Im Duell gegen Lautern sind keine Klose-Tore erwünscht

Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Selbstbewusst tritt Werder Bremen vor dem kommenden Bundesligaspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern am Sonntag, 15.02.2004, um 17.30 Uhr auf. "Der Last-Minute-Sieg in Unterzahl auf dem Gladbacher Bökelberg hat der Mannschaft sehr gut getan. Man spürt auch im Training, dass die Mannschaft gewillt ist, den Weg nach Vorne zu suchen", sagt Cheftrainer Thomas Schaaf zufrieden und fügt hinzu: "Das spricht für die Qualität des Teams."

 

Doch auch den "Roten Teufeln" hat ihr 1:0-Heimsieg am vergangenen Wochenende im Abstiegsduell gegen den 1. FC Köln gut getan. Für den neuen Coach Kurt Jara ein vorerst geglückter Einstand. Der Österreicher hatte nach der 1:2-Auftaktniederlage der Pfälzer bei 1860 München Erik Gerets als Coach abgelöst. "Durch den Trainerwechsel wurden alle Karten neu gemischt. Jeder Spieler will sich jetzt beweisen und ist daher motiviert", warnte Thomas Schaaf auf der Pressekonferenz am Donnerstag. "Das sollte für uns Hinweis genug sein, nicht nachlässig an die Aufgabe heranzugehen."

 

Im Spielerkader der "Roten Teufel" sieht der Bremer Coach ohnehin genügend Potenzial um in der Bundesliga zu bestehen. Vor der Saison hatte der Coach sie sogar noch als Mitbewerber um einen internationalen Startplatz auf der Rechnung: "Ich hätte sie weitaus höher in der Tabelle eingeschätzt, doch sie hatten lange Schwierigkeiten, ihre Form zu finden." Die Suche müsste nun schnell beendet werden. Nach dem Sieg in der vergangenen Woche stehen die Lauterer auf dem 15. Platz. In den bisherigen 19 Spielen konnten die Pfälzer nur 18 Punkte ergattern, so dass sie nur zwei Zähler von einem Abstiegsplatz trennen.

 

Im besonderen Blickfeld steht am Sonntagabend auch das Duell der beiden Stürmerstars Ailton und Miroslav Klose. Weniger geht es dabei um die Frage, wie viele Tore jeder auf seinem Konto hat, da Ailton mit 18 Treffern bereits doppelt so oft in den Kasten des Gegners traf wie der Nationalstürmer, sondern vielmehr darum, ob Miroslav Klose den Werder-Brasilianer in der nächsten Saison ablösen und an der Weser stürmen wird. "Natürlich wäre es schön, so einen Mann verpflichten zu können, doch rund um das Spiel werden wir mit Sicherheit keine Verhandlungen führen", so Klaus Allofs. "Für Sonntag wünsche ich mir erst einmal, dass er gegen uns nicht treffen wird", sagte der Werder-Geschäftsführer.

 

Verstärkung im Sturm wird es für die Bremer aber schon am Sonntag geben. Angelos Charisteas hat sich am Donnerstag im Mannschaftstraining zurückgemeldet. "Harry wurde am Montag noch einmal behandelt. Wir hoffen, dass er seine Verletzung völlig überstanden hat und sich jetzt so schnell wie möglich in die Mannschaft einbindet", sagte Thomas Schaaf. Bis auf den Gelb-Rot gesperrten Mladen Krstajic und Paul Stalteri, der in Gladbach die fünfte Gelbe Karte gesehen hatte, stehen dem Bremer Chefcoach somit alle Spieler zur Verfügung.

 

Größere Probleme bereitet die Personalsituation seinem Gegenüber Kurt Jara, der auf sieben Spieler verzichten muss. Herve Lembi hat sich die Achillessehne gerissen, Dimitrios Grammozis und Stijn Vreven plagen Knieprobleme, dem Brasilianer Lincoln machen Adduktorenprobleme zu schaffen und Ciriaco Sforza leidet an einer Wadenentzündung. Ebenfalls ausfallen werden Christian Timm, den eine Achillessehnenentzündung plagt, und der sich im Aufbautraining befindende Ex-Bremer Hany Ramzy.

 

Gerne werden sich die Werderaner Fans nicht nur an den 1:0-Erfolg im Hinspiel auf dem Betzenberg erinnern, sondern auch an den 5:3-Heimsieg in der vergangenen Saison. Also, die Chancen auf Tore stehen ganz gut. Und auch die Statistik sieht für die Grün-Weißen sehr vielversprechend aus. In 38 Spielen im Weser-Stadion gingen die Bremer 23 Mal als Sieger vom Platz. Nur sechs Mal gelang es den "Roten Teufeln" die drei Punkte mit in die Pfalz zu nehmen.