Neuformierte Gladbacher kommen nicht zur "Kohl-und-Pinkel-Fahrt"

Wieder dabei nach "abgebrummter" Sperre: Valerien Ismael
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Spätestens nach dem 3:2-Auswärtserfolg von letzter Woche hat sich der deutsche Meister Werder Bremen in der Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga zurückgemeldet. Am kommenden Samstag, 12.02.2005, um 15.30 Uhr empfangen die Grün-Weißen im heimischen Weser-Stadion das Team von Borussia Mönchengladbach. „Wir müssen jetzt nachlegen, um die drei Punkte aus dem Spiel gegen Wolfsburg richtig wirken zu lassen“, fordert Werders Geschäftsführer Klaus Allofs vor der Partie gegen die „Fohlen“.

 

Dass dieses „Nachlegen“ auch in die Tat umgesetzt werden kann, dazu besteht seit dem letzten Sonntag berechtigte Hoffnung. „Dieser 3:2-Sieg gegen Wolfsburg hat uns viel Stärke gegeben. Trotz eines Zwei-Tore-Rückstandes haben wir wieder ins Match gefunden und am Ende noch gewonnen, so holt man sich Selbstvertrauen“, sagt Cheftrainer Thomas Schaaf. Was den Coach ebenfalls zuversichtlich stimmt, ist die wiedergefundene Qualität im Spiel seiner Mannschaft: „Im Vergleich zur Begegnung gegen Hansa haben wir uns zuletzt klar gesteigert.“

 

Alle Nationalspieler wieder unbeschadet in Bremen zurück

 

Apropos Hansa Rostock: Der mühsam erkämpfte 3:2-Sieg gilt bei den Verantwortlichen der Grün-Weißen vor dem Kräftemessen mit Borussia Mönchengladbach trotz der letzten Erfolge als warnendes Beispiel: „Dort haben wir uns gegen einen Kontrahenten aus dem unteren Tabellendrittel sehr schwergetan. Die Borussia hat sich zwar zuletzt etwas Luft verschaffen können, aber das muss kein Vorteil für uns sein“, meint Allofs. Und Thomas Schaaf ergänzt: „Gladbach kommt sicher nicht ins Weser-Stadion, um hier ein Kohl-und-Pinkel-Essen zu veranstalten. Eines ist sicher, es wird am Samstag kein Spaziergang.“

 

Werders Nationalspieler haben derweil ihre Länderspielreisen meist unbeschadet überstanden. Nur Stürmer Miroslav Klose, der für Deutschland gegen Argentinien wegen einer Nackenverletzung passen musste, konnte am Donnerstag nicht trainieren. Er wird aber den Bremern gegen Mönchengladbach zur Verfügung stehen. Sowohl für Mohamed Zidan (Reha nach Sprunggelenksverletzung) als auch für Krisztian Lisztes (fehlende Spielpraxis nach Kreuzband-OP) käme ein Einsatz noch zu früh. Ebenfalls nicht dabei sein, wird Nelson Valdez (fünfte Gelbe Karte), während Teamkollege Valerien Ismael seine Sperre abgesessen hat und vermutlich wieder in die erste Elf zurückkehren wird.

 

Sieben neue Spieler bei den „Fohlen“

 

Die Mannschaft von Borussia Mönchengladbach hat ihr Gesicht vor Beginn der Rückrunde 2004/05 komplett verändert. Mit Jörg Böhme (von Schalke 04), Craig Moore (Glasgow Rangers), den Belgiern Bernd Thijs (Trabzonspor), Filip Daems (Genclerbirligi) und Wesley Sonck (Ajax Amsterdam) sowie Keeper Kasey Keller wurden gleich sechs neue Spieler in der Winterpause unter Vertrag genommen, die zum Teil auf Anhieb den Sprung in die Stammelf geschafft haben. Der größte Coup gelang freilich mit der Verpflichtung von Giovane Elber. „Wenn so ein Mann ablösefrei zu haben ist, muss man zugreifen“, sagt Manager Christian Hochstätter. Der „Goalgetter“ kann nach seinem Schien- und Wadenbeinbruch allerdings frühestens Ende Februar wieder auf Torejagd gehen.

 

Gladbachs Neu-Trainer Dick Advocaat hat das Spielsystem der „Fohlen“ umgestellt. Seit Rückrundenbeginn lässt der Holländer mit drei Stürmern (Sonck, Neuville, Sverkos) spielen. Der Erfolg gibt ihm recht: In den drei Partien nach der Winterpause traf das Team vom Niederrhein jeweils ins gegnerische Tor, zuletzt siegte man mit 3:2 gegen den SC Freiburg. „Durch die vielen Neuverpflichtungen sind sie flexibler geworden, vor allem im Angriff“, weiß Werder-Trainer Thomas Schaaf, der auch am Samstag im Weser-Stadion mit einem offensiv ausgerichteten Gegner rechnet: „Gladbach wird auch auswärts nicht von seinem 4-3-3-System abrücken. Das verspricht ein interessantes Spiel zu werden.“ In der Tat: Die umgekrempelte „Fohlen-Elf“ ist auf fremdem Platz zwar noch ohne Sieg, holte in der Rückrunde aber schon beachtliche sieben (von neun möglichen) Punkten.

 

Klaus Bellstedt