Schaaf will Freiburger Defensive dauerhaft beschäftigen

Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Die Fakten sprechen eine deutliche Sprache: Die zweitstärkste Heimmannschaft trifft auf das zweitschwächste Auswärtsteam. Die Rollen vor dem Bundesliga-Heimspiel von Werder Bremen am Sonntag, 04.04.2004, um 17.30 Uhr gegen den SC Freiburg sind klar verteilt. Dazu kommt, dass Werder seit nunmehr 17 Spielen ungeschlagen ist und diese - in der Vereinshistorie - einmalige Serie auch gegen das Team von Volker Finke weiter fortsetzen möchte.

 

Wer nun aber glaubt, dass man auf Bremer Seite den Gegner möglicherweise unterschätzen könnte, dem widerspricht Cheftrainer Thomas Schaaf energisch: "Alle Welt erwartet doch einen Sieg von uns, genau darin liegt die Gefahr. Aber mein Team ist gut darauf eingestellt. Fakt ist, dass das Spiel gegen Freiburg keinen Deut leichter wird, als das Spitzenspiel vom letzten Sonntag gegen den VfB Stuttgart."

 

Eher schwerer wird es sogar, wenn man den Worten Schaafs glaubt. "Freiburg wird uns nicht den Gefallen tun und so offensiv auftreten, wie es Stuttgart getan hat. Das kam unserer Spielanlage entgegen und deshalb entwickelte sich ja auch ein so packendes und hochklassiges Spiel. Eines ist doch klar, der Sportclub wird uns nicht ins 'offene Messer' laufen", ergänzt Schaaf.

 

Freiburg vor allem zu Hause stark

 

Die Freiburger konnten in der laufenden Saison vor allem im heimischen Dreisam-Stadion überzeugen. 29 ihrer 33 Punkte holten die "Breisgau-Brasilianer" zu Hause, eine beeindruckende Bilanz. Auswärts läuft es dagegen noch nicht richtig rund. Der SC wartet immer noch auf den ersten Sieg auf fremdem Platz. Mit dem Abstiegskampf dürften es die Süddeutschen freilich nicht mehr zu tun bekommen. Als bester Aufsteiger liegt der SC Freiburg mit insgesamt 33 Punkten auf Platz zehn und damit im gesicherten Mittelfeld der Liga.

 

Angesprochen auf die besonderen Stärken des nächsten Gegners hebt Thomas Schaaf in erster Linie die Spielstärke der Freiburger hervor: "Jeder in der Bundesliga weiß, wie gut sie kombinieren können. Gepaart mit der ungeheuren Laufstärke ergibt dies eine gefährliche Mischung, da müssen wir aufpassen." Angetan zeigt sich der Bremer Coach darüber hinaus von der Offensiv-Abteilung der Breisgauer: "Mit den beiden etatmäßigen Stürmern Iashvili und Cairo verfügen sie über zwei gefährliche Spitzen."

 

Schaaf warnt vor Antar und Coulibaly

 

Herzstück des Freiburger Kombinationsfußballs ist jedoch zweifellos das Mittelfeld. Der frühere HSV-Profi Roda Antar gehört beim SC zu den Leistungsträgern. Schon sieben Tore hat der Libanese auf seinem Konto. Mit Coulibaly hat Volker Finke einen Spieler in seinen Reihen, der eine Begegnung alleine entscheiden kann. Das weiß auch Thomas Schaaf: "Wir dürfen nur wenig Standardsituationen zulassen. Coulibaly hat einen unglaublichen rechten Fuß."

 

Was die Werder-Aufstellung betrifft, so wird es verglichen mit dem Stuttgart-Spiel, einige Umstellungen geben. Christian Schulz wird am Sonntag wegen seiner Gelb-Roten-Karte fehlen. Wer seinen Platz auf der linken Außenbahn einnehmen wird, ist noch unklar. Gut möglich, dass Paul Stalteri auf die linke Position in der Viererkette zurückkehren wird. Der wiedergenese Ümit Davala stünde als Alternative auf rechts bereit. Kleinere Fragezeichen stehen noch hinter den Einsätzen von Kapitän Frank Baumann und Ivan Klasnic. Beide Werder-Profis konnten wegen Knöchelbeschwerden unter der Woche nicht für ihre Nationalmannschaften spielen. Klasnic wird voraussichtlich am Freitag wieder ins Training einsteigen können. Aber auch bei "Baumi" hat Thomas Schaaf noch Hoffnung: "Gut, dass wir erst Sonntag spielen. Bis dahin kann Frank es vielleicht auch noch schaffen."

 

Werders-Marschroute für das Heimspiel gegen den SC Freiburg ist jedenfalls klar: "Wir wollen den Gegner früh stören und unsere Qualitäten durchsetzen, es wird nach vorne gehen. Wir wollen die Freiburger möglichst dauerhaft in der Defensive beschäftigen", kündigt Cheftrainer Thomas Schaaf an. Schöne Aussichten für die Zuschauer im vermutlich wieder rappelvollen Weser-Stadion.

 

Klaus Bellstedt