Schaaf fordert: Alle Bälle bitte ins Netz von Hannover

Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Was erlebten die Zuschauer für ein Spiel in der vergangenen Saison, als die 96er den SV Werder Bremen in der AWD-Arena empfingen. Nach einer 4:2-Führung mussten sich die Bremer durch zwei Tore von Fredi Bobic in der Schlussphase noch mit einem 4:4-Unentschieden begnügen. "Für die Zuschauer war das ein unterhaltsames Spiel. Von mir aus können auch diesmal wieder so viele Tore fallen, solange sie bei Hannover ins Netz gehen", sagte Thomas Schaaf auf der Pressekonferenz am Donnerstag. Am 12. Spieltag der Fußball-Bundesliga kommt es nun erneut zum Aufeinandertreffen der beiden Nordclubs.

 

Obwohl sich Thomas Schaaf noch recht ungern an das "böse Ende" des Spiels erinnert, freut er sich auf die Partie gegen die Niedersachsen: "Nordderbys setzen immer besondere Emotionen frei. Da ist immer was los im Stadion." Für die Zuschauer stehen die Chancen auch am Samstag sehr gut, dass sie wieder eine torreiche Begegnung zu sehen bekommen. Das letzte 0:0 gab es vor über zwanzig Jahren in der Saison 1980/81. Damals spielten beide Teams in der zweiten Liga. Der letzte Sieg der Hannoveraner über die Gäste aus Bremen liegt mittlerweile schon 31 Jahre zurück. In der Spielzeit 1971/72 setzte es für die Werderaner eine derbe 5:1-Niederlage.

 

Obwohl Werder nur eine der letzten 14 Begegnungen verloren hat, warnt Thomas Schaaf vor Überheblichkeit. "Sie spielen einen guten Kombinationsfußball und schalten schnell von Angriff auf Abwehr um. Da müssen wir aufpassen, nicht in einen Konter zu laufen." Durch den Krankheitsausfall von Stürmerstar Jan Simak sind die Niedersachsen zuletzt in eine kleine Formkrise geraten. "Sie haben eine ganze Reihe von Spielen nicht gewonnen. Diesen Trend haben sie durch den Sieg gegen Köln beendet. Wir kommen ihnen jetzt gerade recht. An starken Mannschaften kann man sich immer aufbauen", so der Cheftrainer weiter, der aber auch die Schwachstellen im 96er Spiel ausmachte. "Sie haben nicht unser Selbstbewusstsein und auch personell sieht es bei ihnen nicht so gut aus. Wir müssen unsere Qualitäten durchsetzen und so zum Erfolg kommen."

 

In der Tat haben die Hannoveraner eine ganze Reihe von Ausfällen zu beklagen. Neben dem krankgeschriebenen Jan Simak muss Trainer Ralf Rangnick auf sieben weitere Spieler verzichten. Dame Diouf holt seinen Trainingsrückstand auf, Angreifer Mohammadou Idrissou plagen Knieprobleme, Altin Lala leidet an einer Schambeinentzündung, Thomas Schneider klagt über Probleme im Sprunggelenk und Neuzugang Kleber hat sich eine Innenbanddehnung zugezogen. Darüber hinaus sitzen Julian de Guzman (5. Gelbe Karte) und Stürmerstar Thomas Christiansen (Rote Karte) ihre Sperren ab.

 

Aber auch die Grün-Weißen hatten unter der Woche einige Ausfälle zu beklagen. Ailtons Einsatz ist aufgrund seiner Augenprobleme fraglich. Angelos Charisteas klagte zuletzt über Probleme im Knie und Ümit Davala unterzog sich am Montag einem operativen zahnärztlichen Eingriff und konnte erst am Donnerstagnachmittag ins Training einsteigen. Sollte es am Samstag nicht für einen Einsatz reichen, stehen laut Thomas Schaaf genug Alternativen zur Verfügung: "Wir können Paul auf die rechte Seite ziehen und mit Holger Wehlage, Christian Schulz und Manuel Friedrich habe ich viele Möglichkeiten." Dass am Samstag Ludovic Magnin, der in dieser Woche wieder ins Mannschaftstraining einstieg, in der Startelf stehen wird, schließt Werders Cheftrainer dagegen aus. "Das wäre zu früh. Ludo ist noch nicht soweit. Vielleicht reicht es für eine Einwechslung." Definitiv ausfallen wird weiterhin Victor Skripnik, der sich nach seiner Schambeinentzündung im Reha-Training befindet.

 

Doch egal, wer letztendlich für den SV Werder Bremen auflaufen wird, das Team von Cheftrainer Thomas Schaaf darf sich auf eine tolle Unterstützung der Bremer Fans einstellen. "Wir haben alle unsere 2500 Ticket verkauft, so dass es am Samstag keine Gäste-Kasse geöffnet sein wird", erklärte Werders Mediendirektor Tino Polster.