion ist die Ausbeute von Bayer 04 Leverkusen in diesem Kalenderjahr beachtlich: Bisher konnten sie jedes Spiel in der BayArena gewinnen.

 

Für Werder Bremen waren die Spiele in Leverkusen oft keine Erfolgsgeschichten. Von den letzten neun Heimspielen konnte Bayer sieben für sich entscheiden. Auch in der letzten Saison mussten sich die Werderaner mit einer 1:2-Niederlage geschlagen geben, der Dauersturm auf das Tor der Werkself in der zweiten Halbzeit, konnte eine miserable erste Hälfte nicht wett machen.

 

Leverkusens positiver Start in die Rückrunde findet auch bei Werder-Cheftrainer Thomas Schaaf Beachtung. "Mit dem Sieg in Köln hat Leverkusen noch ein Erfolgserlebnis mehr. Nach vielen Spielen, die nicht so gelaufen sind, wie sie es sich vorgestellt haben, wächst ihr Selbstvertrauen wieder", resümiert der Bremer Coach. "Vor allem offensiv ist Bayer sehr stark, darauf müssen wir aufpassen. Berbatov und Voronin sind sehr gut drauf, Freier kommt allmählich. Ich erwarte, dass sie gegen uns nicht ganz so offensiv agieren und uns das Spiel überlassen. Bei Ballbesitz werden sie dann schnell in die Spitze spielen", so der Chefcoach weiter.

 

Bayer Leverkusen hat vor dem Gegner aus Bremen trotz einer erfolgreichen Rückrunde mächtig Respekt: "Gegen Duisburg und Köln sind wir in der Abwehr nicht so gefordert worden. Das wird sich Samstag ändern. Bremen ist enorm spielstark, hat gefährliche Stürmer und nicht nur zwei. Dazu kommt ein sehr torgefährliches Mittelfeld um Micoud und Borowski. Bei Standardsituationen und Flanken üben sie große Gefahr aus", so der Bayer-Coach Michael Skibbe.

 

Das Mittelfeld der Werderaner wird sich wie im Spiel gegen Gladbach wieder verändern. Diesmal nicht aufgrund einer Gelbsperre, sondern weil Mannschaftskapitän Frank Baumann im Spiel gegen Juventus Truin einen Schlag auf das rechte Knie abbekam. Nun muss der 30-Jährige aufgrund eines daraus resultierenden Außenbandanrisses mit dem Training aussetzen. Doch in einer ähnlichen Situation befanden sich die Grün-Weißen bereits im Hinspiel im Weser-Stadion, als Frank Baumann durch den Dänen Daniel Jensen im Mittelfeld ersetzt wurde. Die Werderaner konnten trotzdem die Partie durch Treffer von Miroslav Klose und Ivan Klasnic mit einem 2:1-Sieg für sich entscheiden.

 

Alle anderen Profis stehen dem Werder-Coach Thomas Schaaf nach ihren Länderspiel-Einsätzen zur Verfügung, alle meldeten sich beim Bremer Coach zurück. Leichte Probleme hatte nur Torsten Frings, der unmittelbar nach der Niederlage gegen Italien über Leistenprobleme klagte. Cheftrainer Thomas Schaaf geht jedoch davon aus, dass die Beschwerden bis zum Bundesligaspiel in Leverkusen verflogen sind.

 

Ein besonderes Auge werden die Verantwortlichen der Grün-Weißen in dieser Partie auch auf den Neuzugang für die nächste Saison werfen. Clemens Fritz trifft im Trikot von Bayer 04 Leverkusen auf seinen zukünftigen Arbeitgeber. Noch-Coach Skibbe sieht die Konstellation positiv: "Den Bremern kann er jetzt beweisen, dass es die richtige Entscheidung war, ihn zu verpflichten."

 

von Juliane Schramm