Werder will gegen 96 an Inter-Leistung anknüpfen

Steht als Alternative für Frank Baumann bereit: Pekka Lagerblom
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Das unglücklich verlorengegangene Champions League-Spiel bei Inter Mailand hat die Erkenntnis genährt, dass sich Werder trotz des 0:2 auf einem guten Weg befindet. Im Giuseppe Meazza Stadion stand wieder eine Mannschaft auf dem Platz, bei der Teamgeist und Teamwork stimmten. Eigenschaften, die für das anstehende Bundesliga-Heimspiel gegen Hannover 96 am kommenden Samstag, 18.09.2004, um 15.30 Uhr hoffnungsvoll stimmen.

 

Aber ausgerechnet vor dem kleinen Nordderby gegen die "Roten" plagen den Deutschen Meister große Personalsorgen. Das ohnehin nicht kleine Lazarett mit den Verletzten Nery (Kahnbeinbruch), Lisztes (Kreuzbandriss), Davala (Schambeinentzündung) und Jensen (Achillessehnenbeschwerden) hat sich nach dem Spiel bei Inter weiter vergrößert. Frank Baumann und Angelos Charisteas stehen Cheftrainer Thomas Schaaf gegen Hannover 96 definitiv nicht zur Verfügung. Werders Kapitän kehrte mit einem Riss des Syndesmosebandes im rechten Bein aus Italien zurück. Der Defensiv-Allrounder fehlt den Grün-Weißen voraussichtlich 10 bis 14 Tage.

 

Werder baut auf Mailand-Tugenden

 

Auf eine kürzere Zwangspause hofft Stürmer Charisteas, der aus einem "Luftkampf" mit Inter-Verteidiger Materazzi einen Ohrknorpelbruch davontrug. Griechenlands EM-Held wird frühestens im DFB-Pokalspiel gegen Bayer Leverkusen am Mittwoch, 22.09.2004, wieder mitwirken können. Baumanns Position im defensiven Mittelfeld könnte am Samstag Pekka Lagerblom übernehmen, der schon am Mittwoch nach dem Training seine Einsatzbereitschaft signalisierte: "Ich fühle mich gut und bin bereit für Hannover", so der Finne.

 

Werder will gegen die Mannschaft von Coach Ewald Lienen den dritten Saisonsieg einfahren, um sich so in der Bundesliga-Spitzengruppe festzusetzen. Gegen die Niedersachsen, die aus den letzten beiden Spielen im Weser-Stadion immerhin vier Punkte "entführen" konnten, soll dieses Ziel mit Hilfe der in Mailand gezeigten Tugenden erreicht werden.

 

Gegner Hannover wird in Bremen vermutlich mit nur einer Spitze in Person von Jiri Stajner auflaufen. Der Tscheche, Doppeltorschütze beim 2:2 gegen den SC Freiburg, scheint langsam an seine gute Form aus der vorvergangenen Saison anzuknüpfen. Mit dem Ex-Ulmer Leandro, Roman Wallner und Tranquillo Barnetta wurde die Offensive vor der Saison verstärkt. Der Star unter den Neuen ist aber Regisseur Ricardo Sousa von Boavista Porto. "Ein torgefährlicher, offensiver Mittelfeldspieler, wie ich ihn gesucht habe", schwärmt Ewald Lienen. Auch in der Defensive sind die 96er gut aufgestellt. Cherundolo, Zuraw, U 21-Nationalspieler Mertesacker sowie Bundesliga-Rückkehrer Tarnat bilden die Viererkette, dahinter steht mit Robert Enke ein weiterer Spieler mit Bundesliga-Erfahrung im Tor.

 

Nordderby vor vollen Rängen

 

Bei Werder ist man sich der Stärke des Gegners bewusst: "Sie stehen hinten sicher und sind vorne sehr beweglich und flexibel. "Da müssen wir in der Defensive schnell die Zuordnung finden", meint Thomas Schaaf, der mit seinem Team gegen Hannover 96 an die Leistung aus der Begegnung gegen Inter anknüpfen will: "Das Umschalten von Defensive auf Offensive hat am letzten Dienstag schon gut geklappt, das wollen wir möglichst wiederholen. Das ist ein Schlüssel zum Erfolg"

 

Werder rechnet im Nordderby mit einem ausverkauftem Haus. Am Donnerstag waren bereits über 40.000 Tickets vergriffen.

 

Klaus Bellstedt