Werders Top-Sturm gegen Kölns Flop-Abwehr

Zwei der Torhelden aus Bremen: Ivan Klasnic und Miroslav Klose.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Zum 75. Mal in der Bundesliga-Geschichte findet das Duell zwischen Werder Bremen und dem 1. FC Köln statt. Die Torfabrik von der Weser (41 Treffer) trifft am vorletzten Spieltag der Hinrunde auf die zweitschwächste Abwehr der Liga. Mit bereits 32 Gegentoren ist der FC nur einen Tick besser als die Hintermannschaft des 1. FC Kaiserslautern (38 Gegentore). Die überragenden Siege der Kölner gegen die Grün-Weißen liegen mittlerweile lange Zeit zurück, 1977/78 sind die Bremer mit einer 2:7-Niederlage an die Weser zurückgekehrt, 1991/92 blieb die Differenz beim 0:5 erhalten. Die letzten drei Heimspiele zeigen jedoch die Trendwende im Ausgang der Begegnung: Die Geißböcke konnten nur einen Punkt holen. Doch trotz alledem sieht Werders Bundesliga-Bilanz in Müngersdorf nicht rosig aus.

Cheftrainer Thomas Schaaf, der die positiven Energien aus dem Achtelfinaleinzug der UEFA Champions League mit in die Partie nehmen möchte, warnt daher auch vor Überheblichkeit: "Es wird keine leichte Aufgabe für uns am Sonntag in Köln. Wir müssen zusehen, dass wir unsere Position halten oder sogar verbessern können." Zwei Punkte Rückstand auf den Hamburger SV und nur vier Punkte Vorsprung auf Verfolger Schalke machen einen Sieg durchaus wünschenswert. Denn damit wäre eine gute Basis geschaffen, auf einem der vordersten Plätze in die Rückrunde zu starten.

Mit welchem Personal Werder die Reise nach Köln antreten kann, ist noch unklar. Fest steht: Tim Borowski fällt aufgrund einer Leisten-Operation aus. Ebenfalls ist die gesundheitliche Situation von Werder-Kapitän Frank Baumann, der angeschlagen ins Champions-League-Spiel gegen Athen startete, nicht verbessert. Fraglich ist auch der Einsatz von Christian Schulz. Nach einem bösen Foul von Sandor Torghelle musste er am Mittwoch gegen Panathinaikos in der 50. Minute ausgewechselt werden. Auch ein Kandidat auf der Liste ist Johan Micoud, der eine überragende Champions-League-Partie absolvierte, aber über muskuläre Probleme klagt.

Werder-Profi Ivan Klasnic bringt sich derweil weiter in Form. Cheftrainer Thomas Schaaf sieht den Ehrgeiz positiv, muss ihn aber nach der langen Pause in der Euphorie etwas bremsen: "Man sieht, wie jeder Trainingstag ihn weiter voran bringt. Doch ob es für einen Einsatz am Sonntag reicht, klären wir kurzfristig." Gut zu wissen, dass sich Miroslav Klose mit seiner Maske aus Plexiglas wieder pudelwohl auf dem Rasen fühlt und alles dafür geben wird, am Sonntag mit drei Punkten an die Weser zurückzukehren.

Für den 1. FC Köln ist die Ausgangslage vor der Begegnung am Sonntag ebenfalls alles andere als optimal. Mit Lukas Podolski (5. Gelbe Karte) und Albert Streit (Rotsperre) fehlen den Geißböcken zwei erhebliche Leistungsträger im Angriff und dem Mittelfeld. Auf dem 15. Tabellenplatz kämpfen die Geißböcke um einen Nichtabstiegsplatz. Daher ist die Situation angespannt, wie auch Werder-Coach Thomas Schaaf weiß: "Sie wissen, dass sie Punkte sammeln müssen, um nach der Winterpause besser dazustehen. Daher werden sie aus der Defensive heraus agieren und keinen Sturmlauf gegen uns unternehmen. Die Kölner kommen durch ihr gutes Kombinationsspiel sehr schnell voran. Daher müssen wir hellwach sein."