Torfabrik trifft auf Abwehr-Riesen

Ex-Werderaner Fabian Ernst im Duell mit Verteidiger Petri Pasanen im Liga-Pokal vor der aktuellen Saison.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Am 14. Spieltag der Fußball-Bundesliga tritt Werder Bremen am Samstag, 26.11.2005, in der Veltins-Arena an. Damit begegnen sich die zwei Bundesligamannschaften dort schon zum vierten Mal in diesem Kalenderjahr. Doch die Bilanz der Gäste fällt bisher wenig erfolgreich aus: Zu Beginn des Jahres verloren die Werderaner am 18. Spieltag der vergangenen Saison in Gelsenkirchen mit 1:2, im April im Pokal-Halbfinale verließen die Grün-Weißen mit 6:7 nach Elfmeterschießen ebenfalls als Verlierer den Platz und konnten im Juli beim Liga-Pokal auch nur eine 1:2-Niederlage kassieren.

Zur schlechten Schalke-Bilanz dieses Jahres kommen die enormen Verletzungssorgen bei Cheftrainer Thomas Schaaf. Der K&K-Sturm mit Ivan Klasnic und Miroslav Klose "ist k.o. gegangen", wie Nelson Valdez die schreckliche Situation mit Galgenhumor nach dem Champions-League-Spiel beim FC Barcelona kommentierte. Team-Coach Schaaf muss zugeben: "Mit dem Ausfall von Miro verringern sich unsere Möglichkeiten in der Aufstellung und der Taktik weiter", fügt aber gleichzeitig hinzu: "Doch dadurch haben jetzt andere die Möglichkeit, sich zu zeigen und zu beweisen, dass sie den Anforderungen gewachsen sind."

Mit dem Gegner aus Gelsenkirchen treffen die Grün-Weißen auf den derzeit Vierten der Tabelle. Erst ein Spiel hat das Team aus dem Pott in dieser Saison verloren, am vorletzten Spieltag beim Hamburger SV mussten die Königsblauen mit einer 1:0-Niederlage nach Hause fahren. In 13 bisher gespielten Bundesligapartien erreichten die Schalker sieben Unentschieden und fünf Siege.

Doch trotz der Ausfälle halten sich die Bauchschmerzen bei Cheftrainer Thomas Schaaf für Samstag in Grenzen: "Wir werden den Schalkern wie gewohnt eine starke Mannschaft präsentieren und unserer Philosophie trotz des begrenzten Kaders treu bleiben und nach vorne spielen. In der letzten Zeit konnten alle sehen, dass unsere Abwehr- und Mittelfeldspieler auch treffen können."

Anders als die Werderaner gehen die Königsblauen mit einem Champions-League-Sieg in die Partie am Samstag. Mit 3:0 wurde der PSV Eindhoven nach Hause geschickt. Doch dass dieser Sieg etwas an der Partie für Samstag ändert, glaubt Werder-Coach Thomas Schaaf nicht: "Ich denke, dass der Champions-League-Sieg der Schalker keinerlei Auswirkungen auf das Spiel hat. Es wird wie immer eine interessante und hart umkämpfte Partie, die den Zuschauern viel Freude bereiten wird."

Wie schon in Barcelona wird das Team auch in der Veltins-Arena von circa 5.500 Werder-Fans begleitet. Dass die Partie gegen den Tabellen-Vierten kein Zuckerschlecken wird, befürchtet auch Kapitän Frank Baumann: "Die Schalker haben in der letzten Zeit bewiesen, dass sie gerade gegen die Top-Mannschaften spitzenmäßige Leistungen erzielen können. Daher werden sie uns am Wochenende sehr viel abverlangen." Doch trotzdem wollen die Grün-Weißen die negative Schalke-Bilanz dieses Jahres unbedingt ändern: "Mit einem guten Ergebnis auf Schalke könnten wir unseren Vorsprung in der Tabelle beibehalten oder ausbauen. Dann wäre es sogar eine kleine Vorentscheidung um die Champions-League-Plätze." Auch Cheftrainer Thomas Schaaf will dort weitermachen, wo das Team von der Weser gegen den VfL Wolfsburg (6:1) zuletzt aufgehört hat. "Wir wollen unsere Position in der Tabelle verbessern. Auf Schalke wollen wir, wie überall, erfolgreich sein und Punkte mitnehmen."

Kurios für ein Spitzenspiel zwischem dem Zweiten und dem Vierten: Die torgefährlichste Mannschaft trifft auf die fast Ungefährlichste. Mit nur 16 Treffern haben die Königsblauen die viert-wenigsten Tore geschossen. Die Defensive kann sich allerdings sehen lassen: Nach dem Hamburger SV hat das Team von Ralf Rangnick die wenigsten Gegentore der Liga kassiert. Nur sechs Mal mussten die Schalker Torhüter Frank Rost und Christofer Heimeroth in der laufenden Saison hinter sich greifen.

Im Spiel gegen Werder können die Gastgeber wieder auf den zuletzt verletzten Ex-Bremer Frank Rost setzen, der schon gegen den PSV Eindhoven am Mittwoch zwischen die Pfosten zurückkehrte. Verzichten müssen sie allerdings auf Christian Poulsen, da dieser nach seiner fünften Gelben Karte gesperrt ist.

In der Schalker Startelf erwarten die Werderaner auch wieder Fabian Ernst, der noch vor wenigen Monaten das Werder-Trikot überstreifte. Cheftrainer Thomas Schaaf über die Entwicklung seines ehemaligen Schützlings: "Er hat sich sehr schwer getan in der letzten Zeit, festigt sich aber wieder und beginnt, an seine guten Leistungen anzuknüpfen." Seinen starken Auftritt vom Mittwoch will auch Ernsts Teamkollege Levan Kobiashvili wiederholen: In der Bundesliga zwar noch nicht erfolgreich konnte er am Mittwoch gegen den PSV Eindhoven sogar einen Hattrick verbuchen.

Juliane Schramm