Kein Schaulaufen gegen Bayer - Werder voll konzentriert

Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Wenn am Samstag, 15.05.2004, der frischgebackene Deutsche Meister Werder Bremen den Gast aus Leverkusen zum letzten Heimspiel der Saison empfängt, wird das ausverkaufte Weser-Stadion einem Tollhaus gleichen. Schließlich steht im Anschluss der Partie die offizielle Übergabe der Meisterschale an. Bevor es aber soweit ist, wird Fußball gespielt.

 

Von einem möglichen Schaulaufen der Mannschaft will Cheftrainer Thomas Schaaf überhaupt nichts wissen: "Feiern können wir danach immer noch, aber vorher steht noch ein immens wichtiges Bundesliga-Spiel auf dem Programm. Unsere ganze Konzentration gilt Bayer Leverkusen." Um die Einstellung seiner Spieler macht sich der Meister-Coach dabei keine Sorgen: "Das Team hat über die gesamte Saison nur von Spiel zu Spiel gedacht, das haben sie total verinnerlicht und daran ändert auch die gerade errungene Meisterschaft nichts." So ganz nebenbei geht es für Werder natürlich auch darum, die traumhafte Serie von nunmehr 23 ungeschlagenen Partien weiter auszubauen.

 

Allofs: Wollen noch zwei Mal gewinnen

 

Sportdirektor Klaus Allofs bringt einen weiteren Aspekt ins Spiel: "Wir haben mit dem DFB-Pokalendpiel Ende Mai in Berlin noch ein weiteres Highlight vor uns. Dafür brauchen wir Sicherheit, und die holt man sich am besten mit zwei Siegen aus den verbleibenden beiden Liga-Begegnungen." Um die Motivation des neuen Deutschen Meisters im Spiel gegen Bayer Leverkusen braucht man sich also keine Sorgen zu machen.

 

Für die Westdeutschen steht am Samstag um 15.30 Uhr viel auf dem Spiel. Die Mannschaft von Trainer Klaus Augenthaler kann mit zwei Siegen aus den restlichen beiden Partien gegen Werder und Stuttgart aus eigener Kraft noch Platz drei und damit die Qualifikation zur Champions League erreichen. Überraschend, wenn man bedenkt, dass die Saison 2002/2003 für Bayer beinahe mit dem Abstieg endete. Einen großen Anteil am derzeitigen Erfolg hat Klaus Augenthaler, der Coach der Leverkusener, der Ruhe ausstrahlt und in einem wieder beruhigten Umfeld konsequent seinen Stil durchsetzt.

 

Bayer wohl wieder mit Weltmeister Lucio

 

Bayer hat in allen Mannschaftsteilen viele individuell starke Spieler. Die Abwehr um den brasilianischen Weltmeister Lucio zeigt sich fast immer kompromisslos und zweikampfstark, im Mittelfeld kombinieren Bastürk, Ponte oder Schneider sicher und im Angriff hat man mit Dimitar Berbatov endlich wieder einen Torgaranten. Der Bulgare traf bereits 14 Mal ins Schwarze.

 

Gegen Werder soll Lucio nach zweiwöchiger Verletzungspause sein Comeback in der Abwehr geben, die dadurch wieder von der Vierer- zur Dreierkette (mit Nowotny und Juan) wird. Die Rolle des gesperrten Bastürk könnte im Mittelfeld der wiedergenesene Robson Ponte übernehmen.

 

Der neue Deutsche Meister könnte gegen Bayer Leverkusen in exakt der Formation auflaufen, die in München den Titelgewinn perfekt gemacht hat. Voraussetzung dafür wäre die rechtzeitige Genesung von Christian Schulz, der unter der Woche wegen leichter Oberschenkelprobleme kürzer treten musste und bislang nur Lauftraining absolvieren konnte.

 

Ebenfalls fraglich ist der Einsatz von Angelos Charisteas, der in der Übungseinheit am Donnerstag eine Adduktorenzerrung erlitt. Rechtzeitig wieder fit dürfte dagegen Fabian Ernst sein, der ebenfalls am Donnerstag wegen Zahnschmerzen die Übungseinheit unfreiwillig verkürzen musste.

 

Neben den Langzeitverletzten Krisztian Lisztes (Kreuzbandriss) und Ludovic Magnin (Sehenteilabriss im Oberschenkel) wird definitiv auch Ümit Davala gegen Leverkusen nicht mitwirken können. Der türkische Nationalspieler leidet derzeit an Schambeinproblemen.

 

Klaus Bellstedt</>