Abschlussschwäche und nicht gegebenes Tor besiegeln Niederlage

Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

“Unglaublich!“, sagte Thomas Schaaf nach dem Schlusspfiff. Damit bezog sich der Werder-Coach nicht auf die Klasse der Partie, die erst in der zweiten Hälfte Erstligaformat hatte, sondern auf ein zum wiederholten Male nicht gegebenes Tor seiner Mannschaft. Dennoch wollte der Bremer Cheftrainer das Ergebnis nicht allein von dieser strittigen Situation abhängig machen: „Wir hatten auch noch andere gute Möglichkeiten, die wir aber wieder nicht nutzen konnten.“

 

So wie der SV Werder in Wolfsburg antrat, so traten die Grün-Weißen noch nie in dieser Saison an. Denn statt mit den grün-weißen Trikots liefen die Bremer in rot-schwarz auf. In der Startformation gab es allerdings keine Veränderungen. Der bis zum Spielbeginn fragliche Marco Bode, konnte trotz einer Kapselverletzung spielen. Wie gut der 32-Jährige den Bremer Angriffsbemühungen tat, zeigte er gleich in der Anfangsphase, in der sich die Werderaner aufs Kontern verlegten. Erst prüfte er VfL-Keeper Reitmaier mit einem Kopfball (8.), dann schob er den Ball aus spitzen Winkel nur knapp am gegnerischen Gehäuse vorbei (9.). Ohne das Spiel zu kontrollieren, erzeugten die Niedersachsen ein leichtes Übergewicht. So kamen die „Wölfe“ durch Biliskov (12.) und Akkonor (17.) zu ihren ersten Gelegenheiten.

 

Ein zerfahrenes Spiel mit vielen wenig durchdachten Einzelaktionen

 

An Fahrt gewann das Spiel aber weiterhin nicht, da beiden Teams die klare Linie fehlte. Ein zerfahrenes Spiel mit vielen wenig durchdachten Einzelaktionen war die Folge. Dennoch konnten die Bremer für Unruhe im gegnerischen Strafraum sorgen. Zunächst prüfte Paul Stalteri den VfL-Keeper Reitmaier mit einem Schuss aus 12 m (19.). Danach versuchten es die Bremer mit Köpfchen. Eine Kopfballvorlage von Marco Bode fing der „Wölfe“-Torwart aber vor Ailton ab (37.). Der Brasilianer war es auch, der kurz vor der Halbzeit die dickste Chance zur Bremer Führung auf dem Fuß hatte. Nach einer Verwirrung im Wolfsburger Strafraum zog Ailton ab. Doch abermals verhinderte Reitmaier eine nicht unverdiente Bremer Führung.

 

Zwar konnten beide Mannschaften den 14.275 Zuschauern nur wenig Erwärmendes bieten, doch beide Teams begannen unverändert den zweiten Spielabschnitt. Das es auch anders gehen kann, zeigten die Akteure nun. Mittelfeldregisseur Krisztian Lisztes setzte einen Sololauf an, ließ zwei Abwehrspieler aussteigen, zog ab und scheiterte an Keeper Reitmaier, der zur Ecke klärte (53.). Die Situation im Anschluss an den vom Ungarn getretenen Eckball sollte wieder für jede Menge Gesprächsstoff sorgen. Denn Mannschaftskapitän Frank Baumann köpfte den Ball klar hinter die Linie.

 

Bremer Führungstor nicht gegeben

 

Doch wie bereits eine Woche zuvor wurde das reguläre Tor nicht anerkannt. Für den nächsten Höhepunkt sorgte Linienrichter Knut Kircher. Beim Versuch, eine Bremer Abseitsposition anzuzeigen, fiel ihm seine Fahne auseinander. Nach einer zweiminütigen Spielunterbrechung konnte er die Partie mit neuem Arbeitsgerät wieder aufnehmen. Jetzt bekam auch Werder-Keeper Frank Rost die Gelegenheit sich auszuzeichnen. Werders Nummer Eins konnte sowohl die Chancen von Ponte (57.) und Biliskov (58.) vereiteln. Gegen Klimowicz hatte er dann keine Chance. Der VfL-Stürmer umspielte den Bremer Torwart und schob aus spitzen Winkel zur Führung der Niedersachsen ein (64.). Werder-Coach Thomas Schaaf reagierte und brachte mit Ivan Klasnic (für Frank Verlaat) einen weiteren Stürmer (70.). Das Tor machten dennoch die Wolfsburger. Während Munteanu noch vergibt (75.), gelingt es Petrov zu erhöhen.

 

Petrov und Klimowicz sorgen für den Sieg der „Wölfe“

 

Eine weit aufgerückte Bremer Abwehr, die in dieser Situation auf Abseits spekulierte, konnte ebenso wie der herausgelaufene Werder-Keeper Frank Rost das 0:2 nicht verhindern (77.). Nur zwei Minuten später vergab Klimowicz die entgültige Entscheidung als er freistehend vor den Bremer Gehäuse auftauchte. Sein Schuss prallte jedoch vom Pfosten zurück und landete direkt in den Armen von Frank Rost. Mit Roberto Silva, der für Fabian Ernst in die Partie kam, setzen der SV Werder noch einmal alles auf Angriff. Die beiden letzten Torschüsse von Marco Bode (86.) und Ailton (89.) führten aber nicht mehr zum Anschlusstreffer.

 

Andreas Einbock