Allofs: "Wir müssen gegen Nürnberg gewinnen"

Szene aus dem Hinspiel: Francis Banecki setzt sich durch.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Keine Champions League, kein DFB-Pokal, die Mannschaft von Werder Bremen hatte eine ganze Woche Zeit, sich von den Strapazen der letzten Wochen zu erholen und neue Kraft zu tanken. Die gewonnen Energie wollen die Grün-Weißen nun in das kommende Bundesligaspiel am Samstag, 19.03.2005, um 15.30 Uhr beim 1. FC Nürnberg stecken und den wichtigen dritten Champions-League-Platz so schnell wie möglich zurückerobern. "Bei unseren Zielen, die wir erreichen wollen, besteht Nachholbedarf beim Punktesammeln. Stuttgart ist an uns vorbei gezogen und die anderen sitzen uns im Nacken, wir müssen in Nürnberg unbedingt gewinnen", so Werders Geschäftsführer Klaus Allofs, der jedoch hinzufügt, dass die momentane Situation nichts Außergewöhnliches sei.

 

Werder ist heiß auf einen Sieg

 

Ein Erfolg wie im Hinspiel würde die Bremer ihren Zielen wieder einen Schritt näher bringen. Mit 4:1 schickten die Grün-Weißen im Oktober die Gäste zurück ins Frankenland. Doch damit auch dieses Mal ein Werder-Sieg gelingt, müssen die Bremer ihre Torflaute beenden. "Wir sind nach dem 0:0 gegen Mainz richtig heiß, wieder drei Punkte einzufahren", stellte Nationalspieler Tim Borowski klar. Cheftrainer Thomas Schaaf sieht der Partie optimistisch entgegen: "Die Mannschaft hat in den vergangenen Tagen einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Wir wollen ein gutes und erfolgreiches Spiel liefern." Dass Werder kein Problem mit dem Tore-Schießen hat, betont Petri Pasanen: "Wir hatten gegen Mainz vier, fünf sehr gute Chancen aber wir haben nicht getroffen. Das ist nun manchmal so im Fußball. Vorher haben wir mehr als zwanzig gute Spiele gemacht. Nur weil wir mal nicht gewonnen haben, müssen wir nichts ändern."

 

Doch die Aufgabe in Nürnberg wird nicht einfach werden. Die Franken befinden sich im Aufwind. Dem 2:2-Unentschieden vor heimischem Publikum folgte am vergangenen Wochenende ein 3:2-Erfolg beim SC Freiburg. Mit acht Punkten Vorsprung verabschiedeten sich die Süddeutschen vorerst von der Abstiegsregion. "Sie wollen den Abstand zu den Abstiegsplätzen weiter vergrößern", so Thomas Schaaf, der bei den Franken eine weitere Motivationsquelle ausmachte: "Sie haben zu Hause schon den einen oder anderen Punkt liegen lassen und werden alles tun, um ihre Heimbilanz zu verbessern." Erst zwei Siege konnten die Nürnberger in dieser Saison im Frankenstadion einfahren. Jedoch sieht ihre Bilanz gegen den deutschen Meister positiv aus. Bereits neun Mal gewann der FCN zu Hause gegen Werder, acht Mal trennten sich beide Teams unentschieden und Werder fuhr nur fünf Mal mit einem Erfolg an die Weser zurück. Das letzte Aufeinandertreffen in Nürnberg gab es im Februar 2003. Damals verlor das Team von Cheftrainer Thomas Schaaf mit 0:1.

 

Vorsicht vor Torjäger Marek Mintal

 

Von den letzten fünf FC-Toren traf der derzeitige beste Torjäger der Bundesliga Marek Mintal gleich drei Mal und erhöhte somit sein Trefferkonto auf 21 Zähler. "Er hat sich sehr stark in den Vordergrund gespielt und bewiesen, dass er das richtige Näschen hat, was das Tore-Schießen betrifft. Ab und an hat man das Gefühl, dass er nicht richtig im Spiel ist und macht dann aus einer Chance ein Tor. Wir müssen ihn die gesamte Spielzeit unter Kontrolle haben", warnt Thomas Schaaf.

 

Jedoch steht hinter dem Einsatz des Angreifers ein Fragezeichen, da er sich bei der Partie gegen die Breisgauer eine Knöchelprellung zugezogen hat. Auch Marek Nikl droht auszufallen. Der Tscheche leidet an muskulären Problemen im Lendenwirbelbereich. Hinzu kommt, dass Markus Schroth (Bandscheibenvorfall) und Robert Vittek (Innenbandriss im linken Knie) der komplette Stammsturm ausfällt. Beide haben zusammen mit Marek Mintal 33 der 43 Nürnberger Tore erzielt. Mario Cantaluppi (Sperre auf Grund eines Sportgerichtsurteils) und Dominik Reinhardt (Rückstand nach Muskelfaserriss) stehen ebenfalls nicht zur Verfügung.

 

Entspannter gestaltet sich dagegen die Personalsituation beim deutschen Meister. Lediglich Aaron Hunt (Blinddarmreizung) wird gegen die Nürnberger nicht auflaufen, so dass Cheftrainer Thomas Schaaf nach der Rückkehr von Miroslav Klose (Zahnbehandlung) ins Mannschaftstraining - was die Aufstellung betrifft - aus dem Vollen schöpfen kann.

 

Norman Ibenthal